Veröffentlicht: 13.04.2026. Rubrik: Lustiges
Der Tag, an dem der Spiegel log – Das Erwachen der Satellitenschüssel
Der Heimweg im Auto war eine einzige Demütigung. Ich saß da wie eine falsch montierte Stehlampe. Jedes Mal, wenn der Dosenöffner bremste, machte es „Klong“, und mein Plastik-Schutzschild rammte das Armaturenbrett. Ein Geräusch, das meine verbliebene Würde wie eine morsche Hundehütte zusammenstürzen ließ.

Zuhause angekommen, geschah das Unfassbare. Ich torkelte in den Flur – noch immer auf drei Beinen gleichzeitig schwebend, während das vierte irgendwo in der Narkose-Dimension feststeckte – und da stand er: Der Feind im Spiegel.
„Wer ist dieser Freak?“, dachte ich und knurrte. Das Knurren hallte in meinem Trichter so laut wider, dass ich vor Schreck einen Satz rückwärts machte und mit dem Plastik-Kragen gegen die Kommode donnerte.
Ich starrte mein Ebenbild an. Ich sah nicht mehr aus wie Freddy, der Schrecken der Briefträger, der Casanova der Pudeldamen. Ich sah aus wie eine mobile Empfangsstation für außerirdische Signale. Ich bin mir sicher, ich habe kurzzeitig Radio Luxemburg empfangen.
„Guck mal, Freddy, wie schick!“, säuselte der Dosenöffner.
Schick?! Ich trage einen Lampenschirm aus der Hölle! Ich versuchte, mich elegant am Ohr zu kratzen. Ponk. Mein Hinterfuß hämmerte gegen das Plastik. Ich versuchte, mich zu drehen. Ratatsch. Ich rammte die Blumenvase von der Emsigkeit des Grauens.
Und dann… der Blick nach unten. In das „Tal der Tränen“.
Leute, ich sag’s euch: Da herrscht jetzt gähnende Leere. Mein privater Fuhrpark wurde zwangsversteigert! Wo früher meine zwei glänzenden Statussymbole hingen, klafft jetzt eine chirurgische Einöde, garniert mit ein paar blauen Fäden, die aussehen wie das Werk eines betrunkenen Schneiders. Ich bin jetzt offiziell eine „Light-Version“ meiner selbst. Weniger Kalorien, aber auch deutlich weniger Spaß im Schritt.
Ich versuchte, mich im Körbchen zusammenzurollen. Ein Ding der Unmöglichkeit. Jedes Mal, wenn ich den Kopf ablegen wollte, hebelte mich der Trichter wieder aus, als würde ich versuchen, in einer Salatschüssel zu schlafen.
„Komm schon, Freddy, kriegst auch ein extra feuchtes Würstchen!“, versuchte der Verräter mich zu locken.
Ich starrte ihn durch mein Plastikvisier an. Ein Würstchen? Ernsthaft? Er nimmt mir meine Juwelen und bietet mir eine Geflügelwiener als Entschädigung an? Das ist, als würde man jemandem den Ferrari klauen und ihm zum Trost ein gebrauchtes Skateboard schenken.
Aber wisst ihr was? Ich habe einen Plan. Wenn er heute Nacht schläft, werde ich mich mit meiner Satellitenschüssel über sein Gesicht beugen und so lange Woooo-hoooo im Echo-Modus bellen, bis er glaubt, er wird von einem riesigen Joghurtbecher entführt.
Rache ist ein Gericht, das man am besten aus einem Trichter serviert.
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