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geschrieben 2024 von Lüdel (lüdel).
Veröffentlicht: 17.08.2026. Rubrik: Unsortiert


Anna - Der geheimnisvolle Briefkasten (2)

Es war schon spät geworden, da klingelte es an der Tür. Anna öffnete. Davor stand Johann, bis zum Kinn mit Blumenkästen beladen.

Anna wunderte sich.

„Was machst du noch so spät hier?“

Johann entschuldigte sich.
„Ja, tut mir leid, ich habe es nicht mehr geschafft. Bei mir ist es spät geworden.“

Anna winkte ihn herein.
„Komm, stell die Blumenkästen bei mir in den Gang.“

Johann stellte sie ab und sagte:
„Ich wollte die Blumenkästen nicht vor dem Laden stehen lassen.“

Anna nickte und fragte dann:
„Willst du Tee trinken?“

Johann lächelte.
"Ja, das würde ich gerne."

Sie saßen zusammen im Wohnzimmer auf der Couch. Während sie sich unterhielten, bemerkte Johann, nachdem er sich umgeschaut hatte:

„Schön hast du es hier eingerichtet. Als ich vor einem Jahr zuletzt bei meinem Opa hier war, war alles noch altmodisch eingerichtet.“

Anna war überrascht.

„Was, tatsächlich? Dein Opa hat hier gewohnt?“

Johann erzählte:
„Nach dem Autounfall meiner Eltern lebte ich bei meinem Opa. Da war ich zwölf Jahre alt.“

Anna sagte leise:„Das tut mir leid.“

Johann winkte ab.„Ist schon lange her.“

Anna lenkte ab.

„Ah, deshalb erzählen die Eheleute Huber immer von dir.“

Johann nickte.

„Ja, nach der Schule habe ich mich gerne bei ihnen aufgehalten. Mir machte es Spaß, immer zwischen der Tür hin und her zu laufen, weil mir das Klingeln so gut gefiel.“

Anna nickte.

„Ja, diese Geschichte habe ich schon mehrmals erzählt bekommen.“

Da fiel Johann das Puppenhaus auf, und er bemerkte:

„Sehr schöne Handarbeit. Man merkt gleich, sie ist selbst gemacht.“

Anna erwiderte leise:

„Genau. Die ist von meinem verstorbenen Vater. Er hat sie mir gemacht, als ich ein Kind war.“

Johann sagte betrübt:
„Oh, das tut mir leid. Was ist mit deiner Mutter?“

Anna blickte in ihre Teetasse.

„Sie ist gestorben, da war ich noch ganz klein. Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass sie mit mir Fangen gespielt hat.“

Johann flüsterte nachdenklich:
„So etwas … uns verbindet wohl das gleiche Schicksal.“

Anna schwieg.

Beim Aufstehen bemerkte Johann den Briefkasten und entdeckte den doppelten Boden. Er murmelte vor sich hin:

„Das Geheimnis …“

Er erinnerte sich daran, dass sein Opa ihm immer geheimnisvolle Geschichten vom Briefkasten erzählt hatte.

Anna fragte: „Was?“

Daneben sah Johann den Brief. Er warf einen Blick darauf.

„Eine Absage.“

Anna nickte betrübt. Sie erzählte ihm von ihrem Traum, einen eigenen Blumenladen zu besitzen.

Johann sagte spontan:

„Morgen ist Sonntag, da hast du frei. Ich hole dich morgen Vormittag ab.“

Anna machte überrascht große Augen. Sie hüpfte vor Freude auf den Zehenspitzen auf und ab.

Johann sagte beschwingt:

„Überraschung!“

***

Am nächsten Vormittag war Anna total aufgeregt. Johann holte sie ab. Beim Vorbeifahren gab Johann bei den Hubers die Blumenkästen ab.

Endlich angekommen, erkannte Anna sofort eine riesengroße Gärtnereihalle.

Johann führte sie hinein und zeigte ihr alles. Sie war begeistert. Als sie von der Rückseite zur Vorderseite gingen, sah Anna einen kleinen Laden. Die Halle war direkt an das Haus angebaut worden.

Sie betraten gemeinsam den Laden. Er war klein, aber sehr gemütlich. Man konnte sogar noch den Blumenduft wahrnehmen.

Spontan plapperte Anna los. Sie fühlte sich, als wäre es bereits ihr Laden. Ihr ganzes Gesicht lächelte.

Freudestrahlend sagte Johann:

„Es soll dein Blumenladen sein!“

Gleichzeitig umarmten sich beide.

Auf der Heimfahrt machte Anna vor Freude schon Pläne, wie schön alles werden würde.

Dann fiel ihr plötzlich ein:

„Was ist mit den Eheleuten Huber?“

Johann beruhigte sie.

„Mach dir keine Gedanken. Wir erklären ihnen alles.“

***

Am nächsten Tag in der Früh standen beide im Blumenladen und erzählten ihnen alles. Die Eheleute Huber waren zwar etwas traurig, aber die Freude überwog. Sie wünschten Anna nur das Beste.

Die Eheleute sagten zu Johann:

„Pass gut auf unsere Anna auf.“

Johann nickte überglücklich.

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