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geschrieben 2005 von Dan Prescot (Dan Prescot).
Veröffentlicht: 21.09.2018. Rubrik: Spannung


Auf die Plätze, fertig …tot!

Irvin presste die Hand mit der Pistole auf die Schusswunde und stützte sich mit der anderen am Kotflügel des Wagens ab, um nicht zusammenzubrechen. Er würde es nicht schaffen.
Er musste einfach einige Augenblicke verschnaufen, seinen Atem und seinen Puls beruhigen.
Unwillkürlich wanderten seine Gedanken zu dem Zeitpunkt zurück, als er auf diese attraktive Frau gestoßen war. Zunächst war sie ihm natürlich durch ihre athletische Figur aufgefallen. Trotz des weit auftragenden Kleides, das sie trug, konnte man den sportlichen Körper darunter erahnen.
Sie war dunkelhaarig und eigentlich fühlte er sich zu Frauen hingezogen, die eher zierlich und möglichst blond waren.
Aber sie mochte er auf Anhieb. Als er sich ihr näherte, konnte er ihren Duft wahrnehmen. Ihr Geruch war nicht so feminin, wie er es erwartet hatte. Etwas herber, wahrscheinlich war ihr Körper sehr durchtrainiert.
Irvin fasste einen Entschluss und sprach sie an.

Ihm wurde kalt. Das Metall des Kotflügels kam ihm eisig vor und sein Blut pulsierte zwischen den Fingern seiner Hand aus seinem Körper heraus. Er versuchte, die Frau in den Lücken des Fichtenwaldes auszumachen. Er hörte ihre Schritte, konnte die Richtung bestimmen aus der die Geräusche zu ihm drangen. Dann nahm er die Hand von der Wunde, es war sowieso eine sinnlose Geste. Die Kugel musste die Baucharterie getroffen haben. Er hielt die Pistole in die Richtung aus der die Geräusche an sein Ohr drangen. Der Arm und die Waffe waren so schwer, kaum das er sie ruhig halten konnte. Da, ein roter Schemen! Er versuchte den Abzug durchzuziehen. Zu langsam!
Die Waffe tanzte in seiner Hand auf und ab.
Verfehlt! Sein zweiter Fehler. Er hatte sie schon einmal unterschätzt. Das hatte ihm die Kugel in seinem Bauch eingebracht. Und nun hatte er sie wieder verfehlt. Es war sinnlos, zu einem weiteren gezielten Schuss würde er nicht mehr kommen. Sicherlich war sie schon aus dem Fichtenwäldchen heraus und würde um Hilfe kreischen die ihr bestimmt auch zuteil werden würde. Er hätte bei seiner bevorzugten Beute bleiben sollen. Ihm wurde schwindlig, egal. Er ließ sich fallen.
Mit seinem letzten Atemzug nahm Irvin den Fichtennadelduft auf. Noch bevor die Geräusche des Waldes zu leise für sein Ohr wurden, hörte er undeutlich eine Polizeisirene.
Das Grün des Waldes bildete sich auf seiner Netzhaut ab, ehe sein Blick brach.

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