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geschrieben 2026 von Lüdel (lüdel).
Veröffentlicht: 28.04.2026. Rubrik: Aktionen


Die Sage vom Drachenfels

Die Drachenschnecke: Einst kam sie aus einer anderen Welt, hoch oben von den Sternen.

Sie war durchsichtig, ihr Schneckenkörper schimmerte hindurch. Ihre wachsamen, länglichen Fühleraugen schienen überall zugleich zu sein. Ihr faustgroßes Schneckenhaus war ihr Rückzugsort, an der Seite waren die leicht grünlichen Drachenflügel angelegt.

Die lichtjahrealte Drachenschnecke lebte versteckt beim Drachenfels in einer Höhle, schon über Jahrhunderte hinweg.

Nur die Eulen und Fledermäuse konnten ihr wahres Wesen sehen.

Im Dorf herrschte Hungersnot. Die Hauptnahrungsquelle, der Fluss, war ausgetrocknet, sodass sie keine Fische mehr fangen konnten.

Und nach einer alten Sage war der Drachenfels schuld, denn von ihm kam das Unheil – er hatte das Quellwasser aus dem Gebirge versiegen lassen.

Mit Fackeln zogen mutige Männer los, um im Inneren der Felshöhle Feuer zu legen. Das Feuer sollte den Fluch besiegen.

Eulen warnten die Drachenschnecke.

Als die Dorfmänner kamen, machte sich die Drachenschnecke für einen kurzen Moment sichtbar.

Die Männer erschraken und blieben wie festgewurzelt stehen.

Eine weiße Hülle umgab die Drachenschnecke:

So, so – ihr wollt Feuer.

Die Männer nahmen dies wahr, ohne dass sie eine Stimme hörten.

Und sie spie eine Feuerwand gezielt vor ihre Füße, sodass diese sofort die Flucht ergriff.

Die gutherzige Drachenschnecke wollte helfen.

Im Dorf wurden die wildesten Erzählungen verbreitet über einen Drachen mit langen Fühleraugen.

Des Nachts erschien die Drachenschnecke. Der weiße Schein um sie herum lockte die Menschen aus den Häusern, doch niemand rührte sich.

Leuchtende Eulenaugen und Fledermausfiepen hielten sie zurück.

Alle schauten gebannt – nichts geschah.

Die Drachenschnecke sandte ihre guten Absichten aus, und jeder konnte sie verstehen.

Alle nickten stumm.

Die Drachenschnecke flog zum Drachenfels hinauf, spie Feuer in eine Felsspalte, um das dort verborgene Quellwasser freizusetzen. Langsam, aber stetig begann es zu fließen, bis es die Kraft eines Flusses erhielt und plätschernd ins ausgetrocknete Flussbett zurückkehrte – und wieder Wasser zu den Menschen ins Dorf brachte.

Von nun an war der Drachenfels ein sagenumwobener Ort – und das Geheimnis der Drachenschnecke blieb.

•••

Inspiriert vom Drachenfels in Deutschland am Rhein bei Königswinter sowie von der Nibelungensage aus dem Siebengebirge um den Helden Siegfried, der einen Drachen besiegte.

Die Sage vom Drachenfels

Man erzählt sich, dass einst auf dem Drachenfels ein furchtbarer Drache lebte.

Er hauste in einer Höhle im Berg und verbreitete Angst und Schrecken in der ganzen Gegend.

Die Menschen wagten sich kaum noch hinaus – denn der Drache sollte Feuer speien und alles vernichten, was sich ihm näherte.

Da zog der junge Held Siegfried aus, um das Ungeheuer zu besiegen.

Nach einem harten Kampf gelang es ihm schließlich, den Drachen zu töten.

Als das Ungeheuer besiegt war, badete Siegfried in dessen Blut – und wurde dadurch fast unverwundbar.

„Fast“, weil ein kleines Blatt auf seinem Rücken liegen blieb – und genau dort blieb er verwundbar.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von lüdel am 28.04.2026:


Angestiftet durch Rika kam mir die Idee, auch über Drachen zu schreiben. Ich überlegte: Wo soll der Drache sein? Da fiel mir das Wort „Drachenfels“ ein.
In Wikipedia lässt sich einiges darüber finden.

Ich muss dazu sagen, dass ich diesen Text geschrieben habe, noch bevor ich die Geschichte vom Helden Siegfried im Internet recherchierte. Erst danach fiel mir ein, dass ich vor Ewigkeiten einmal einen Film sowie die Festspiele im Fernsehen gesehen habe.
Nun wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen.
Eure Lüdel




geschrieben von CaptainX am 28.04.2026:

Hallo Lüdel,
eine Drachenschnecke! Mal was ganz anderes ... 🙂

Gruß
CaptainX




geschrieben von Jo Hannes Coltitz am 28.04.2026:

Hallo @lüdel, ich bin immer wieder erstaunt, was es für Wesen in Deinem Märchenkosmos gibt und welche Geschichten aus Deiner Feder entstehen.
Viele Grüße, Jo




geschrieben von Angricolan am 28.04.2026:

In Königswinter läuten gerade die Alarmglocken nach dem Lesen. Der bekannte Drachenfels wird hier neu aufgelegt, als Lüdelsaga die verfilmungswürdig ist.
Allerdings fließt der Rhein weiter und die Flaschenpost treibt bis in die Nordsee.
Ich ahne die Heldin wird nun....
Beste Grüße aus dem Rheintal





geschrieben von Butterblume am 28.04.2026:

So wie du es schreibst, ist es gut.

Immer wieder ein Genuss.

Sonnige Grüße




geschrieben von lüdel am 28.04.2026:

Hallo, ich habe mich sehr über eure Kommentare gefreut.
Ja, das mit der Drachenschnecke kommt nicht von ungefähr. Meine Tochter und ich beobachteten eine ziemlich große Schnecke – das Schneckenhaus war bestimmt daumengroß – die über den Weg kroch. Als ich sie zur Seite in die Wiese brachte, sahen wir die Fühleraugen.
Dann habe ich das mit der Drachengeschichte kombiniert und so entstand die Drachenschnecke. 🐌🌥️
Danke auch für eure Herzen.Lüdel




geschrieben von Nordlicht am 28.04.2026:

Das ist mal ein kreativ gestaltetes Wesen. Mit Siegfried hatte das für mich nichts zu tun und das zeugt von einer eigenen Idee.




geschrieben von lüdel am 28.04.2026:

Genau so ist es, @Nordlicht. Held Siegfried kam dazwischen – wegen des Drachenfels, der mir im Gedächtnis geblieben war. Beim Recherchieren habe ich dann herausgefunden, woher

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