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16xhab ich gern gelesen
geschrieben 2024 von Andreas Mettler (Metti).
Veröffentlicht: 16.01.2024. Rubrik: Satirisches


Gendern ist nicht genug!

Gendern ist nicht genug!

„Hör mal: Von welcher Ansprache fühlst du dich mehr respektiert? Liebe Zuhörer und liebe Zuhörerinnen. Oder doch besser: Liebe Zuhörer*innen?“
„Das ist mir jetzt völlig egal“, meinte meine Alte, während sie die Kruste am Rand des Backofenbodens auskratzte. „Du könntest mir ruhig mal bei der Hausarbeit helfen.“
„Na, komm schon“, meinte ich. „Ich muss doch meine Rede schreiben. Jedem seine Aufgabe. Außerdem sind deine Hände viel kleiner als meine. Du kommst beim Putzen viel besser in die Ecken.“

SatirepatzerSatirepatzerIch entschied mich für „Liebe Zuhörer*innen“. Mein Tribut an die Frauen. Doch dann überkam es mich wie eine Offenbarung: Gendern ist nicht genug! Meine Sprache ist immer noch voller Ausgrenzungen. Ich muss nicht nur Frauen sichtbar machen, sondern auch alle anderen Randgruppen.

„Luca, du verblödeter Videospielzombie“, brüllte ich meinen Sohn an. „Jetzt nimm endlich die verdammten Kopfhörer ab. Ich habe hier was geschrieben, mit dem ich allen Kindern den Respekt zollen möchte.“
Luca blickte mich mit offenem Mund an, nachdem ich den Stecker seiner Spielkonsole aus der Steckdose gerissen hatte.
„Hör dir das an: Liebe Zuhörer*innen*leinchen. Damit bilde ich in meiner Sprache nicht nur die Frauen ab, sondern auch die Kinder. Na, wie findest du das?“
„Hä?“, meinte mein Sohn immer noch mit einem traurigen Blick auf das schwarze Bild seines Monitors.


Und als Video: Mehr dumme Witze zur Gendersprache

Gendersprache


Das Geschäft des schwarzen Lebensmittelhändlers lag nur 10 Minuten von zu Hause entfernt.
„Hey, Bimbo“, rief ich ihm zu. „Nein, ich will nicht einkaufen. Du weißt doch, dass ich deinen Fraß aus Afrika nicht runterschlucken kann. Aber jetzt spitz mal deine langen Negerohren und sag mir, was du von folgender Begrüßung hältst: Liebe Zuhörer*innen*leinchen*schwarze. Sag bloß, du fühlst du dich jetzt nicht von mir respektiert?“

Die Synagoge lag etwas weiter entfernt. Ich musste gut eine Stunde mit dem Auto fahren.
„Hey, was guckt ihr denn alle so? Ach, das bisschen Dreck von der Straße, das ich an meinen Schuhen habe? Ihr seht auch nicht viel besser aus mit diesem komischen Deckel auf dem Kopf. Aber jetzt mal Butter bei die Fische: Wo ist denn hier euer Muezzin? Irgend so ein Obermacker, der was zu sagen hat? Na egal. Hört mal alle her: Liebe Zuhörer*innen*leinchen*schwarze*Juden. Das ist die neue gender-kinder-hautfarben-religionsgerechte Sprache. Der Anfang meiner großen Rede morgen zum Thema Mehr Respekt!

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Opa Gerhard am 16.01.2024:

Hmmm...
Ich verstehe den Artikel als Satire zum Gendern. Und in dieser Hinsicht finde ich ihn auch recht nett. Aber einige Formulierungen finde ich ZU krass. Die hätte ich lieber vermieden, auch wenn sie nur ironisch gemeint sind.
("Bimbo ... spitz mal deine langen Negerohren"; "Wo ist denn hier euer Muezzin? Irgend so ein Obermacker, " und anderes)




geschrieben von Metti am 16.01.2024:

Es ist eine Geschichte über einen sehr bösen Menschen.




geschrieben von Rockzo am 22.01.2024:
Kommentar gern gelesen.
Abgedreht wie immer. Aber du treibst die Widersinnigkeit der Ideologie auf die Spitze.




geschrieben von Metti am 22.01.2024:

Danke. Meine Idee war: Wenn wir die Geschlechter sprachlich abbilden sollen, warum dann nicht auch das Alter, die Religion oder Hautfarbe?




geschrieben von Gari Helwer am 01.02.2024:
Kommentar gern gelesen.
Wunderbar geschrieben, Metti! Bei den Diskussionen über das (alberne?) Gendern denke ich oft, was nützt das ausgefeilte Geschreibsel und Gerede, wenn im Kopf die alten Vorurteile und diskriminierenden Gedanken bleiben??? Lieber alter Sprachgebrauch und neue Denke und Einstellung im Kopf!!! LG - Das Video ist auch ganz herrlich!!! :-)




geschrieben von Metti am 02.02.2024:

Sehe ich auch so. Lieber fair miteinander umgehen als die Sprache zu vergewaltigen.




geschrieben von Jens Richter am 02.02.2024:
Kommentar gern gelesen.
Wenn sich die Menschen gar nicht erst mit diesem leidigen Unsinn abgeben würden, wäre das Thema längst vom Tisch.
Aber da gibt es sogar Lehrer, die Gendern in der Schule zum Thema machen.
Da fällt mir echt nichts mehr dazu ein.
Was ist aus dem Volk der Dichter und Denker nur geworden?
Viele Grüße von Jens





geschrieben von Metti am 02.02.2024:

Ja, ich schenke dem Thema mit dieser Kurzgeschichte auch schon wieder überflüssige Aufmerksamkeit. Tja...





geschrieben von Hessehex am 24.03.2026:
Kommentar gern gelesen.
Hi Metti, bin beim Stöbern über Deinen tollen Beitrag gefallen, immer noch aktuell.
Hier mein Senf dazu:

Eine Kurzgeschichte in Neudeutsch
(zuvor ein Überblick über die eingedeutschen Bezeichnungen zum besseren Verständnis)

Farbiger : Schwarz-Weiß-Braun-Rot-Gelber
Flüchtling :von-zuhause-Verjagter
Frau : nicht-mehr-von-Männern-Abhängige
Moslem : Allah-Verehrender
Sklave : gegen-seinen-Willen-zur-Arbeit-Gezwungener
Stütze: amtlich-deutsche-prekäre-Situationslinderung
Zigeuner: meist-Nicht-Sesshafter

Zwei nicht-mehr-von-Männern-Abhängige unterhalten sich:
Nicht-mehr-von-Männern-Abhängige Meier und nicht-mehr-von-Männern-Abhängige Schulze. Nicht-mehr-von-Männern-Abhängige Meier sieht sehr mitgenommen aus. Auf die Frage von nicht-mehr-von-Männern-Abhängiger Schulze erklärt nicht-mehr-von-Männern-Abhängige Meier, dass sie mit Hausarbeit und Kindererziehung total überfordert ist.
Nicht-mehr-von-Männern-Abhängige Schulze weiß folgenden Rat:
Machen Sie es wie ich, in meinem Haushalt lebt jetzt ein Von-zuhause-Verjagter. Der Arme wurde durch die Von-zuhause-Verjagten-Lager geschleust wie ein Meist-Nicht-Sesshafter, mußte schuften wie ein Gegen-seinen-Willen-zur-Arbeit-Gezwungener und auch noch diskriminiert, weil er Schwarz-Weiss-Braun-Rot-Gelber und dazu noch Allah-Verehrender ist. Aber mit seiner Hilfe und der amtlich-deutschen-prekären-Situationslinderung komme ich prima zurecht.
Nicht-mehr-von-Männern-Abhängige Meier bedankt sich überschwänglich („mega, geil!“) und macht sich auf den Weg, um nicht-mehr-von-Männern-Abhängiger Schulzes Rat umgehend zu befolgen.








geschrieben von Metti am 24.03.2026:

Damit Sprache endlich verständlich wird! 👍




geschrieben von Angricolan am 25.03.2026:
Kommentar gern gelesen.
Immer druff auf die grüne Mutti-Sprache der geistigen Verdrehung. Es treibt nah Eine es besonders seit es Mode wurde und so habe ich damals eine Wählergemeinschaft verlassen um dem auszuweichen da es Mail-Mitteilungen gab im Gendermodus. Gewisse politische Populistinnen treiben damit die normale Ausdrucksweise vor sich her, um zu provozieren. Was fehlt dem Medienvolk noch an unsinnigem Textverhalten um aufzufallen?
Satirische Klartext-Grüße




geschrieben von Metti am 25.03.2026:

Jenseits aller Satire. Ich halte die Gendersprache für ausgrenzend und sexistisch. Ich folge dabei weitgehend der Argumentation von Nele Pollatschek.





geschrieben von Hessehex am 25.03.2026:
Kommentar gern gelesen.
Ich frage mich oft, wer sich solchen Quatsch wie das Gendern etc. eigentlich ausdenkt - haben die nichts Besseres zu tun? Und wer finanziert eigentlich diese Sprachpolizei? Mit Gendern sind wir noch lange nicht gleichberechtigt ! Da wäre Dringenderes, das ist doch nur Augenwischerei.




geschrieben von Metti am 25.03.2026:

Ich unterschreibe jedes Wort von Dir, Hessenhex!




geschrieben von HanaLores am 26.03.2026:


Ich frag mich, warum dieses Thema oft so kontrovers diskutiert wird. Unsere Sprache hat sich über Jahrhunderte in patriarchalen Strukturen entwickelt. Das Gendern empfinde ich als Ausdruck des Bewusstseins dafür und als Teil des natürlichen Wandels, dem Sprache immer unterliegt. Wer nicht will, muss ja nicht. Wer sich deswegen irgendwie belästigt, unter Druck gesetzt oder gar provoziert fühlt, könnte die Gründe dafür gerne bei sich selbst suchen. "Die Sprache" gibt es nicht!
Diverse Grüße^^
Hana




geschrieben von Jo Hannes Coltitz am 26.03.2026:
Kommentar gern gelesen.
Hallo @HanaLores, gendern ist eine Vergewaltigung unserer Sprache.
Was folgt dann wohl als Nächstes?
Symbol- und Zeichensprache.
Viele Grüße, Jo





geschrieben von HanaLores am 26.03.2026:


Hallo Jo, was folgt ist dir überlassen, mein kleines unbedeutendes ich vermag das nicht vorauszusagen wobei mir etwas mehr nonverbale Kommunikation durchaus gefallen würde. Sicher ist nur, dass sich die Sprache weiterentwickelt...:)




geschrieben von Metti am 26.03.2026:

Wenn es denn eine Weiterentwicklung wäre und keine Rückentwicklung. Neusprech aus George Orwells Roman 1984 wurde den Menschen auch als Weiterentwicklung verkauft.

Nimm den Menschen ihre Worte und du nimmst ihnen das Denken.




geschrieben von Hessehex am 26.03.2026:
Kommentar gern gelesen.
Um mit Deinen Worten zu reden, lieber Metti:
Ich unterschreibe jedes Deiner Worte.
Nicht zu vergessen die zunehmende Anglisierung unserer Sprache. LG Anne




geschrieben von Metti am 26.03.2026:

Ich habe eine Kollegin, die hängt *innen an englischsprachige Wörter. Da wird es richtig spannend. 😁




geschrieben von HanaLores am 26.03.2026:


Hmm, es soll sogar Menschen geben, die sich zu Lebzeiten sprachlich weiterentwickeln. Niemand sollte anderen vorschreiben wie sie zu sprechen haben. Wer gendern will, soll es tun. Entschuldige bitte Metti, aber da jetzt mit Orwell zu kommen... naja. Egal welche Sprache, sie kann immer unterschiedlich verstanden werden.
Sorry, wenn ich was Falsches gesagt habe :)




geschrieben von Metti am 27.03.2026:

@HannaLores: Gendersprache ist ein kontroverses Thema. "Falsch" und "richtig" sind da nicht die Antwort. Gerne können wir das unterschiedlich sehen.

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