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geschrieben von JU (Q.A. Juyub).
Veröffentlicht: 29.01.2021. Rubrik: Unsortiert


Geheimakte Dschughaschwili – ein Leben im Dienste seiner Majestät

Das Werk von Dr. h.c. Wutzenpfaff Brunzinger deckt eines der geheimsten Geheimnisse des Secret Service auf: Josef Stalin war in Wahrheit zeitlebens ein britischer Agent und Intimfreund des Alien-Agenten Adolf Hitler, mit dem er denn auch den deutschen Überfall auf die Sowjetunion und den weiteren Verlauf des Russlandfeldzuges ausbaldowerte. Der international bekannte Konspirationswissenschaftler und Ehrendoktor – in Würdigung einer besonders großzügigen Spende von 50 amerikanischen Dollar an den örtlichen Dekan – der Unversität Kitu im schönen und von der EU gefördertem, afrikanischen Kaiserreich Mahali Pa entdeckte den entscheidenden Beweis in einem der zahlreichen Poesiealben seiner Großmutter, die diese während ihrer Teenagerzeit wohl geführt hatte. So fand der fleißige Forscher den Eintrag eines gewissen ‚Engländer-Josefs‘ in einer nur dem Konspirationswissenschaftler bekannten Abart des Kyrillischen, das unbedarfte Zeitgenossen oft mit Sütterlin verwechseln. Mit geschickt gefälschter Handschrift, wie Dr. Brunzinger durch seine graphologischen Kenntnisse, deren spezielle Einzigartigkeit selbst bei den erfahrensten Urkundenfälschern ungläubiges Erstaunen auslöst, herausfand, unterschrieb dieselbe Person einige Jahre später mit ‚Onkel Joe‘, der gängigen Bezeichnung Josef Stalins in den USA während des 2. Weltkrieges. Als entscheidendes Moment jedoch weist der Autor auf die ihm gegenüber gemachten Aussage seiner Großmutter hin, dass sie selbst Anastasia Romanow und vom wiederauferstandenen Rasputin aus dem Bürgerkriegsrussland zusammen mit Marie-Antoinette in einem Gurkenfass geschmuggelt worden wäre. Das diese und zahlreiche andere Abenteuer der alten Dame erst nach Einlieferung in die Demenzstation eines örtlichen Altenpflegeträgers eingefallen sind, beweist dem Konspirationstheorieexperten unzweifelhaft, dass an seiner Tante in früheren Jahren eine Gehirnwäsche durch finstere Mächte vollzogen wurde; vermutlich durch KGB, CIA, Freimaurer oder den ‚Verein Christlicher Junger Männer‘. Nach weiterer, suggestiver Befragung seiner Verwandten fand der findige Brunziger heraus, dass sie als Teenager nicht nur Besuch von Ivan dem Schrecklichen und dem christlichen Messias erhielt, sondern auch von Josef Stalin, der die letzte Romanow demütig um Rat ersuchte. Nach unsäglichen, logischen Verschlingungen weist der konspirative Doktor darauf hin, dass sich bei den beiden zuerst genannten Personen, offensichtlich um Decknamen handelte. So enttarnt der Autor durch die nur ihm bekannte Methode des ‚Hermetischen Umkehrschlusses‘ den tollen Ivan in der Person J. Edgar Hoovers und Jesus als Winston Churchill. Mit genialem Konstruktivismus extrapoliert der Konspirationswissenschaftler die wahre Natur der blutigen Herrschaft des sowjetischen Diktators. Nicht als mäßig begabter Tyrann, der aufgrund seiner primitiven Art von den Genossen zu deren Schaden unterschätzt wurde und nach der Erringung der Macht durch seinen begrenzten, brutalen Geist den Tod von Millionen zu verantworten hatte, ist Stalin zu sehen, sondern als Meisterspion im Dienste des britischen Secret Service mit dem Auftrag, die Sowjetunion zu vernichten. Wie sonst sollten die desaströse Wirtschaftspolitik, der völlig durchgeknallte Personenkult und die fast vollständige Eliminierung aller bedeutenden Bolschewiken zu erklären sein? So fragt sich der Autor mit äußerster Rhetorik. Die Thesen, dass Josef Wissarionowitsch einfach beabsichtigte, alle umzubringen, die intelligenter waren als er – vermutlich die halbe Sowjetunion – oder in seiner mörderischen Paranoia jeden halbwegs selbstbewussten Genossen als gefährlichen, potentiellen Aufrührer ansah, widerlegt der Autor mit dem Axiom, dass ein derart begabter Geheimagent nicht dermaßen gestört sein konnte; denn: Nicht sein kann, was nicht sein darf! Mit dieser letzten Aussage endet dann auch das konspirative Meisterwerk. Cheerio!

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