Kurzgeschichten-Stories
Autor
Schreib, wie du willst!
Startseite - Registrieren - Login - Kontakt - Impressum
Menu anzeigenMenu anzeigen
5xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Catarina (Catarina).
Veröffentlicht: 01.07.2026. Rubrik: Fantastisches


Die Liebe und der Wahnsinn

Eigenschaften und Gefühle saßen im Sonnenschein,
da fiel es prompt dem Wahnsinn ein:
„wir könnten mit so vielen,
vielleicht ein neues Spiel mal spielen.
Es braucht dafür auch keinen Mut,
wir verstecken uns – das wird gut!“

Die Neugier platzte fast aus der Haut,
die Intrige tuschelte, viel zu laut.
Die Euphorie begann sofort zu glühen,
Begeisterung ließ die Funken sprühen.
Nur Zweifel zögerte - wie immer –
der Typ, der ändert sich halt nimmer.

Sieh da, selbst die Gleichgültigkeit
war ausnahmsweise mal bereit.
Die Wahrheit, sie schien gar nicht froh:
„man findet mich doch sowieso“.
Die Feigheit flüsterte gemein:
"da könnte etwas schiefgehn! Nein!“

Die Faulheit legte sich zu einem Stein,
dem Glauben fiel nur der Himmel ein.
Der Neid legte sich in Triumphes Glanz,
erblasste ein wenig, aber nicht ganz.
Die Schönheit im See, die Angst im Loch,
in das sie mit zittrigen Knien kroch.
Der Egoismus machte sichs bequem,
schickte andere fort, sein "Ich" extrem.

Nur Liebe fand kein sichres Nest,
in der es sich verstecken lässt.
Bis sie den Rosenstrauch dann sah
ein Blütenbett – so zart und nah.

Der Wahnsinn zählte dabei ganz heiter,
„Eins, zwei, drei…“ und immer weiter.
Dann war auch schon die „Hundert“ dran
und die Sucherei begann.

Die Faulheit fand er hinterm Stein,
den Glauben hörte er im Himmel schrein.
Die Schönheit glänzte im klaren See,
der Zweifel saß – wie eh und je –
auf einem Zaun und schwankte leise,
nach links, nach rechts – auf sein Weise.
Die Angst fand er im dunklen Loch,
die Hoffnung im Gras, wo die Halme hoch.
Die Lüge kroch hinter einem Baum hervor,
die Vergesslichkeit summte mit Bienen im Chor.

Nur Liebe – wirklich sonderbar –
sie war weg, war nicht mehr da.
Auf jedem Berg, in jedem Bach,
in jedem Winkel, auf jedem Dach
hatte der Wahnsinn sie gesucht
und lauthals über sein eignes Spiel geflucht.
Schon wollte er verzweifelt gehen,
da konnte man dem Verrat ansehn,
wie er zum Rosenbusch hinzeigte
und sich zum Ohr des Wahnsinns neigte.

Der stocherte in den Rosen rum,
ein lauter Schrei – oh je, wie dumm.
Er hatte bei der Suche und allem Hoffen,
tatsächlich die Augen der Liebe getroffen.
Jetzt entdeckte der Wahnsinn die Liebe geschwind-
zu spät, die Liebe war für immer blind.
Der Wahnsinn weinte, war voller Trauer,
gelobte Treue der Liebe – und zwar auf Dauer:
„Ich bleib bei dir für alle Zeit,
verlass dich nie – in Ewigkeit.“

Und seit Gefühle ihr Versteckspiel trieben,
ist die Liebe blind – und der Wahnsinn an ihrer Seite geblieben.

counter5xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

Einen Kommentar schreiben

Mehr von Catarina (Catarina):

Was ist schon gerecht?
Naiv
Fantasie
Die Geburt einer Geschichte
Pubertät