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1xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Wolfgang Luley (Wolfgang Luley).
Veröffentlicht: 10.08.2026. Rubrik: Nachdenkliches

Diese Geschichte wurde vom Autor als ganz oder überwiegend mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt gekennzeichnet.


17 Jahr – blondes Haar

Als ich Leyla das erste Mal sah, spielte sie im Hof unseres Wohnblocks. Ihr Vater rief ihr vom Fenster runter, sie solle heraufkommen, Zeit für die Moschee. Da war sie dick und trug schwarzes Haar.

Das nächste Mal sah ich sie auf der Straße, mit Schleier. Sie trottete hinter ihrem Vater.
„Was guckst du meine Tochter an?“, sagte er und hob seine Fäuste in meine Richtung.
Ich sagte nur: „Redest du mit mir?“
Er lief rot an und eilte weiter. Leyla folgte ihm. Ich sah, wie sie mich dabei kurz anlächelte.

Dann sah ich sie im Supermarkt, ohne Schleier. Sie trug Jeans und kurze Haare. Aber als wir uns in der Warteschlange an der Kasse trafen, grüßte sie nicht. Sie sah nur zu Boden.

Von Nachbarn hörte ich, ihre Mutter erzähle überall herum, was für ein „Hurenbock“ ihr Mann sei, wie er sie und ihre Tochter geschlagen und sie ihn vor die Tür gesetzt habe. Er sei nachts mit seinen Brüdern gekommen. Blaulicht war da, Blut floß, und einige Brüder und Polizisten mußten ins Krankenhaus.

Dann sah ich Leyla, wie sie an der Bushaltestelle stand und rauchte. Sie hatte ihren Kopf völlig kahl geschoren. Danach sah ich sie auf der Straße. Mich wunderte die Uhrzeit: Ihre Schulfreundinnen waren in der Schule, sie nicht.

Als ich sie am Supermarkt sah, wurde sie eben von der Polizei abgeführt. Ein Kassierer, mit dem ich vertraut war, sagte, sie habe Parfum gestohlen. Ich sagte nichts. Mir fiel nur ein, wie ich sie damals im Hof gesehen hatte. Ich schüttelte ungläubig den Kopf. Was nur sollte aus dem jungen Ding werden? Sie mochte vielleicht 16 Jahre alt sein.

Darauf bekam ich schneller eine Antwort, als mir lieb war. Das nächste Mal sah ich sie mit Freunden. Die trugen goldene Halsketten und fuhren BMW. Einer faßte sie vorne an und einer hinten. Sie lachte dabei nur und sagte: „Wenn uns jemand sieht!“
Ich ging zu ihr und fragte: „Brauchst du Hilfe?“
Die Jungen verzogen ihre Gesichter.
„Was guckt ihr?“, fragte ich.
Einer sagte: „Wir gucken wie BMW – und du?“
Alle lachten. Auch Leyla.
Ich ging weiter. Ich ließ sie hinter mir.

Danach sah ich die Clique noch einige Male auf der Straße, wenn ich auf dem Weg zum Supermarkt war. Ich beachtete sie nicht. Ich baute meine Plattensammlung weiter aus. Vor allem Schlager.

Das letzte Mal sah ich Leyla zufällig in der Schlange an der Kasse. Ich hatte sie nicht gleich erkannt. Sie trug blondes, schulterlanges Haar, ein Kleid, das ihre vordere, obere Seite betonte, und sie trug Schminke. Nicht übertrieben, eher betont.
Ich sagte nichts.
Sie grüßte mich leise und sagte: „Danke, wegen den Jungs.“
Ich nickte.

Dann hörte ich zum letzten Mal überhaupt von ihr: Nachbarn sagten, Leyla sei nachts mit ihren Freunden unterwegs gewesen. Einer mit einem SUV habe sie auf dem Dach surfen lassen. Beide würden heute beerdigt.
Ich mußte an Leyla im Hof denken, dann daran, wie sie alle über mich gelacht hatten, und dann daran, wie sie an der Kasse vor mir gestanden hatte, mit den blonden Haaren.

Zur Beerdigung bin ich nicht gegangen, auch wenn sie öffentlich war. Statt dessen hörte ich Udo Jürgens (17 Jahr – blondes Haar).

Geweint habe ich nicht. Aber viel getrunken und geschrieben. Mehr ist nicht zu sagen.

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