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1xhab ich gern gelesen
geschrieben von ORF.
Veröffentlicht: 22.08.2026. Rubrik: Satirisches


Prägung

Wie ja sicherlich von mir schon mehrfach schriftlich erwähnt, wollte ich drei Jahre zur Armee gehen um im Nachgang Kunst zu studieren. Es hat nicht sollen sein.
Aber egal, man fand mich für würdig bei der Luftwaffe meinen Ehrendienst als Flugzeugmechaniker zu verrichten.
Nach einem halben Jahr Uffz. Schule in Kamenz, schickte man andere und mich auf die Insel Usedom.
Die Unterbringung (Baracken, die schon seit etwa zwanzig Jahren abgeschrieben waren) in Karlshagen mit späterer Arbeitsstelle in Peenemünde auf dem Militär-Flugplatz.
Vermutlich war der LKW, mit dem wir gebracht wurden zu schnell oder aber hatte einen starken Rückenwind, wir waren zu zeitig und mussten vor der personellen Aufteilung auf die verschiedenen Staffeln und eine erneute Einkleidung, noch mehrere Stunden im Kino des Armeeobjektes Karlshagen zubringen, mit dem Befehl, sich bis zur Aufforderung NICHT von der Örtlichkeit zu entfernen. Und so kam es, dass alle Wartenden den „wunderschönen“ DEFA-Musikfilm „ Heißer Sommer“ drei oder viermal über sich ergehen lassen mussten, weil die vermutlich keine anderen Filme da hatten. Und wir hatten nicht das Fitzelchen einer Chance auszubüxen, denn da war eine Kontrollperson (ein Feldwebel glaube ich) an der Eingangstür postiert.
Seitdem ich diesen Film mit Chris Doerk und Frank Schöbel mehrfach über mich ergehen lassen musste ist mein Verhalten zu Schlagern und diversen Interpreten solcher, mehr als ambivalent. Seit diesem kulturellen Hochgenuss mag ich nur noch Blues, Jazz und die meiste Klassik aber keine seichte Wiedergabe deutscher und auch internationaler Schlagertexte.
(O.R.F.)

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