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1xhab ich gern gelesen
geschrieben von ORF.
Veröffentlicht: 19.08.2026. Rubrik: Satirisches


Das Corpus delicti

oder auch das leidende Körperteil!

SatirepatzerSatirepatzerIch schreibe gerne mal auch über meine Körperteilen. In diesem Fall und das ist noch kein Strafbestand, ist es mein kleiner Zeh rechts und ja, toll sieht der ganz und gar nicht aus.
Es soll ja Menschen*Innen geben die gerne mal gerne mal Abbilder von nackten Teilen betrachten! Aber hier kann ich damit nicht dienen weil die Bildfunktion nicht zur Verfügung steht (sicher aus gurem Grund).
Den, eher auf das Visuelle stehenden, sei jedenfalls mitgeteilt, der sieht nicht gut aus, der Kleine, weil er schlicht gebrochen ist. Ich hatte noch nicht erwähnt, dass ich zu Beginn des vergangenen Urlaubs (auf Rügen) frohen Mutes und bar jeder Fußbekleidung also ohne Socken oder Schuhen, noch nicht einmal die angesagtesten Sandalen, durch den Sand furchte und da trafen wir, also der Zeh und der ganze Rest, auf einen unerbittlichen Widerstand, der im Nachgang wie abgelutschter Granit aussah, welches die Eiszeit (meine Vermutung) an eben diesen Strand der Insel Rügen geschleppt hatte. Und ja, der Klügere gab nach und das war in diesem Fall mein kleiner Zeh. Es war ein großes Aua, da am Strand und seitdem muss ich aufpassen, speziell bei den Gängen mit Hund wie ich auftrete damit ich dieses Gliedmaß nicht übermäßig belaste.
Egal, gestern hatte ich einen Termin bei meiner Hausärztin. Aus rein fachlichen Gründen sei versichert und diese wiegte bedeutungsvoll das Haupt, nach dem sie meinen kleinen Zeh lange beglotzt hatte. Zum Glück faste sie ihn nicht an, sonst hätte ich vermutlich (übrigens das erste Mal in meinem Leben) eine Frau geschlagen.
„Man sieht, dass er irgendwie eine Macke hat, so geschwollen und leicht verfärbt wie anzusehen ist, aber wir können beim kleinen Zeh nichts machen, weder einschienen, geschweige denn eingipsen. Also schreibe ich ihnen (wird ja jetzt gleich auf elektronischen Weg auf die Karte der Krankenkasse geschoben) prophylaktisch ein paar Schmerzmittel auf und in vier, fünf Wochen ist der ganze Spuk vorbei“. Damit meinte sie natürlich nicht das Ende der Welt, sondern dass danach der Zeh vermutlich nicht mehr schmerzte. Dann durfte ich abhumpeln.
Seitdem wächst in mir der Gedanke an den Seitenschneider, den ich in meinen glorreichen Zeiten als Elektriker nutzte, um auch das störrischste Teil zu durchtrennen. Ein Schnipp, und die ganze Malaise wäre vorbei. Sind ja eh nur noch rudimentäre Körperteile der Evolution, diese kleinen Zehen und eigentlich nicht mehr vonnöten um sich durch die Kante zu bewegen.
(O.R.F.)

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