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1xhab ich gern gelesen
geschrieben von ORF.
Veröffentlicht: 29.08.2026. Rubrik: Satirisches


Aneinander vorbei

Da denkt man in einem freien Land zu leben in dem unter anderem Glaubens- und sonstige Freiheiten herrschen und dann gleich so ein Tobak..
Ich kam nach dem Gassi Gang zurück, den Hund hatte ich natürlich dabei. Das wäre ja noch schöner, wenn ich unseren besten Freund da draußen allein zurücklassen würde, den möglichen Fährnissen einer, immer unberechenbarer werdenden Natur überlassen, den erbarmungslosen Zugriff des Klimawandels ausgesetzt. Nö, niemals, höchstens über meine...aber bringen wir da lieber niemand auf dumme Ideen.
Also, gerade als ich mich nach dem morgendlichen Hundegang an den Frühstückstisch setzte, sagte meine Frau zu mir: „Sie haben eine gefangen, in der Rhön, eine Gottesanbeterin“.
Ich meine ich bin zwar Atheist, aber da bekam selbst ich einen dicken Hals. „Mein Gott, warum denn gefangen diese arme Frau. Sie hat zu dem Gott gebetet na und. Das ist doch wohl nicht verboten bei uns. Und wieso diese gläubige christliche Frau, die war noch nicht einmal eine Muslima. Wobei ich der Meinung bin, dass auch diese ihrer Religion anhängen und sie ausüben kann, so oft wie sie möchte. Was anderes wäre eine Satanistin, die womöglich auch noch kleine Kinder schlachten würde, bei ihrem schändlichen Ritual. Dann sagtest du auch noch gefangen. Ich dachte immer wir hätten Gedanken und Religionsfreiheit, hier im vereinigten Deutschland, fast vierzig Jahre nach der Wende“.
Ich sagte noch viel mehr zu diesem Thema aber das möchte ich lieber nicht hinschreiben denn es ist hart an der Grenze, wenn nicht gar darunter.
Die Gattin jedenfalls musterte mich mit sehr seltsamen Blicken. „Eine Gottesanbeterin ist ein Insekt, du Backpfeifengesicht und mit dem Voranschreiten des Klimawandels werden immer mehr von den Viechtern bei uns einwandern und nicht zuletzt ein Blutbad unter den heimischen Insekten anrichten. Und damit sind nicht nur unsere Heuhüpfer oder die Bienen gemeint, wenn du verstehst, was ich meine“
Klar hatte ich sie verstanden und der Tag war fast gerettet, vorerst jedenfalls.
(O.R.F.)

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