Veröffentlicht: 31.08.2026. Rubrik: Satirisches
Alles für die Katz!
Wir gingen am Morgen an Feldrändern so vor uns hin, Vierpfote und ich, das momentane Alphatier vor Ort. Und da, außerhalb jeglicher Hundefäkalienbeseitigungszone, also fernab von jeglicher, durch Menschen bewohnten Örtlichkeit, sahen wir ihn stehen, den Wiesenchampignon! Vielleicht kein Prachtexemplar seiner Sorte, aber nicht zu übersehen.
Was mir auffiel, er stand ganz allein da. Vielleicht hatte er Pilzgeruch oder aber sein Stiel entsprach nicht der, von Europa abgesegneten Form, jedenfalls war weit und breit kein anderer Vertreter dieser eukaryotischen Lebewesen (Wikipedia) zu sehen. Ganz offensichtlich Ausgrenzung, Mobbing sozusagen was da von Pilzkollegen mit ihm betrieben wurde. Zuerst sah ich mich verstohlen um. Keine Zeugen in der Nähe und so pflückte ich dieses Einzelexemplar mit Stumpf, Stiel und natürlich auch Kappe, für den späteren menschlichen Verzehr. Das erledigte ich selbstverständlich mit Stil, versteht sich. Um später nicht aufzufallen, tat ich Pilz in einen Hundekackbeutel und transportierte ihn nachhause. Nicht einmal militante Vertreter der Bewegung „Unser Ort ist frei von Hundehaufen “ (UOfvHH) hatten irgendwelche Einwände oder attackierten mich, weil sie eben annahmen ich würde die Stoffwechselendprodukte unseres Hundes, ordnungsgemäß und natürlich in die eigene Tonne entsorgen
Jetzt kommt das Niederschmetterndste was mir seit langer Zeit passierte. In der Hundedungtüte muss wohl eine Art Keimstop gewesen sein und Pilz hatte dessen Geruch angenommen, wurde also weggeworfen, weil der weibliche Haushaltsvorstand befand, dass der Champi zwar sehr schön war aber eben auch widerlich gestunken hat. Die ganze aufregende Morgenarbeit war wieder mal umsonst.
(O.R.F.)





