Veröffentlicht: 09.10.2026. Rubrik: Unsortiert
Popey der Birma Kater (Erste Jahre)
Popey der Birma Kater (Erste Jahre)
Es war eine stürmische Nacht, als der kleine Popeye das Licht der Welt erblickte – nicht in einem gemütlichen Körbchen, sondern in der hölzernen Kombüse der MS Makrele.
Mit seinem schneeweißen Fell, den tiefblauen Augen und den dunkelbraunen Abzeichen an Ohren und Pfoten war er unverkennbar ein Birma-Kater. Doch anstelle von blaublütiger Eleganz hatte dieser winzige Welpe schon jetzt den unbändigen Geist eines echten Seebären.
Als der Morgen graute und der Sturm sich legte, krabbelte der kleine Popeye zum ersten Mal an Deck. Die Schiffsplanken waren noch nass vom Salzwasser. Tapfer setzte er eine kleine, dunkle Pfote vor die andere, während der Wind ihm durch die dichten Haare wehte.
Mitten auf dem Hauptdeck stieß er mit der Nase gegen einen seltsamen, kalten Gegenstand. Es war eine Dose Spinat, die dem Schiffskoch beim nächtlichen Unwetter aus dem Proviantlager gerollt sein musste. Popeye setzte sich davor, legte den Kopf schief und betrachtete das grüne Etikett. Seine strahlend blauen Augen fixierten das Gemüse. Er hob eine kleine Tatze und stupste die Dose neugierig an. Sie rollte ein Stück weiter, und mit einem leisen Miau beschloss der kleine Birma-Kater genau in diesem Moment, dass dies der Beginn seines großen Abenteuers sein würde.
Plötzlich hielt Popeye inne, als ein vertrauter, sanfter Geruch seine kleine Nase streifte. Seine Mutter, die wunderschöne Birmakatze Kleopatra, trat aus dem Schatten der Kajüte. Sie war keine gewöhnliche Schiffskatze. Als treue Gefährtin der echten, historischen Herrscherin Kleopatra besaß sie das magische Geheimnis der Zeitreise. Sie hatte Jahrhunderte durchwandert, von den sandigen Palästen des alten Ägyptens bis hinauf auf die Planken der MS Makrele, um ihren Sohn in Sicherheit aufwachsen zu sehen.
Sanft stupste sie Popeye an und blickte ihn aus ihren weisen, saphirblauen Augen an. Sie wusste genau, weshalb der kleine Kater diesen unbändigen Entdeckergeist in sich trug. Es lag ihm im Blut! Denn sein Vater war kein Geringerer als der berühmte Birmakater aus der Downing Street Nummer 10 in London. Dort, im politischen Herzen Englands, regelte sein Papa sonst die Staatsangelegenheiten der Mächtigen und jagte mit aristokratischer Gelassenheit die nobelsten Mäuse der Stadt.
Von der Mutter die Magie der Zeiten, vom Vater der britische Mut und die Entschlossenheit – Popeye war für Großes bestimmt. Kleopatra schnurrte leise, packte die Spinatdose mit ihren geschickten Pfoten und rollte sie mit einem kräftigen Stoß gegen eine rostige Schiffsschraube. Klong! Das morsche Metall des Deckels gab nach und sprang ein Stück auf. Der Duft von frischem, grünem Spinat stieg dem kleinen Kater in die Nase.
Popeye zögerte nicht. Er tunkte eine seiner weißen Pfoten in die Dose, schleckte den ersten Klumpen Spinat ab und spürte sofort ein wildes Kribbeln. Seine winzigen Muskeln unter dem Matrosenanzug spannten sich an, und die kleine Pfeife in seinem Maul stieß eine perfekte, winzige Rauchwolke in Form eines Ankers aus. Er war bereit für die Welt.
Pierre Leschek 9.10.2026





