Veröffentlicht: 11.10.2026. Rubrik: Unsortiert
Popey der Birmakater und der Landurlaub (Teil 2 Krakengalaxiie)
Popey und der Landurlaub (Teil 2 Krakengalaxiie)
Popey, der schneeweiße Birmakater mit den tiefblauen Augen und den charakteristischen dunklen Point-Abzeichen an Ohren und Pfoten, saß auf der Hafenmauer von Entenhausen und kaute schlecht gelaunt auf einem Grashalm. Eigentlich war er ein Kater der Meere, doch aktuell war er zu einem unplanmäßigen Landurlaub verdammt.
Direkt neben ihm im Dock lag die MS Makrele – Popeys geliebtes Schiff. Doch von der einstigen maritimen Gemütlichkeit war nicht mehr viel übrig. Überall sprühten Funken, Kabel ragten wie technisches Lametta aus dem Rumpf, und das dumpfe Hämmern eines Mannes, der vollkommen in seiner Arbeit versank, hallte über das Wasser.
Daniel Düsentrieb, Entenhausens genialster Erfinder, steckte kopfüber in der Luke des Schiffes. Das Helferlein, die kleine Glühlampen-Figur, reichte ihm eifrig Schraubenschlüssel und Lötkolben an.
„Ah, Popey!“, rief Düsentrieb und tauchte mit rußverschmiertem Gesicht auf. „Hervorragende Nachrichten! Die Transformation ist fast abgeschlossen. Die MS Makrele wird das erste intergalaktische Sternenschiff der Entenhausener Flotte!“
Popey miaute zustimmend, strich sich mit einer weißen Pfote über die Schnurrhaare und blickte gen Himmel. Er hatte ein großes Ziel: Er musste dringend in die Krakengalaxie. Dort warteten die einheimischen Weltraum-Kraken auf ein Handelsabkommen. Sie boten feinsten interstellaren Katzenminze-Tee im Tausch gegen irdische Spezialitäten. Doch um dorthin zu gelangen, brauchte es ein ganz besonderes Gefährt.
„Wie du es dir gewünscht hast, vollkommen umweltfreundlich und CO₂-neutral!“, erklärte Düsentrieb stolz und klopfte auf ein riesiges, grün schimmerndes Aggregat im Herzen des Schiffes. „Ich habe einen nachhaltigen Segel- und Spinatessenz-Antrieb eingebaut!“
Düsentrieb zeigte auf die Masten. Statt normaler Segel waren dort hochentwickelte, hauchdünne Solarsegel angebracht, die den sanften Druck der Sonnenwinde einfangen konnten. Doch der wahre Clou war der Motor: Er lief mit hochkonzentrierter Spinatessenz.
„Der Spinat“, dozierte der Erfinder, während das Helferlein fleißig nickte, „erzeugt durch seine extrem hohe Dichte an pflanzlichem Eisen und Nährstoffen in Verbindung mit meinem patentierten Düsentrieb-Katalysator eine gigantische, grüne Fusionsenergie! Ein einziger Teelöffel reicht für zehn Lichtjahre!“
Papierkram und Vorbereitungen zogen sich hin, und so verbrachte Popey die nächsten Tage mit seinem Landurlaub. Er schlenderte durch die Straßen von Entenhausen, trank bei Daisy Duck im Garten eine Schale laktosefreie Milch und musste sich im Stadtpark mehrmals gegen die nervigen Neffen von Donald Duck wehren, die ihn ständig mit einer Laserfeuerwehr jagen wollten. Popey bewahrte die Ruhe eines echten Kapitäns, auch wenn ihm die ständige Erdanziehung und das Fehlen von Wellengang langsam auf das Gemüt schlugen. Er war eben ein Kater der Praxis, kein Landei.
Am Freitagabend war es endlich so weit. Die MS Makrele schwebte – dank einer Antigravitations-Spule von Düsentrieb – sanft zwei Meter über dem Hafenbecken. Die Solarsegel schimmerten im Mondlicht, und aus dem Auspuff stieg ein dezenter, nach frischem Gemüse riechender Dampf auf.
Popey sprang mit einem eleganten Satz an Bord und übernahm das Steuer. Er trug seine kleine Kapitänsmütze stolz zwischen den Birmakatzen-Ohren. Daniel Düsentrieb stand am Pier und winkte mit einem Taschentuch.
„Gute Reise, Popey! Bring uns die intergalaktischen Handelsbeziehungen! Und vergiss nicht: Wenn der Schub nachlässt, einfach mehr Spinat in den Tank schütten!“
Popey miaute ein kräftiges Abschieds-„Miau!“, legte den Hebel um und aktivierte den Spinat-Antrieb. Mit einem satten Wusch und einem hellgrünen Schweif schoss die MS Makrele steil nach oben, durchbrach die Atmosphäre von Entenhausen und hielt direkt Kurs auf die geheimnisvolle Krakengalaxie. Der Landurlaub war vorbei – das Abenteuer im Weltraum hatte begonnen.





