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geschrieben von Pierre 64.
Veröffentlicht: 18.10.2026. Rubrik: Unsortiert


Popey der Birmakater Zeitreisen 4

Popey der Birmakater Zeitreisen 4

Es war ein bitterkalter, stürmischer Tag am unbarmherzigen Ende der Welt. Weit jenseits des Polarkreises, gefangen im ewigen, dicken Packeis des Nordpols, lag die Triumph. Das stolze Expeditionsschiff war manövrierunfähig eingekeilt, und die Situation für die Mannschaft war dramatisch: Eine hungrige Gruppe riesiger, majestätischer Eisbären hatte das Schiff umstellt. Die Matrosen saßen in der Falle. Rettung schien in weiter Ferne – zumindest bis zu diesem Augenblick.

Denn plötzlich erzitterte die Luft, und ein gleißendes, goldenes Licht schnitt durch den arktischen Schneesturm. Mit einem gewaltigen Wusch und dem vertrauten Summen des Zeitantriebs materialisierte sich die MS Makrele mitten im Eis, direkt neben dem Havaristen.

An Bord war kein Geringerer als Käpt’n Popey, unser treuer Birmakater. Trotz der eisigen Temperaturen stand er aufrecht und stolz auf der Brücke. Seine schneeweiße Käptnsuniform war frisch gebügelt, die goldenen Epauletten glänzten im fahlen Polarlicht, und seine Kapitänsmütze saß wie immer perfekt zwischen den plüschigen Ohren. In einer Pfote hielt er seine treue Seemannspfeife, aus der gemütlicher Rauch kräuselte. Als er die Notlage der Triumph per Funk im fernen Panama empfangen hatte, zögerte er keine Sekunde: Er hatte den hypermodernen Zeitantrieb der MS Makrele aktiviert, um Raum und Zeit zu krümmen und sofort am Nordpol aufzutauchen.

Die Belagerung im ewigen Eis

Die Mannschaft der Triumph traute ihren Augen kaum, als sie das weiße Schiff und seinen pelzigen Kommandanten erblickten. Doch die Erleichterung währte nur kurz, denn das dumpfe Grollen der Eisbären hallte wider. Die riesigen Tiere kamen immer näher an die Schiffswand der Triumph heran. Gewaltanwendung kam für den friedlichen Birmakater jedoch niemals infrage. Popey war ein Kater der Diplomatie – und er hatte eine Geheimwaffe im Schiffsbauch gelagert.

„Ruhe bewahren, Männer! Ick hab da wat vorbereitet!“, schien sein tiefer, beruhigender Bariton-Katergesang zu bedeuten, als er der Mannschaft der Triumph gelassen zusah.

Popey gab seiner Crew ein Zeichen. Aus der schiffseigenen Kombüse der MS Makrele wurde eine riesige, dampfende Kiste an Deck getragen. Der köstliche, warme Duft, der der Kiste entströmte, verbreitete sich sofort im eisigen Wind und ließ die Eisbären mitten in der Bewegung innehalten. Ihre mächtigen schwarzen Nasen schnupperten neugierig in der Luft.

Die Bestechung mit Spinattörtchen

Was war das Geheimnis? Popey hatte die legendären, frisch gebackenen Spinattörtchen seiner Großmutter mitgebracht! Außen hatten sie einen goldbraunen, knusprigen Teig, und innen waren sie mit einer cremigen, herzhaften und unglaublich nahrhaften Spinat-Käse-Mischung gefüllt, die sofort Kraft und Wärme spendete.

Mit eleganter Katzen-Präzision balancierte Popey auf der Reling und warf das erste Törtchen zielsicher dem größten der Eisbären – dem mächtigen Anführer der Gruppe – direkt vor die Tatzen. Der Bär schnupperte skeptisch, leckte vorsichtig an der Kruste und verschlang das Spinattörtchen schließlich mit einem einzigen Bissen.

Was dann geschah, glich einem kleinen Weihnachtswunder am Nordpol. Die Augen des riesigen Raubtiers weiteten sich vor Begeisterung. Die Wärme des Spinats durchströmte seinen Körper, und der herbe, frische Geschmack war eine willkommene Abwechslung zur ewigen Diät aus Fisch und Tran. Der Anführer stieß ein zufriedenes, lautes Brummen aus und setzte sich friedlich in den Schnee. Das war das Signal für die anderen Bären.

Popey und seine Crew begannen nun, die Spinattörtchen großzügig im Kreis zu verteilen. Es war ein herrlicher Anblick: Der Birmakater im feinen Käptnsanzug stand rauchend an der Reling, während eine Schar wilder Nordpol-Eisbären wie zahme Kätzchen im Schnee saß und glücklich schmatzend die grünen Delikatessen verspeiste. Mit dieser kulinarischen Meisterleistung hatte Popey die Eisbären erfolgreich bestochen und die Mannschaft damit freibekommen.

Rettung in sprichwörtlich letzter Sekunde

Während die Eisbären völlig abgelenkt und mit dem Auslecken der Krümel beschäftigt waren, handelte Popey blitzschnell. Die MS Makrele warf starke Stahltrossen aus, die an der festgefrorenen Triumph befestigt wurden.

„Alle Mann gut festhalten!“, signalisierte Popey mit einem kräftigen Zug an seiner Pfeife. Er warf den Motor der MS Makrele an und aktivierte gleichzeitig den Zeitantrieb auf minimaler Stufe. Das pulsierende Energiefeld des Antriebs ließ das dicke Packeis um die Schiffe herum wie Butter in der Sonne schmelzen. Mit einem gewaltigen Ruck riss die MS Makrele die Triumph aus dem eisigen Griff des Nordpols.

Als die Eisbären satt und zufrieden aufblickten, sahen sie nur noch, wie die beiden Schiffe Fahrt aufnahmen und im offenen Meer wendeten. Der Anführer der Bären hob dankbar eine Tatze zum Abschied – wohl in der Hoffnung, dass dieser spendable Birmakater bald wieder einmal den Nordpol besuchen würde.

Käpt’n Popey brachte die gerettete Mannschaft der Triumph sicher in den nächsten eisfreien Hafen. Ein weiteres Abenteuer war bestanden, und die MS Makrele bewies einmal mehr, dass man mit Mut, einem funktionierenden Zeitantrieb und einer Kiste voller Spinattörtchen selbst die brenzligsten Situationen der Weltmeere lösen kann.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von silbermöwe am 18.10.2026:


Spannend, lustig, schön zu lesen. 🌻

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