Veröffentlicht: 16.10.2026. Rubrik: Unsortiert
Popey der Birmakater in Schanghai
Popey der Birmakater in Schanghai
Es war ein stürmischer, aber prachtvoller Morgen auf den sieben Mäusemeeren, als die MS Makrele stolz durch die Wellen schnitt. Am Steuerkreuz stand Captain Popey, der Birman-Kater, in seiner maßgeschneiderten, tiefblauen Käptnsuniform. Die goldenen Epauletten auf seinen Schultern glänzten im Sonnenlicht, seine Kapitänsmütze saß keck zwischen den Ohren, und seine tiefblauen Augen blickten entschlossen nach vorn. Seine schneeweißen Pfoten hielten das Steuerrad fest im Griff.
Das Ziel dieser großen Fahrt: Schanghai!
Nach wochenlanger Seefahrt tauchte am Horizont endlich die beeindruckende Skyline der chinesischen Metropole auf. Die MS Makrele lief majestätisch in den Hafen ein, vorbei an traditionellen Dschunken und riesigen Containerschiffen. Popey atmete den Duft von Abenteuer, Gewürzen und frischem Fisch ein, der durch die Hafenluft zog. Doch er war nicht nur wegen des Handels hier – ein Brief hatte ihn erreicht. Ein Brief von seinem Neffen, den er seit Jahren nicht gesehen hatte.
Als die Gangway heruntergelassen wurde, wartete dort bereits ein junger, athletischer Kater. Er hatte ein wunderschönes, kurzes Fell mit einer markanten Zeichnung, die wie ein zartes Tigerfehnchen aussah, und wache, mandelförmige Augen. Es war eine echte Li-Hua-Katze (auch bekannt als Dragon Li), eine stolze und traditionelle chinesische Rasse.
"Onkel Popey! Äh, ich meine… Captain Popey!", rief der junge Kater aufgeregt und salutierte stramm.
"Beim Klabautermann! Schaut euch diesen Prachtkerl an!", purrte Captain Popey gut gelaunt, ging die Gangway hinab und drückte seinen Neffen herzlich. "Schön dich zu sehen, mein Junger. Du bist ja mächtig gewachsen!"
Der Neffe strich sich verlegen über sein getigertes Li-Hua-Fell. "Ich habe deinen Brief erhalten, Onkel. Und ich will nicht länger nur am Hafen stehen und den Schiffen hinterhersehen. Ich möchte die Welt entdecken! Ich möchte als Seemann auf der MS Makrele anheuern!"
Popey kniff die blauen Augen zusammen und musterte seinen Neffen prüfend, ganz der strenge Kapitän. "Auf der MS Makrele zu dienen ist kein Zuckerschlecken, mein Lieber. Das Meer kennt keine Gnade. Kannst du denn Taue knoten, Segel reffen und eine Angel halten, wenn der Magen knurrt?"
Der junge Li-Hua-Kater grinste selbstbewusst. Er sprang mit einem eleganten, blitzschnellen Satz auf einen meterhohen Stapel von Holzkisten, balancierte perfekt auf der Kante und fing im Flug ein Seil ab, das von einem Kran baumelte. Mit wenigen geschickten Pfotengriffen band er es an einem Poller fest. "Ich bin flink, ich bin wetterfest und meine Reflexe sind legendär – typisch Li Hua eben!", rief er von oben herab.
Captain Popey lachte herzlich, sodass sein weißer Bart zitterte. "Hey, hey, hey! Das nenne ich Matrosen-Blut! Du hast den Geist eines wahren Seefahrers." Er reichte seinem Neffen eine kleine, weiße Seemannsmütze. "Willkommen an Bord der MS Makrele, Matrose! Deine erste Pflicht: Die Kombüse inspizieren, ob genug Thunfisch für die Rückreise da ist."
Der Neffe setzte die Mütze stolz auf. "Bereit zum Dienst, Captain!"
Gemeinsam gingen die beiden Kater an Bord. Als die MS Makrele am Abend den Hafen von Schanghai wieder verließ und Kurs auf neue Abenteuer nahm, stand Captain Popey nicht mehr allein am Steuer. An seiner Seite wachte sein Neffe, bereit, die sieben Mäusemeere im Sturm zu erobern.
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