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geschrieben von Lushin.
Veröffentlicht: 22.10.2026. Rubrik: Unsortiert

Diese Geschichte wurde vom Autor als ganz oder überwiegend mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt gekennzeichnet.


Am Rand

Nach der dritten Trennung legte Martin einen Ordner an.
Er enthielt keine Beweise gegen seine ehemaligen Partnerinnen. Das war ihm wichtig. Er wollte seinen Anteil finden. Drei Beziehungen, siebenundzwanzig Jahre, dreimal ein Ende, bei dem Freunde irgendwann sagten: »Das gibt’s doch nicht.«
Offenbar gab es das.
Martin konnte zuhören, Grenzen setzen und sich entschuldigen, ohne anschließend das Wort »aber« zu benutzen. Er meditierte, hielt jedoch nichts für eine Schwingung. Er hatte Freunde, eigene Interessen und eine durchaus brauchbare Beziehung zu seiner Mutter. Beim Wandern wurde er gelegentlich rechthaberisch, besonders über die richtige Wegstrecke. Das stand auf Seite acht.
Einmal war er Joggen, als ihn Wanderer nach dem richtigen Weg fragten. Er rannte einfach weiter, weil er auf Zeit lief und daher keine verlieren wollte. Dabei war er nicht mal mittelmäßig und daher hätte es keine Rolle spielen sollen. Das stand auf Seite 8 unten.
Die erste Therapeutin fragte, ob er sich möglicherweise zu sehr anstrenge.
»Was könnte ich denn anders machen?«, fragte Martin.
»Merken Sie, wie Sie schon wieder versuchen, alles richtig zu machen?«
Martin merkte es und wusste nun auch nicht weiter.
Der zweite Therapeut schlief einmal kurz ein. Martin sprach ihn darauf an. Der Therapeut fragte, was es in ihm auslöse, nicht gesehen zu werden.
Bei der dritten Therapeutin blieb er elf Sitzungen, weil er vermeiden wollte, unangenehmen Erkenntnissen auszuweichen. In der zwölften stellte sich heraus, dass sie zwei seiner Partnerinnen für dieselbe Person gehalten hatte.
Dann kam Herr Alt.
Herr Alt hatte eine Zimmerpflanze, die bessere Zeiten gesehen hatte, und hörte zu. Er fragte genau nach. Gelegentlich sagte er: »Da waren Sie schon ziemlich anstrengend.«
Martin war erleichtert und schrieb es auf.
Nach einigen Monaten bat er um eine Zwischenbilanz.
Herr Alt nahm die Brille ab.
»Ich glaube, Sie haben erhebliches Pech gehabt.«
Martin wartete.
»Ja?«
»Das war die Zwischenbilanz.«
Martin sah auf seinen Ordner.
»Und mein Anteil?«
»Den haben wir besprochen. Sie können schlecht aufhören zu erklären, wenn Sie sich missverstanden fühlen. Sie haben in Ihrer zweiten Beziehung zu lange gehofft. Und diese Wanderung hätte ich mit Ihnen auch nicht machen wollen.«
»Aber das erklärt doch nicht …«
»Nein«, sagte Herr Alt. »Das erklärt es nicht.«
Er zog ein Blatt heran und zeichnete eine Glockenkurve.
»Nur zur Veranschaulichung. Hier ist viel Betrieb.« Er tippte in die Mitte. »Und außen sitzen auch Leute.«
»Die haben dann solche Beziehungsmuster.«
»Manche. Andere haben Pech.«
»Dreimal?«
»Auch dreimal.«
Martin lehnte sich zurück.
»Dann könnte es ein viertes Mal passieren.«
»Ja.«
»Obwohl ich alles aufgearbeitet habe.«
»Sie haben ja keine Versicherung abgeschlossen.«
Eine Weile hörte man die Uhr.
»Ich hatte schon andere Patienten«, sagte Herr Alt schließlich. »Durchaus beziehungsfähige Menschen. Und trotzdem klebte ihnen das Beziehungspech wie Kacke an den Hacken.«
Martin lachte so unvermittelt, dass Herr Alt ebenfalls lächeln musste.
Zu Hause stellte er den Ordner ins Regal. Nach zehn Minuten holte er ihn wieder heraus und legte eine neue Registerkarte an.
Pech.
Dahinter heftete er ein leeres Blatt.
Er hielt es bis Donnerstag aus. Dann schrieb er oben rechts:
Was kann ich tun?

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Geschichte Nummer 11135

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