Veröffentlicht: 22.10.2026. Rubrik: Fantastisches
Die Magie der Wächter, Teil 3
Kapitel 5: Verborgen im Untergrund
Es war fast Mitternacht, als Damian am Tor des Friedhofs stand. Für einen Moment hielt er inne. "Was mache ich überhaupt hier?", dachte er. Doch die Verlockung, ebenfalls Magie zu empfangen, trieb ihn weiter. Also öffnete er das Tor und betrat den Friedhof, der zu dieser Zeit unheimlich wirkte. Damian straffte sich und vergaß die Angst, während er den altbekannten Weg ging, den er schon als Kind gerne gegangen war. Als kleines Kind im Alter von acht Jahren hatte er gerne mit Freunden bei den Katakomben gespielt. Am Eingang wartete bereits die vermummte Gestalt auf ihn. "Du bist gekommen", stellte die seltsame Stimme fest. "Folge mir."
Damian wurde durch endlose, lange Gänge geführt und versuchte, sich jedes Detail einzuprägen. Bald erreichten sie das Herz der Katakomben. Am Boden war ein seltsamer Kreis gemalt, um welchen einige vermummte Gestalten saßen und Beschwörungsformeln murmelten. Aus einem Loch im Boden stieg ein dichter Nebel empor. "Tritt in die Mitte des Kreises, Damian", forderte jemand ihn auf. Damian zögerte und schaute zurück. Ein Gefühl von Angst und Unglaube regte sich in ihm. Er sollte sofort zurückgehen und berichten, was er da gesehen hatte. "Es gibt kein Zurück mehr, Damian. Du hast das Herz unserer Magie zu sehen bekommen. Wenn du dich uns nun nicht anschließt, werden wir dich liquidieren müssen! Überlege dir deine nächsten Schritte gut." Damian war fassungslos, denn der Vermummte sagte dies so, als würde er eine harmlose Sache verkünden. Er hatte keine Wahl. Und was hatte er zu verlieren? Er hatte seine gesamte Lebensplanung darauf aufgebaut, dass er Magie bekommen sollte. Also stellte er sich in den Kreis. "Du hast eine gute Wahl getroffen, Damian. Nun werden die Dämonen testen, ob du würdig bist." Das war das Einzige an Warnung, was Damian zuteil wurde, denn plötzlich griff eine fremde Macht nach seinem Geist und drang in ihn ein. Damian fiel keuchend auf die Knie, doch mit jeder Sekunde spürte er eine seltsame Gleichgültigkeit und Gefühllosigkeit, die ihn umgab und immer stärker wurde. Er spürte, wie eine neue Kraft in ihm erwachte, und es störte ihn nicht im Geringsten, dass diese Kraft so dunkel war. "Es ist vollbracht, Damian. Die Dämonen haben dich akzeptiert und respektieren dich als Träger ihrer Magie!" Damian erhob sich, klopfte sich den Staub von der Hose und folgte danach den Magiern in einen anderen Raum.
Kapitel 6: Die greifbare Anspannung
Kaya saß auf ihrer Wolke und kuschelte sich an Xarika. Diese erzählte ihr noch mehr über die Wächter. "Eines Tages wirst du die verbleibenden Wächter mit deiner Gedankenkraft erwecken, aber dafür müssen wir noch viel üben. Dabei kann nämlich Einiges schiefgehen. Die Wächter können nur erwachen, wenn du dir ihre Namen und ihr Aussehen vollkommen lückenlos in Erinnerung rufen und dich konzentrieren kannst. Sie können nur erwachen, wenn jemand sie ruft, und bald werden wir alle Wächter brauchen." Plötzlich hielt das Einhorn inne, und Kaya spürte eine Anspannung in der Verbindung. "Was ist los?", fragte sie. Xarika schnaubte. "Ein weiterer Mensch hat sich mit Dämonen verbündet, und ich erkenne das identische Erbmaterial wie dein Eigenes!" Kaya spürte, wie sie die Erkenntnis traf. "Damian", flüsterte sie. "Warum hat er das getan?" Xakari seufzte in Gedanken auf. "Die meisten Magier glauben, dass die Dämonen Menschen einfach besetzen. Wir als Wächter wissen die Wahrheit. Einige Magier haben in den Katakomben des Friedhofs mit einer seltsamen, dunklen Macht gespielt. Sie müssen eine dunkle Seele gehabt haben, um die Dämonen anzulocken. Wenn sie sehen, dass jemand nicht bei den Magiern angenommen wurde und wütend ist, sprechen sie ihn an und verleiten ihn dazu, ihrem Zirkel beizutreten." Kaya schaukelte nervös hin und her. "Das ist ja schrecklich!", rief sie. "Ja, das ist es. Aber du darfst es niemandem sagen. Das würde eine Massenpanik auslösen." Kaya nickte widerstrebend.
Am nächsten Morgen - Kaya hatte nur wenig geschlafen, da sie die Gedanken nicht losließen, war wieder Unterricht. "Ich glaube, Lucius könnte Hilfe gebrauchen", meinte Xarika, und Kaya nickte. Der Junge hatte verzweifelt die Fäuste geballt, und Tränen rannen ihm über sein Gesicht. Kaya erhob sich und setzte sich daneben. "Ich will dir helfen", sagte sie sanft. "Geh weg! Du willst mich doch sowieso nur belehren!" Sie schüttelte den Kopf. "Ich vertraue niemandem! In meiner Kindheit habe ich genug Enttäuschungen ertragen müssen." Plötzlich hatte Kaya eine Idee, warum die Telepathie zwischen ihm und seinem Begleiter nicht funktionierte. Sie setzte sich mit genügend Abstand neben ihn auf den Waldboden. "Ich glaube, dein Misstrauen ist genau der Punkt", sagte sie. Lucius sah das Mädchen über seinen Tränenschleier hinweg an. "Was meinst du?" "Dein Einhorn spürt, dass du ihm nicht vertraust. Das löst eine mentale Blockade aus." Sie hob die Hand und streichelte das Einhorn kurz. "Ich kann verstehen, dass du den Menschen nicht vertraust, aber sehe es so: Ein Einhorn ist nicht berechnend, es begleitet dich, weil es dich ausgewählt hat. Denke dir immer wieder, dass du deinem Einhorn voll und ganz vertrauen kannst, egal was passiert." Lucius wurde ein wenig ruhiger. "Ich versuche es", antwortete er und schloss die Augen. Sein Blick wurde konzentriert, und Kaya spürte Xarikas Zustimmung durch das Band. Plötzlich riss Lucius die Augen auf. "Er hat mir seinen Namen gesagt!", rief er und lächelte fröhlich. "Danke, Kaya." Kaya lächelte und zog sich dann wieder zurück. Sie hatte geholfen und ließ Lucius mit seinem Einhorn nun allein.
Fortsetzung folgt
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Geschichte Nummer 11143



