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1xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von AndyLoginius (Andy Loginius).
Veröffentlicht: 24.10.2026. Rubrik: Fantastisches


Träme sind Schäume

Träume sind Schäume: Ein satirischer Bericht aus
der Traumphase 4
Der Traum:
Nils schwebte. Er trug nichts als einen wehenden Mantel aus purer Seide und eine Krone aus
unzerbrechlichem Glas. Unter ihm erstreckte sich die Skyline von New York, die
seltsamerweise nach frisch gebackenen Zimtschnecken duftete.
„Majestät!“, rief der Chef-Waschbär seines Orchesters und hob ehrfürchtig den Taktstock.
„Sollen wir Beethovens Fünfte im Techno-Remix spielen oder bevorzugen Sie das epische
Blockflöten-Solo?“
„Gib mir den Bass, Waschbär-Ringo!“, befahl Nils mit einer Stimme, die wie warmer Honig
klang. „Und lasst die Zimtschnecken vom Himmel regnen!“
Nils war der unangefochtene Herrscher des Universums, frei von Gravitation, Zeit und
lästigen Verpflichtungen. Ein Gott der ultimativen Freiheit.
Die Fantasie:
In dieser Traumwelt gab es keine E-Mails. Plötzlich materialisierte sich sein Chef auf einer
vorbeifliegenden Wolke, trug ein rosa Tutu und verbeugte sich tief.
„Herr Nils, es tut mir unendlich leid, Sie beim kreativen Existieren zu stören“, stammelte der
Chef demütig. „Aber wir haben all Ihre Excel-Tabellen rituell verbrannt. Dürfen wir Ihnen
stattdessen ein charismatisches Lächeln als Gehalt auszahlen?“
„Gewährt“, sprach Nils huldvoll. „Und nun weiche von mir, ich muss allein durch Willenskraft
Kaffee kochen.“
Die nackte Wahrheit:
BEEP. BEEP. BEEP.
Das Universum kollabierte. Die Waschbären verwandelten sich schlagartig in das schrille
Fiepen eines billigen Weckers. Nils schlug die Augen auf. Aus dem Flur drang eine
unbarmherzige, reale Stimme.
„Nils! Wach endlich auf!“, rief seine Freundin Sabine aus der Küche. „Der smarte Toaster hat
schon wieder die WLAN-Verbindung verloren und begeht gerade rituellen Selbstmord durch
Dauergrillen! Hier drinnen sieht es aus wie bei einer Kohlevergasung!“
Nils blinzelte und versuchte, die majestätische Seide zu richten.
• Der Seidenmantel war in der Realität eine völlig verdrehte, durchgeschwitzte Bettdecke,
die sich so eng um sein linkes Bein gewickelt hatte, dass die Blutzirkulation kurz vor dem
Feierabend stand.
• Die Krone aus Glas war die harte Kante seines Nachttischs, gegen die er im Schlaf
geschlagen sein musste – erkennbar an der pochenden Beule auf seiner Stirn.
„Ich… ich befehle dem Kaffee, zu fließen…“, murmelte Nils mit schwerer, verschlafener
Zunge.
„Was faselst du da?“, rief Sabine zurück. „Wenn du nicht gleich aufstehst, fließt hier gar
nichts, außer meinen Tränen beim Blick auf das Sparkonto!“
Nils versuchte, herrscherlich aus dem Bett aufzustehen, vergaß das Decken-Fessel-Konstrukt
und landete wie ein nasser Sack Zement auf dem Laminat. Er lag flach auf dem Bauch.
Nackt. Abgesehen von einer Boxershorts mit verwaschenem Enten-Motiv, die ihre besten
Tage im letzten Jahrzehnt gefeiert hatte.
Als er den Kopf hob, blickte er direkt auf den Stapel ungeöffneter Briefe auf dem Flurboden.
Ganz oben: Die Mahnung des Finanzamts für die Steuererklärung 2024.
Sabine trat in den Flur, hielt einen tiefschwarzen, rauchenden Toastbroat-Klumpen wie eine
Trophäe in der Hand und blickte auf den am Boden liegenden „Gott des Universums“ hinab.
„Schatz?“, fragte sie trocken. „Warum liegst du im Enten-Look auf dem Boden und starrst die
Steuermahnung an? Betest du das Finanzamt an oder suchst du nur deine Würde?“
Das Orchester der Waschbären hatte Feierabend. Willkommen in der Realität. Der Kaffee war
übrigens auch alle.

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Geschichte Nummer 11161

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