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geschrieben 2026 von AndyLoginius (Andy Loginius).
Veröffentlicht: 23.09.2026. Rubrik: Nachdenkliches


Vorlesung in Philosophie

Ein Philosophieprofessor betritt den Hörsaal.

„Guten Morgen zusammen!“

„Guten Morgen!“, antworten die Studenten mit jener Begeisterung, die man von Studenten an einem frühen Morgen erwarten darf.

Ohne ein Wort zu verlieren, stellt der Professor einen großen Glaspokal auf das Pult. Dann füllt er ihn mit Kastanien.

„Ist das Glas voll?“

„Ja!“, antworten die Studenten.

Daraufhin schüttet er Erbsen hinein. Diese rollen zwischen die Kastanien.

„Und jetzt?“

„Jetzt ist es voll!“

Der Professor lächelt und schüttet anschließend Sand in das Glas. Der rieselt in die letzten freien Lücken.

„Und jetzt?“

Einige Studenten verdrehen die Augen, packen den Rucksag und wollen gehen. Doch die Neugier ist größer.

„Ja, jetzt ist es wirklich voll!“

Doch der Professor bückt sich unter das Pult, holt zwei Dosen Bier hervor und gießt sie in das Glas.

Plötzlich sind alle hellwach.

„Meine Damen und Herren“, beginnt er, „dieses Glas stellt Ihr Leben dar.

Die Kastanien sind die wirklich wichtigen Dinge: Gesundheit, Familie, Freunde und Menschen, die euch auffangen, wenn das Leben euch mal wieder eine Ohrfeige verpasst.

Die Erbsen stehen für die angenehmen Dinge des Lebens: ein guter Job, ein schönes Haus, ein schicker Wagen oder eine Finca auf Mallorca. Schön zu haben, aber nicht lebensnotwendig.

Die Sandkörner stehen für all die Kleinigkeiten, denen wir oft zu viel Aufmerksamkeit schenken: endlose Diskussionen im Internet, Ärger über die Nachbarn, die Jagd nach Sonderangeboten oder die Frage, wer wen in den sozialen Medien entfreundet hat.

Jedes Sandkorn wirkt wichtig. Aber wer zuerst den Sand in sein Leben füllt, hat am Ende keinen Platz mehr für die Kastanien.
Man soll in seinem Leben Prioritäten setzen."
Im Hörsaal wird es still und die Studenten waren mit ihren Gedanken beachäftigt.

Schließlich meldet sich ein Student.

„Herr Professor, und wofür stehen die beiden Bierdosen?“

Der Professor lächelt.

„Für die wichtigste Regel des Lebens. Egal, wie voll dein Leben ist, wie viel Arbeit auf deinem Schreibtisch liegt oder wie viele Probleme auf dich warten: Es gibt immer noch Platz für ein Bier mit guten Freunden.“

Der Student nickt.

Nach kurzem Nachdenken hebt er erneut die Hand.

„Und was ist, wenn man kein Bier mag?“

Der Professor grinst.

„Dann trinkst du eben zwei. Man kann schließlich nicht in allem Geschmack haben.“

Zum ersten Mal in diesem Semester war der Hörsaal voller Lachen als voller Sorgen.
Prost!!

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Andy Loginius am 23.09.2026:

Sorry für den Fehler : "...mit ihren Gedanken beschäftigt"- ist richtig; " beachäftigt" ist ein Tippfehler.




geschrieben von Catarina am 23.09.2026:

Lieber Andy
das ist eine wunderbare Darstellung unseres Lebens.
Viele Grüße
Catarina

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