Kurzgeschichten-Stories
Autor
Schreib, wie du willst!
Startseite - Registrieren - Login - Kontakt - Impressum
Menu anzeigenMenu anzeigen
2xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von AndyLoginius (Andy Loginius).
Veröffentlicht: 30.09.2026. Rubrik: Unsortiert


" Alles hat seine Zeit. Leider."

„Alles hat seine Zeit“, sagte Bürgermeister Brösel und legte den Antrag auf den Stapel.
Der Kindergarten sollte erweitert werden. Später.
Die kaputte Brücke? Später.
Die Schlaglöcher? Später.
„Man muss die Dinge reifen lassen“, erklärte er und ließ sogar den Kaffee kalt werden, damit er
sein volles Potenzial entfalten konnte.
Die Bürger wurden ungeduldig. Doch Brösel blieb gelassen.
„Hektik ist der Feind guter Entscheidungen.“
Eines Tages standen die Reporter vor seiner Tür.
„Herr Bürgermeister, bei der Wahl haben Sie nur drei Prozent der Stimmen erhalten. Was sagen
Sie dazu?“
Brösel lächelte weise.
„Alles hat seine Zeit.“
„Und was machen Sie jetzt?“
„Ich warte auf meine Wiederwahl.“
„Aber Sie sind abgewählt worden.“
Brösel nickte.
„Genau. Und wenn alles seine Zeit hat, hat meine Wiederwahl eben noch nicht ihre Zeit.“
Zehn Jahre später saß er immer noch im Rathaus. Allerdings nicht mehr im Bürgermeisterbüro. Er
war der neue Hausmeister.
Und jedes Mal, wenn er die Flure wischte, murmelte er zufrieden:
„Sehen Sie? Irgendwie bin ich doch im Amt geblieben. Er verliert zwar die Wahl,betrachtet aber selbst seinen Abstieg zum Hausmeister als Bestätigung seiner Lebensphilosophie.

counter2xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

Einen Kommentar schreiben

geschrieben von Rika am 30.09.2026:

Tja, das Aufschieben kenne ich nur zu gut, wobei es da eben nicht um wichtige Dinge für das Volk geht sondern um meine eigenen Dinge. Das mit dem Kindergarten und der Brücke wundert mich jedoch nicht - es ist einfach kein Geld da ...

Mehr von AndyLoginius (Andy Loginius):

Vorlesung in Philosophie
Persönliche Lebensmaxime
" Der Mann mit dem leisen Kalender"
Fabel: " DER BUNTE FUCHS UND DIE GRAUEN TIERE" Septemer Aktion
Die Staatsschulden- oder wie wir die Karre aus dem Graben ziehen.