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geschrieben von Pierre 64.
Veröffentlicht: 07.11.2026. Rubrik: Unsortiert


Popey der Birmakater und der Anhalter

Die wundersame Reise der MS Makrele

Auf dem Achterdeck der stolzen Dreimastbark MS Makrele stand Käpt'n Popey und blickte durch sein Messingfernrohr. Popey war kein gewöhnlicher Seebär, sondern ein stattlicher Birmakater mit seidig-cremefarbenem Fell, schokoladenbraunen Pfoten und saphirblauen Augen. Er trug einen maßgeschneiderten blauen Kapitänsanzug mit goldenen Tressen, und in seinem linken Mundwinkel klemmte eine kleine, geschnitzte Holzpfeife, aus der würziger Katzenminze-Rauch kräuselte.

„Alle Mann an die Brassen! Kurs Süd-Südwest, wir nehmen Fahrt auf Richtung Brasilien!“, miaute Popey mit tiefer, rauer Stimme.

Seine Crew – bestehend aus zwanzig furchtlosen Schiffskatzen, darunter der einäugige Smutje Kater Karlo und die flinke Ausguck-Siamkatze Mimi – huschte geschwind über die Wanten. Die weißen Segel blähten sich im kräftigen Passatwind, und die MS Makrele durchschnitt schäumend die tiefblauen Wellen.

Auf ihrem Weg durch das östliche Mittelmeer, kurz vor dem großen Sprung über den Atlantik, steuerte Popey die griechische Insel Lesbos an, um frisches Quellwasser und gesalzene Sardinen zu bunkern. Als die MS Makrele in einer geschützten Bucht vor Anker ging, entdeckte Mimi vom Krähennest aus eine ungewöhnliche Gestalt am Strand.

Dort stand ein älterer Herr in einem schneeweißen Gewand, der ein kleines Bündel unter dem Arm trug und eifrig den Daumen in die Luft reckte. Popey ließ das Beiboot zu Wasser und ruderte an Land.

„Ahoi, Fremder! Wohin des Weges?“, fragte der Birmakater und paffte entspannt an seiner Pfeife.

„Gelobt sei der Herr, mein pelziger Freund!“, antwortete der Mann mit gütigem Lächeln. „Ich bin der Papst. Mein Schiff hat einen Ruderschaden, und ich muss dringend nach Brasilien. Könnt ihr mich als Anhalter mitnehmen?“

Popey kratzte sich nachdenklich mit der braunen Pfote am Kinn. „Ein blinder Passagier ist mir zwar ein Graus, aber für den Heiligen Vater machen wir eine Ausnahme. Kommt an Bord, Eure Heiligkeit, aber es wird Fisch zum Abendessen geben!“

So stach die MS Makrele mit ihrem hohen Gast wieder in See. Der Papst erwies sich als hervorragender Seemann:

Er kraulte den Matrosen hinter den Ohren, segnete den Kompass und teilte seine Vorräte mit Smutje Karlo. Nach Wochen auf hoher See, vorbei an fliegenden Fischen und leuchtenden Sternenhimmeln, kam schließlich die üppige, smaragdgrüne Küste Brasiliens in Sicht.

Als sie in einer verborgenen Urwaldbucht vor Anker gingen, erwartete sie eine große Überraschung. Am Ufer standen Männer und Frauen in farbenfrohen, antiken Gewändern mit kunstvollen Fresken-Mustern.

Es waren die Minoer, die einst vor Jahrtausenden mit ihren legendären Schiffen unbemerkt über den Ozean gesegelt waren und hier im tiefen Dschungel ein friedliches, geheimes Reich gegründet hatten.

Der Papst trat ans Ufer, hob feierlich die Hände und begann, den staunenden Minoern von Nächstenliebe, Frieden und dem katholischen Glauben zu erzählen. Popey saß daneben auf einem Treibholzstamm, die Pfeife im Mundwinkel, und beobachtete die Szene mit zufriedenen saphirblauen Augen. Die Minoer lauschten gebannt den Worten des Pontifex und luden die gesamte Katzencrew und ihren neuen geistlichen Freund zu einem großen Festmahl mit gegrillten Flussfischen und exotischen Früchten ein.

Und während die Sonne glühend rot im Meer versank, schlossen die Seefahrer des Altertums, der Papst und die mutige Katzencrew der MS Makrele eine Freundschaft, die noch lange in den Liedern der sieben Weltmeere besungen wurde.

Pierre Leschek 7.11.2026

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Geschichte Nummer 11323

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