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geschrieben von Lushin.
Veröffentlicht: 08.11.2026. Rubrik: Unsortiert

Diese Geschichte wurde vom Autor als ganz oder überwiegend mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt gekennzeichnet.


Warum Pink Floyd noch übler als Yoga ist*

Eine Verbeugung vor Roger Waters und Annette Humpe. Vor Letzterer etwas tiefer.

1979 veröffentlichten Pink Floyd The Wall. Zwei Jahre später sang Annette Humpe mit Ideal „Eiszeit“.

Zwei Werke, die auf sehr unterschiedliche Weise von derselben menschlichen Katastrophe erzählen: dem Versuch, sich gegen eine unerträgliche Welt abzuhärten, und dem bemerkenswerten Erfolg dieses Versuchs.

In The Wall dürfen wir beim Bau der Mauer zusehen. Stein für Stein wird aufgeschichtet. Eine autoritäre Schule, der im Krieg gefallene Vater, eine überfürsorgliche Mutter, gescheiterte Beziehungen, die Entfremdung vom Publikum. Was immer Pink verletzt, wird zum Baumaterial. Die Mauer wächst, bis sie schließlich ihren Zweck erfüllt: Niemand kommt mehr an ihn heran.

Dummerweise kommt er selbst auch nicht mehr heraus.

Roger Waters benötigt für diesen Vorgang ein Doppelalbum, ein ganzes Arsenal musikalischer Ausdrucksmittel, einen faschistischen Größenwahn und schließlich einen Gerichtsprozess, in dem die Mauer zum Einsturz verurteilt wird.

Annette Humpe braucht dafür wenige Minuten.

Bei ihr ist die Mauer längst fertig. Es gibt nichts mehr aufzuschichten, nichts mehr zu erklären. Der Mensch ist bereits zum Diamant-Panzerschrank geworden. Die Kombination ist unbekannt.

„In meinem Film bin ich der Star“, singt sie. Und dann: „Ich komm auch nur alleine klar.“

Zwei Sätze, die zunächst wie eine Erklärung persönlicher Unabhängigkeit klingen. Wer braucht schon die anderen? Das eigene Leben, die eigene Hauptrolle, die eigene Regie. Endlich niemand mehr, der einem hineinredet.

Nur ist ein Film, in dem ausschließlich der Hauptdarsteller vorkommt, möglicherweise kein besonders unterhaltsamer Film. Nicht einmal für den Hauptdarsteller.

Und dieses kleine „auch“ ist von geradezu niederträchtiger Präzision. Es klingt nach einer beiläufigen Feststellung, einer Selbstverständlichkeit, hinter der sich die vollständige Kapitulation verbergen kann.

Denn die Abhärtung ist ja nicht unbedingt ein Fehler. Vielleicht war sie notwendig. Vielleicht gab es tatsächlich gute Gründe, niemanden mehr hereinzulassen. Vielleicht haben die Verhältnisse einem gar keine andere Wahl gelassen.

Das ist das eigentlich Katastrophale: Eine Überlebensstrategie kann vollkommen erfolgreich sein und gerade dadurch das Leben zerstören, das sie retten sollte.

Bei Pink Floyd wird diese Entwicklung als großes Drama inszeniert. Bei Ideal ist das Drama bereits in den Alltag übergegangen. Es bedarf keiner Erklärung mehr. Die Katastrophe ist zur Persönlichkeit geworden.

Und während Waters seine Mauer schließlich unter großem Aufwand niederreißen lässt, bietet Humpe nicht einmal eine Abrissgenehmigung an.

Es wäre vermessen, daraus eine bewusste künstlerische Weiterentwicklung abzuleiten. Mir ist kein Hinweis bekannt, dass Humpe mit „Eiszeit“ auf The Wall antworten wollte. Aber die gedankliche Verwandtschaft ist bemerkenswert. Beide Werke entstanden nahezu zeitgleich und beschreiben eine Gesellschaft, in der Menschen sich vor den Zumutungen ihrer Umwelt schützen müssen, bis sie schließlich auch vor allem geschützt sind, was ihnen guttun könnte.

Es ist ein Zustand, in dem die Fähigkeit, allein zurechtzukommen, zur höchsten Tugend erhoben wird. Und niemand mehr fragt, ob das eigentlich ein erstrebenswertes Leben ist.

Vielleicht liegt die besondere Qualität von „Eiszeit“ gerade darin, dass seine Anklage so monumental ist, dass sie kaum noch als solche wahrgenommen wird. Humpe muss niemanden ausdrücklich beschuldigen. Sie beschreibt Verhältnisse, die den Menschen bereits so vollständig durchdrungen haben, dass sie nicht mehr von ihm zu unterscheiden sind. Die Katastrophe ist kein Ereignis mehr, sie ist zum Normalzustand geworden. Selbst die notwendige Abhärtung erscheint nicht mehr als Reaktion auf die Verhältnisse, sondern als persönliche Eigenschaft.

Das ist schlicht, kompakt und von erschreckender Tiefe.

Wir verbeugen uns deshalb vor beiden Werken. Vor Roger Waters und seinen Mitstreitern für die monumentale Darstellung der menschlichen Selbstverbarrikadierung. Und vor Annette Humpe für die Fähigkeit, dieselbe Katastrophe in wenigen Zeilen unterzubringen.

Vor Humpe verbeugen wir uns allerdings etwas tiefer.

Pink Floyd beziehungsweise ihre Rechtevertreter hatten mir nämlich einmal eine Unterlassungsklage geschickt, weil sich auf einem Sampler in der Ein-Euro-Grabbelkiste meines Gebrauchtmedienhandels ein Stück von ihnen befand, dessen Lizenzierung offenbar fragwürdig war. Das kostete mich über tausend Euro.

Ich nahm daraufhin sämtliche Pink-Floyd-Platten aus dem Programm.

In der Tradition von 1871, 1914–1918 und 1939–1945 entließ ich außerdem François, einen französischen Studenten, der gerade in seiner Mittagspause Cordon bleu aß. Noch während er ein Stück abschnitt.

Was betriebsrechtlich grenzwertig war. In seiner Mittagspause.

Vor allem wissen wir ja, wie gut sich die Franzosen gegen Unrecht wehren können. Aber François war schon lange in Deutschland und studierte auf Leeramt. Die schluckten eigentlich alles.

Meine eigenen Mikrofaschismen bekam ich erst später in den Griff.

* Siehe hierzu: Warum Yoga noch beschissener als Meditieren ist.

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Geschichte Nummer 11336

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