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2xhab ich gern gelesen
geschrieben 2020 von JungerHase.
Veröffentlicht: 09.10.2020. Rubrik: Grusel und Horror


Der Drang

Dieser Drang, ich will es nicht. Er soll verschwinden. Warum drängt er mich dazu? Ich will es nicht. Bitte verschwinde! Wieder ein Donnerstagabend, so wie jeder. Wieder diese Ungewissheit. Wieder dieser Drang. Und wieder, ich will es nicht. Und trotzdem stehe ich hier, alleine. Die Hände in der Tasche und den Blick nach vorn. Sie geht an mir vorbei, die Auserwählte. Es tut mir leid, sie tut mir leid. Ich geh ihr nach. Der Drang, er zwingt mich. Ich will es nicht. Warum hört es nicht auf? Ich bin dicht hinter ihr. Sie bemerkt mich nicht. Mein Herz schlägt schneller und stärker, als an all den anderen Abenden. Warum? Warum mach ich das? Sie wird sterben, die Frau mit ihren langen roten Haaren, sie weiss es nur noch nicht. Langsam greif ich nach der Schnur in meiner Tasche. Ich stell mir schon vor, wie ich sie um ihren Hals lege und sie langsam ersticken wird. Langsam und qualvoll. Ihre Schritte werden schneller, sie hat mich bemerkt. Mein Puls, er steigt. Diese Hure, warum macht sie es mir so schwer? Ich renne ihr nach und packe sie. Warum ist es heute nicht so wie immer? Warum will sie sich wehren? Ich reisse sie zu Boden, mit dem Gesicht nach oben. Sie schaut mich an, schreiend und weinend. Meine Knie auf ihren Armen, sie kann sich nicht wehren. Ich will es nicht! Zögernd nehme ich die Schnur in meine Hände und lege sie ihr um den Hals. Langsam fang ich an sie zu erwürgen. Ich will es nicht! Bitte lass mich! Ich schreie. Der Drang, er soll verschwinden. Ich merke, wie sie langsam und qualvoll erstickt. Ich will es nicht! Sie ringt nach Luft. Ich will es nicht! Warum kann ich nicht aufhören? Ich wehre mich, ich wehre mich gegen diesen Drang. Meine Hände, sie werden locker, entfernen sich von ihr und wandern in meine Jackentasche. Ich zücke mein Taschenmesser und klappe es auf. Ich schau ihr in die Augen, es tut mir leid. Ich will es so. Langsam schneide ich mir meinen Hals auf. Sie zuckt auf und schaut mich an. Mein Blut, es tropf ihr ins Gesicht. Das Leiden hat ein Ende.

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