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geschrieben 2020 von Varitschenko (Varitschenko).
Veröffentlicht: 26.06.2021. Rubrik: Lustiges


Das Kassenproblem

„Es sind nur noch genau fünfzehn Minuten, bis Feierabend" dachte sich Marc, während er an der Kasse saß und öfter, fast im Minutentakt, auf die riesige Uhr, in der Mitte vom Kassenbereich blickte.

Großen Gefallen hatte er an seinem Job, sowie liebte er auch den Kontakt mit den Leuten, die ihm manchmal etwas von ihrem Tag erzählten, er immer wie ein Sprössling fokussiert zuhörte, dabei hektisch nickte, und jedem zum Schluss einen wunderschönen Tag wünschte.

Sein Smartphone, lass er immer unter der Kassenplattform, aufladen, wobei er irrsinnig, wie ein Trottel, ohne jegliche Erfahrung, die Verkabelung der Scanfunktion manipulierte, um somit eine Steckdose freizulegen, weswegen es auch öfter passierte, dass manche Artikel doppelt oder dreifach gescannt wurden.

Laut den fünfzehn eisernen Regeln, des X-Press-Supermarktes, war es eigentlich nicht erlaubt, mit einem Handy auf der Arbeit zu erscheinen.

Privatsphäre und berufliches, durfte nicht im Einklang stehen, denn Priorität hatte der Kunde, und nichts anderes sollte die Bindung zum Kunden behindern, außer eine mögliche Frage, ob man die Artikel, auch selbst ins Auto tragen dürfte, weil ja sowieso, der Job an der Kasse Nebensache ist, den als Mitarbeiter des X-Press-Supermarktes, ist es mehr als nur wichtig, den Kontakt mit dem Kunden aufrechtzuerhalten.

Denn auch die Sicherheit ist ein Punkt, dem man zukünftig mehr Achtung schenken sollte. „Ja, ich bin bereit sogar in ein fremdes Haus zu gehen, würde auch darum bitten, die Toilette schrubben zu dürfen und auch den Abwasch zumachen.

Weil mir selbstverständlich wichtig ist, dass jeder Kunde beim X-Press-Supermarkt, wieder einkauft" sprach Marc in seiner bildlichen Vorstellung, während er des Weiteren, gedanklich, den Kopf einer Person, in die Kloschüssel drückte und darauf die Spülung betätigte.

Ein spezieller Moment auf der Arbeit, war der, der auch am meisten, die gewisse Motivation für den Job kreierte, dass immer gegen vierzehn Uhr fünfzehn, das Sporttraining endete.

In der Nähe befand sich eine außergewöhnliche Elite-Universität. Wo auch nur die Superreichen, ihren supernetten, hoch engagierten, Nachwuchs, ausbilden ließen. Selbstverständlich besaß jeder von denen die Ambition, die Welt zu verbessern, die Obdachlosen von den Straßen zu schaffen, und jeder armen Seele, einen hundert Euro-Schein, zu hinterlegen.

Bei der Vorstellung selbst musste Marc einfach applaudieren, weswegen es öfter vorkam, dass er einfach an der Kasse auf dem Stuhl saß, mit leerem Blick, vor den Kunden in die Hände klatschte, und viele sich fragten, ober einen an der Waffel hatte.

Einer der tollsten Momente war auch der, dass ein älterer Herr sich vor Marcs Tagträumen leicht fürchtete, er im Aberglauben daran dachte, dass Marc wegen seines starren Blickes, und dem grundlosen Händeklatschen, vielleicht ein Konsument gewisser Pulvermischungen sei, und sich am Endstadium befand, wo keine Gehirnzellen mehr existieren.

Dank der glorreichen Ansprache, beim Vorgesetzten, durch den äußerst hilfsbereiten Kunden, befand sich die erste Abmahnung schon im Postfach.

Um auf den Punkt zurückzukommen, wieso der Beruf auch seine einzigartigen Momente hat, und weswegen es sich lohnt immer pünktlich aufzustehen, um auch genau an der Kasse zu arbeiten, diese Pracht am menschlichen Dasein, einfach zu sehen.

Waren die außerordentlichen, gutgebauten Volleyball-Spielerinnen, die mit Herz und Verstand, in kurz gelegten Uniformen, täglich im Team unter Beweis stellen mussten, welche Uni, die beste im Land sei.

Diese Sportart hatte seine Tücken, weswegen es öfter zu gewissen Flüssigkeitsverlusten kam, der Schweiß wie ein Wasserfall, vom Kopf bis zu den Füßen, hinunterfloss, und nur ein Getränk imstande war, diesen großen Verlust von H2O, auszugleichen.

Genau dafür war Marc, zu jeder Zeit, immer pünktlich, bereit, abzukassieren, damit die Mädels wieder spielten. Gelobt sei Marc! (Was ein Typ!). Natürlich betrachtet man die Freude, die ein allein lebender Kerl wie Marc hatte, so auch sein Job, ein gewisses Pflichtbewusstsein bei ihm hinterließ.

Doch zu jeder Vorfreude bestand immer ein Makel. Wenn beispielsweise der Pfirsich-Eistee abgelaufen ist, schmeckt er nach Zitrone, und besitzt einen Makel. Wenn man täglich das Frühstücksmenü bei MC-Donalds bestellt, und sich fragt, warum man zwei Polster, anstatt Oberschenkel hat, besitzt man einen Makel.

Wenn das Zigarettenrauchen einem nicht mehr gefällt, und die Sucht nun an der Wasserpfeife haftet, besitzt man einen Makel, denn die Sucht hat man so nicht bekämpft. Genau solch ein Makel, in Bezug zur Volleyball-Frauen-Mannschaft, war eine junge Dame, die immer, wenn sie ein Getränk bezahlte, Marc tief in die Augen blickte, als würde sie versuchen ihn mental umzubringen.

So wie Gedankenkontrolle, oder wie man das nennt. Total Psycho. Das Bargeld übergab sie nie im Ganzem. Öfter zog sie ihren Arm nach vorne, und ließ die Münzen, einzeln, im Sekundentakt, vor Marc, auf die Kassenplattform fallen. Unverständlich, warum sie das tat, denn Marc machte es Angst.

Vom Aussehen war sie ziemlich hübsch, attraktiv, irgendwie ähnlich einem Schwan. Schwarzes Haar, große Brille, Körper entsprechend eines Superstars. Doch überlege man, so stellte es sich Marc vor, würde ihr Freund mal Fremdgehen. Die würde ihn doch bestimmt verschleppen oder sonst irgendwo hinstecken, sodass man nichts mehr von ihm hört. „Schade ...", sprach Marc in seinen Gedanken, für ihn galt sie als verrückt.

Der X-Press-Supermarkt besaß aber auch mehr als nur Kassen oder Angestellte, die vor sich hin in die Hände klatschten.

Seitlich im Gang, vor dem Ausgang, gleichzeitig Eingang, befand sich eine kleine Backstube, die allein durch ihr flackerndes Licht, wegen einer defekten Lampe, sowie beschmierten Trennscheiben, dazu schäbigen Atmosphäre, ein Ambiente an den Tag legte, wodurch mehr als nur ein Paar von Kunden, sagen wir drei, morgens ihr Frühstück, dort zu sich nahmen.

Dazu befindet sich vor dem Informationsschalter, ein Kiosk, der allein durch das Rauchvolumen des Inhabers, einen Nebel aufwarf, der den Horror-Buch-Abteil, finster und düster erscheinen ließ.

Zudem besteht innerhalb des Geschäftes, eine Spielecke, wo früher Nintendo-Pistolen an einer Konsole hingen, die wegen diskreten Aktivitäten abgerissen wurden, um beispielsweise Kondome und weitere Genussmittel nicht zu bezahlen, verständlicherweise vor dem Kassierer zu stehen, er glücklicherweise nicht merkte, dass Plastikpistolen auf ihn gerichtet werden, weil die Backfüllungen, für die Kekse, am vorherigen Tag, mit zu viel Weed gestreckt wurden.

X-Press-Supermarkt, mehr Feeling, so wie auf einem Schrottplatz, findet man nirgendwo. Marc zu dem, von seiner Person, war kein Konsument oder Dealer, des Weiteren auch keiner der im Privatleben den Messerstecher spielte, um den Ball zu stehlen, von irgendwelchen Kindern, die öfter in der Nähe, wo er wohnte, auf dem Spielplatz spielten.

Ein Risikofall war eher der, dass einmal die Kids dort, im Alter von sechs bis neun, sich zusammenschlossen und eine Gang bildeten.

Das Problem lag darin, dass Marc immer den Weg nutzte, vorbei an diesem Spielplatz, wo sich die Gang als erstes formierte. Der Fall, sagen wir Unfall, geschah an einem Montag, früh am Morgen, wo am Vorbeigehen, die Büsche auffällig rum wackelten, als würde dort innerhalb etwas rumkriechen.

Marc beugte sich neugierig nachvorne und zog einen der Teil Sträucher auf Seite, um einen genaueren Blick zu erhaschen.

Seine Neugier machte ihn aber zum Opfer eines groben Gewaltverbrechens, wobei ein sechsjähriger Zwerg, asiatischer Herkunft, von der linken Seite, lautstark Tsunami rief, worauf ein anderer Zwerg, unbekannter Herkunft, von der rechten Seite anlief und auf Marcs Schienbein, mit einem komfort-gerechten Kinder-Baseballschläger, drauf hämmerte.

Durch die leichten Schläge des Zwergs, fiel Marc reflexartig auf sein rechtes Knie, worauf er im Nachhinein, mit einem Arm den nächsten Hieb des Übeltäters, parieren konnte und ihn fragte, was das überhaupt sollte.

Aber eine Gang besteht zu neunundneunzig Prozent, nicht nur aus zwei Personen, was auch öfter um einundzwanzig Uhr, auf dem History-Channel, erklärt wird. Der dritte Angreifer besaß nun freie Sicht und griff zur Tat über, während Marc den Schläger, auf dem rechten Knie sitzend, parierte.

Durch eine gewiss, profitable Angriffsmethode, die sich in Untergrundkreisen, „Hahn in Tüte" nannte, setzte man Marc in den bewusstlosen Zustand. Der Trick dabei wurde wie folgt umgesetzt.

Die dritte Person, setzte am vorteilhaften Moment an, während Marc kniete und den Zwergen von der Größe her glich. Man zog ihm eine Tüte über den Kopf, welche aus Plastik bestand, und konnte somit wegen der darauffolgenden Atemnot, auch allein durch die umherwackelnde Körperbewegung, an ihm sogar den populären „Schwitzkasten" ansetzen.

Wahrscheinlich, aus reiner Zeitvertreibung, sowie dem Kick des Adrenalins, das durch den Körper schießt, wobei die Formulierung hier, nicht Marc entspricht, sondern dem dritten Angreifer. Dieser setzte wie schon angemerkt den äußerst wirkungsvollen sowie populären „Schwitzkasten" an, weswegen auch enger Körperkontakt, Kopf an Kopf, zwischen den beiden Kontrahenten bestand.

Obwohl Marcs gesamter Schädel, schon eingetütet war und er aus reiner Not her, wie ein Hahn in einer Tüte, mit der Visage einer Forelle, innerhalb der Tüte, nur noch um Sauerstoff bangte, warf ihm der dritte Zwerg während des Gerangels immer wieder, in einem lautstarken, kindlichen Tonfall, dieselben Worte ins Ohr: „Waht you say?! Waht you say?! Waht you say?!".

Als Marc das Bewusstsein vollständig verlor, wurde in Rage, innerhalb der Trio-Gang, eine kurze Konversation getätigt, um klar festzulegen, was man tragen konnte und was nicht. Aus dem Portemonnaie wurden alle Geldeinheiten entwendet. Insgesamt 35 Cent, und eine angeschlagene Packung Gummibären.

Wobei die Gummibärenpackung eine ovale Form besaß, welche der Trio-Gang bis dahin fremd war. Sonst war am Oberkörper nicht viel zu entnehmen, bis man den sechs-äugigen Blick nach unten richtete, und bemerkte, dass Marc Nike-Schuhe trug. Der Zwerg, der auch Marc die Tüte über den Kopf zog, forderte seine Mitstreiter auf, ihm die Schuhe zu entwenden.

Durch blitzartigen Informationsaustausch machte er seinen Gangkollegen klar, dass beim Videospiel NBA-two-Key-twenty, auf der Playstation 4, eine Figur ebenso Nike-Schuhe tragen würde, und deswegen dies auch ein Statussymbol sei.

Es dauerte nicht lange bis Marc wieder das Bewusstsein erlangte. Mit einem plötzlichen, körperlichen Zucken, sowie Mädchen-ähnlichem Geschrei, riss er die Tüte von seinem Kopf.

Verständlich wirkte das Umfeld erst leicht verschwommen, allein das sich seine motorischen Fähigkeiten nach dem populären Würgegriff, inklusive „Hahn in Tüte"-Trick regenerieren mussten.

Doch in weiter Ferne, fasste er mit seinen verschwommenen Sehkräften etwas auf, weswegen er eine merkwürdige Aussage von sich gab. „Wow ..., ich sehe schon Zwerge laufen, die Übergröße tragen ...".

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