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geschrieben 2022 von Christelle (Christelle).
Veröffentlicht: 12.01.2022. Rubrik: Unsortiert


Neujahrskonzert 2022

Nachdem nicht nur das Neujahrskonzert, sondern auch viele weitere Vorstellungen im letzten Jahr der Pandemie zum Opfer fielen, darf Theater in diesem Jahr wieder stattfinden, wenn auch mit Auflagen.

Am letzten Sonntag machte das Sinfonieorchester für Niedersachsen mit dem traditionellen Neujahrskonzert in unserem Theater den Anfang.

„Anfangen“, so lautet auch das diesjährige Motto des Konzertes, was wohl die Hoffnung ausdrückt, dass die vielfältige Kulturszene nicht dauerhaft unter den Pandemiebedingungen leiden muss.

Auf jeden Fall zeigte sich unser Direktor optimistisch, als er die Gäste im vollbesetzten Haus mit den Worten begrüßte: „Das Theater ist wieder da!”

Eröffnet wurde das Konzert mit einem 30-Sekunden-Stück von Johann Strauss, genannt „Erster Gedanke“, das der spätere Walzerkönig im Alter von 6 Jahren schrieb. Früher konnte er wohl kaum anfangen zu komponieren.

Es folgten Rossini, Strauss, Haydn und Grieg, wobei insbesondere bei Joseph Haydn mit der Sinfonie Nr. 6 „Le matin“ und bei Edvard Grieg mit Peer Gynt Suite Nr. 1 op. 46, Morgenstimmung, der Morgen als der Anfang des Tages dargestellt wurde. Besonders das Werk Griegs entwickelte eine so große Intensität, dass man sich gut vorstellen konnte, wie langsam die Sonne aufgeht und das Leben erwacht.

Ganz anders die Erstlingswerke von drei jungen Komponisten (geb. 1997, 1993 und 1998), diese zeitgenössische Musik klang ungewohnt in den Ohren der meist älteren Besucher. Aber auch das gehörte zum Thema Anfangen!

Nach der Pause fingen die Solisten (Sopran, Mezzosopran, Tenor und Bariton) an, ihr komödiantisches Talent zu zeigen, trotz des eher traurig klingenden „Zum Leiden bin ich auserkoren“ (Zauberflöte). Die nächste Arie (Barbier von Sevilla) handelte davon, dass Laien sich selbst die Haare schneiden (was wir alle kennen aus der Zeit, als die Friseursalons geschlossen waren). Ob danach die Arie „Dies Bildnis ist bezaubernd schön“ (Zauberflöte) noch der Wahrheit entsprach, war mehr als fraglich.

Zum Schluss ein Quintett aus Cosi fan tutte: zwei Liebespaare nehmen Abschied. Es fehlte der fünfte Sänger für die Rolle des altersweisen Skeptikers Don Alfonso. Diese übernahm kurzerhand der Dirigent höchstpersönlich. Auch ein Neuanfang!

Nach einigen Zugaben verabschiedeten sich die Künstler, ohne den sonst üblichen Blumenstrauß für Solisten, Dirigent und Erste Geige überreicht zu bekommen. Bei den enormen Einnahmeausfällen in den letzten zwei Jahren, musste man wohl anfangen zu sparen.

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