Kurzgeschichten-Stories
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1xhab ich gern gelesen
geschrieben 2018 von Clowndip (Clowndip).
Veröffentlicht: 23.09.2018. Rubrik: Unsortiert


Spaltung

„Mein Kopf ist eine Schachtel.“ sagte er sich immer wieder. „Mein Kopf ist eine geordnete saubere Schachtel.“
Seit Blick war an diesen ekelhaften Graugrünen Fleck an der Decke dieser Zelle geheftet.
Was war schiefgelaufen? Was hatte er übersehen?
Seit Tagen stellte er sich diese Frage. Seit Tagen lies er diesen Tag immer wieder revue pasieren. Diesen Tag an dem sich alles geändert hatte.


Aufgestanden war er wie gewöhnlich um sechs Uhr.
Stop...
Ein besonderer Tag:“Um Vier Uhr. Du standest auf um Vier Uhr. KONZENTRIERE DICH“
Natürlich. Um Vier Uhr. Er musste um Vier aufgestanden sein. Um seine Eltern hatte er sich ja am Abend davor gekümmert. Sie waren versorgt gewesen, gut versorgt.
Aber wie ? Wie waren sie den Versorgt?
Er wusste es nicht mehr.
„Egal, wie ging es weiter nach Vier? Es ist wichtig. Der Fehler, wo ist er?“

Er stand also auf, und zog sich den Schwarzen langen Ledermantel über das Schwarze Shirt und die graue ausgefranzte alte Jeans. Es war Warm, Sommer eben. Aber der Mantel war so wichtig. So wichtig für seine Botschaft. „Jaja die Botschaft. Stell sie hinten an. Wo war den jetzt der Fehler. KONZENTRATION DU HIRNI“

Also weiter. Er war Wach, Angezogen, Sauber, …
Was dann?
„Das Gesicht“ platzte es aus ihm. Er wunderte sich wie er das Gesicht vergessen konnte.

Er ging also ins Badezimmer und setzte sich das Gesicht auf. Es war nicht sein eigenes. Von seinem Vater hatte er es sich geborgt. Auch für die Botschaft versteht sich. Da es ihm zu groß war muste er es mit Tackernadeln fixieren.
Danach war er bereit zum Aufbruch. Er setzte sich in seinen alten roten Volvo und ging nochmal alles durch. Aufgestanden, angezogen (Sauber), Das Gesicht und....

„Was? Was und? „drängte diese Stimme scharf.

Und natürlich die Botschaft mit der Liste. Er krammte in der Seitentasche seines Mantels und zog einen haufen zerknüllter Blätter heraus. Er Ordnete sie und strich sie glatt. Danach wanderten sie in das Handschuhfach, wo er vorher noch seine Ledernen Handschuhe entnahm.
„Schon witzig oder? Die Handschuhe im Handschuhfach?“ lachte er laut gegen die Decke.
„SCHNAUZE. Denk lieber weiter“ entgegnette die Stimme.
Er haste sie. Er haste diese Stimme, welche ihm auf Schritt und Tritt zu folgen schien.

Sie hatte Recht. Er musste sich endlich Konzentrieren. „Mein Kopf ist eine Schachtel. Mein Kopf ist eine saubere, geordnete Schachtel.“ und weiter geht’s.

Das Auto fuhr los. Alles war perfekt. Die Liste dabei, das Gesicht auf, Die Botschaft dabei und wenn er ankommen würde wäre auch der altePeter da um die Tür zu öffnen. „Ich meine weswegen auch nicht oder? Er war immer zwei Stunden vor allen anderen da. Um in Ruhe alles zu kontrollieren, oder einfach nur so. Woher soll ich das wissen. Er wird mir schon helfen. Er musste mir helfen“

Aber weiter im Text.
Angekommen war er um Füf Uhr Zwanzig. Genau wie geplant. Von Peter noch keine Spur.
Rasch stieg er aus und ging zum Kofferraum.
Er entnahm die schwere Schwarze Sporttasche und die schwere klappernde Plastiktüte. Er stellte sie neben der Fahrertür ab und wollte sie öffnen.
„Doch dann kam Peter.“
Genau. Peter schleppte eine Leiter zum Hintereingang. Also folgte er ihm hinter die Ecke des Hauses. Die Taschen wird schon niemand aufmachen. Wer geht schon an fremde Sachen. Nach fünf minuten kamm er mit Peters Schlüsselbund zurück.
„Wo war Peter“ fragte die Stimme.
„Na den habe ich doch schlafen geschickt du Idiot“ schrie er die Stimme an.
Also weiter im Text. Tür aufgeschlossen, Tasche in der linken, Beutel in der rechten Hand und ab ins Gebäude.
Er lief den langen stickigen Gang entlang bis zum Direktorenbüro. Zuerst den Beutel leeren, dann die Leitungen, dann in die Kammer.
Er griff in den Beutel und holte die durchlöcherten Dosen heraus. Sie hatten eine lange dünne Schnurr an einem Ende, und eine Metallöse am anderen. Angemalt hatte er sie auch. Je nach Einsatzgebiet.
Er verlies das Büro und machte sich ans Werk. Überall im Haus befestigte er die Präperate an der Decke, an Türrahmen und über Fensterfassungen. Die Schnürre wurden durch die Ösen gezogen und so an den Wänden entlanggeführt dass sie nur schwerlich auszumachen waren.

„Jetzt beeile dich mal.“ rief sie wieder in seinen Kopf.
„Halt den Mund. Jeder Schritt ist wichtig.“
Der Fleck an der decke schien sich zu verändern, größer zu werden.
Egal, Konzentration.
„Mein Kopf ist eine Schachtel. Eine saubere geordnete schachtel“
Und weiter im text.....
Nachdem die Dosen aufgehangen waren machte er sich auf in den keller. Vor dem verteilerkasten blieb er stehen und öffnete ihn.
Aus der Innentasche seines Mantels holte er ein kleines Taschentool, mit messer, Zange und Nagelschere.
Aus der rechten manteltasche zog er eine Computerplantine. „Aber nicht alle durfte ich trennen. Nur Glocke und Telefon“ sagte er zu sich selber.
Zum Text zurück....

Also wurden Glocke und Telefonkabel sorgfältig von den anderen getrennt und mit der Plantine verbunden. Kasten wieder zuund weiter geht es. Sieben Uhr Fünfzehn. Genau nach Plan.
Jetzt geht es in die Kammer. Er ging zurück zum Büro, schnappte sich die Sporttasche und ging in den zweiten Stock. Dort setzte er sich in die Besenkammer und schloss die Augen.
„Dann hies es warten.“ sagte er zu sich, währrend er weiter die decke anstarrte.
„Bisher war aber kein Fehler zu sehen. Alles präzise und gründlich.“ entgegnette die Stimme.
Text....

Sieben Uhr 45.
Alle da. Nun heisst es Loslegen.
„Kommt jetzt der Spannende Teil?“ sagte die Stimme.
Diese Stimme. Wie seine eigene,nur komplett anders. Nett und zynisch zugleich,warmer Klang mit kalter spitze. Sein einziger freund, und trotzdem sein größter Feind.
Der Fleck wurde größer, dunkler. Er schien nach und nach die Decke zu verschlingen und ihn holen zu wollen. Ihn störte es wenig, da es seinem Plan entsprach endlich zu gehen.
Der Plan, der Fehler, die Schachtel...
„Mein Kopf ist eine Schachtel, eine saubere geordnete Schachtel“
…..

Alle da, Loslegen, fertig werden.
Er öffnete die Augen und stand auf. Aus seinen Taschen krammte er Peters Schlüssel, und verlies die Besenkammer. Sie waren in ihren Räumen. Die Flure geleert. Alles wie nach Plan, ohne Probleme.
Er machte sich auf zum Haupteingang, verschloss ihn und brach den Schlüssel im Schloss ab.
„Gute Idee. Niemand rein, niemand raus.“ unterbrach die Stimme. Er beachtete sie nicht, er wollte endlich den Fehler ausfindig machen.
…....

Jetzt konnte es losgehen. Er rannte die Treppen nach oben zur Kammer um endlich die Sporttasche zu leeren. Das lange Eisen in der linken Hand, steckte er das kleine mit der rechten hinten in seinen Gürtel.
Auch ein Klappmesser und ein kleinerHaushaltshammer fanden ihren Weg an seinen Hosenbund.

Ein Blick auf die Liste und er beschloss bei seinen eigenen Leuten anzufangen.
Sein Herz pochte, als er die Treppe nach unten stieg.
An der Tür angekommen, atmete er einmal tief durch und hob seine Hand. Er ergriff eine der Schnürrenden Enden der Angemalten Dosen und zog. Ein Knall erfüllte die Luft, alsbald er in schwarzen dicken Rauch gehüllt wurde. Er suchte nach der Türklinke und stieß die Tür laut auf.
Ängstliche Aufschreie und lautes gemurmel entweichten dem belebten Raum.
„Dann sprach er. Einfach in die Dunkelheit hinein. Dieser Bastard einer Aufsichtsperson.“ entglitt es ihn, währrend ihm der Fleck mittlerweile wie ein grüngraues Meer vorkamm in welchen er zu versinken schien.
„Halt die Klappe und Konzentriere dich. Jetzt wird es spannend.“
Diese Stimme....

„Kopf..,. Schachtel... Sauber... ICH....“

...Text...

Er wusste das er nicht zu sehen war. Er wusste das sein gegenüber in die Undurchdringliche Dunkelheit sprach.
Nummer Eins auf seiner Liste. Er schob den schweren Lauf durch die Tür und... Schuss.
Laut krachte der Körper auf den Boden. Er rührte sich nicht mehr.
Angstschreie, Panik und Furcht durchfluteten den Raum. Er machte zwei Schritte nach vorn und durch die Tür, währrend sich die verbliebenden Persönlichkeiten in die hintere Ecke flüchteten. Stühle und Tische wurden gerückt, währrend er sich den Schafen zuwandte.

Mit Tränen in den Augen und unter furchtgetriebenen geschluchze sahen sie ihn an.
„ Die Botschaft, Schritt Eins: Lege deine Masken ab.“

Und so war es. Er zog sich das matschige, stinkende Gesicht vom Kopf. Er spürte wie die Tackernadeln rissen und ihm die Wangen zerkratzten. Er offenbarte wer er war. Ihre Augen wurden groß.
„Und dann wollten die ach so mutigen Sportässer sich mir entgegenstellen.“ bemerkte er Wütend, währrend er sich der größer werdenden Dunkelheit hingab.
„Das war nicht geplant aber nicht der Fehler. Die waren überrascht wie schnell ein Schuss das Leben beenden kann. PENG.. PENG... und beide weg für immer.“

Und so war es auch. So lagen eben früher als erwartet drei Leblose Körper am Boden.
Der Rest wagte es nicht sich zu rühren. Zwei oder drei redeten auf ihn ein wie sehr sie ihn doch mochten und wieso er es nicht beenden und mit ihnen etwas unternehmen wollte. Andere Entschuldigten sich unter Tränen für alles was geschehen war. ….....HEUCHLER.......
Er richtete sich groß auf und nahm sein ihm gegebenes Werkzeug in Anschlag und erlösste sie von ihrem Leid. Schreie, Blut, Tische und Stühle welche umgeworfen wurden, Blätter die aufgewirbelt wurden tanzten einen makaberen, aggresiven Tanz. Nach kurzer Zeit war alles vorbei. Schreie verstummten und der Rauch verzog sich. Ohne sich beirren zu lassen drehte sich der Schütze um und verlies das von ihm erschaffene Grab. Auf dem Flur liefen zwei Lehrer, welche vom Lärm angezogen worden waren in richtung des Lehrerzimmers. Keiner der beiden schaffte es sein Ziel zu erreichen. Er setzte seinen Weg den Kooridor entlang fort bis zum Direktorat. Krachend trat er die Tür ein und sah die Sekräterin im Vorzimmer welche weinend und Flüche schreiend gegen die Tür der Leitung trommelte. Wahrscheinlich hatten sie sich dort versteckt und die arme frau alleine den Monstern überlassen.
„Ich wollte ihr helfen. Also beruhigte ich sie einfach und schickte sie zu den anderen Befreiten.“

Er schritt über ihren Körper hinweg und legte die Tür in Schutt und Asche. Hinter dem dicken Hölzernen Schreibtisch sahs ein dicker,schwitzender Mann. Er sah wie der Mann den Hörer des Festnetz in der Hand hielt, welches er vorher mit der Glocke zusammen überbrückt hatte.
„Ich weiss noch wie ich ihn gefragt hatte wie der Empfang sei.“ sagte er lächelnd in die Stille Dunkelheit hinein.

Dieser Fette, stinkende, egoistische Typ, welcher ihn so oft erniedrigt hatte, und wegsah wenn die Schafe zu Wölfen wurden. Dieser Mann war für ihnn die Wurzel allen Übels.
Wieder schrie er ihn an, doch diesmal war es das letzte mal. Er zog seinen Hammer und hieb einmal auf den Kopf des Mannes ein. Dieser stammelte nur noch ein paar wie Matheformeln klingende worte vor sich hin, währrend er ihm mit seinem Messer die Arme tief von der Hand bis zur Ellenbeuge Aufschnitt. Blutend und von allen Sinnen befreit lies er ihn für sein einsames ableben zurück.

Als er das Zimmer verlies hörte er einen,mehrere schrille Töne. Die Glocke war abgeschaltet, das Festnetz überbrückt, die Handys....

„DA, … Ein Fehler. Handys. Ich habe die Handys vergessen.“ rief er ins nichts. „Hey du miese Stimme. Noch da? Ich hab die Handys vergessen.“
Erst jetzt bemerkte er wie lange sie schon still gewesen war. Keine Beleidigung, kein zynischer Kommentar, keine belustigung oder Feststellung ausserhalb seiner selbst.

Die Leere kamm ihm erdrückend vor. Irgendwie war ihm, als würde ein elektrisches Signal, wie ein Stromschlag seinen Körper für sich einnahm. Schmerzhaft, stärker werdend, unerbittlich.

„Schachtel,.... geordnet.... Kopf“

.TEXT.

Er schlich die Flure weiter entlangsuchter Zimmer um Zimmer auf. Mal stieß er auf Widerstand, mal auf Flehende Gesichter, und einige hatten die gelegenheit genutzt und waren aus den Fenstern in die tiefe gesprungen. Draussen schrien ihn Uniformierte Personen entgegen. Sie sagten sie hätten seine Eltern gefunden. Den Hausmeister gefunden.
Sie versuchten die Türen aufzubrechen. Die Zeit wurde knapp.
Schnell lief er die Räume ab in denen immer weniger und weniger Personen anzutreffen waren. Die Fenster waren weit geöffnet und sie so entfleucht.
„Da war dieser Fehler. Fenster... NICHT VERSCHLOSSENE FENSTER!!!!!“ schrie er mitlerwile unter ungeheueren Schmerzen, welche seinen Körper von den Zehen bis in die fingerspitzen durchzogen. Es war ihm als müsste er sich krümmen obwohl er sich nicht einen Zentimeter Bewegte.
Sein Gefühl für die Zeit verschwand und eine Minute kamm ihm vor wie Stunden die Vorüberzogen. Wo war sie? Die Stimme, welche in gezwungen hatte sich zu Konzentrieren... Sich zu Erinnern.
...Schach...tel....
… … …

Er begab sich zur Bibliothek. Die Liste abhaken? Zu Spät.
Die Sache abblasen und die Strafe hinnehmen? Undenkbar.

Am Ziel angekommen zog er durch die Buchreihen. Vorher hatte er vorgesorgt dass ihm niemand zu folgen vermag.

Unter den Tischen sahsen heulende Schüler. Sie kümmerten ihn nicht mehr.
Natürlich kümmerte er sich jedoch um jene welche versuchten zu fliehen.
„Die Botschaft, Schrit Zwei: Niemand kann entkommen......“

Hinter sich hörte er einen Knall, dann noch einen, und noch einen. Dann Schreie, Husten, Poltern.
Die restlichen Präperate hatten ihre Arbeit getan.

An der Hintertür zum Parkplatz stoppte er apruppt. Er hörte eine gedämpfte Stimme. Wie durch eine dicke Wand. Er wusste nicht woher sie kamm. Nach ein paar Augenblicken wurde sie klarer...
„Sag mir, wo möchtest du hin? „ sagte sie ihm. Sie war Hell und Klar. Sie Klang fast wie seine Eigene, nur Komplett anders.
„Sag mir, weshalb gibt’s du auf?“
„Sag mir, was tust du jetzt?“

Ihre Fragen bohrten in seinem Schädel. Er beachtete sie nicht und stieß die Tür auf.
Lauter Scheinwerfer waren auf ihn gerichtet und blendeten seine Augen. Er zog die Pistole aus dem Gürtel und richtete sie nach vorne aus.

„Oja. Sieht nicht gut für deine Mission aus oder?“

„Nein, dass tat... es nicht“ sagte er sich währrend der Schmerz seine Sinne zu lähmen begann.

Er gab einen Schuss aus der Waffe ab. Einen Zweiten. Einen Dritten.
Dann schien es als kämmen sie zurück. Erst einer. Dann ein Zweiter. Ein Dritter. Ein Vierter?

Sein Körper wurde Taub. Er fiel auf die Knie und schloss die Augen.

Als ihm die Schwärze umzog hörte er diese Stimme:
„Die Botschaft, Schritt Drei: Du bist dir Selbst der größte Feind“

Nichts...

Kein Ton...

Kein Bild...

Kein Gefühl.....

Als er die Augen öffnete war es ihm als wäre eine lange Zeit vergangen. Er lag in einer Zelle, jedenfalls den Gittern vor dem dunklen Fenster zu Urteilen.

Er schaute an die Decke, wo ihm ein kleiner grüngrauer fleck ins Auge fiel.


Er dachte nach. Lange... Viel.... Ausschweifend...

„Mein Kopf ist eine Schachtel. Mein Kopf ist eine saubere, geordnete Schachtel“, als er plötzlich wieder diese Stimme hörte..........


CLOWNDIP

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