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5xhab ich gern gelesen
geschrieben von Onivido kurt.
Veröffentlicht: 27.11.2022. Rubrik: Satirisches


Wort zum Sonntag

Gott sei Dank, bin ich auf Grund meiner fortgeschrittener Englischkenntnisse in der Lage deutsche Zeitungen zu lesen . Aber was soll ein potentieller Leser machen , der in der DDR zur Schule gegangen ist und nur Russisch gelernt hat? Entweder er lernt die Bedeutung von Performance, Hardcore, Mindset, Bullshit, Statement, Follower, Blackout, Youngster, Newsletter, Highlight, News, Details, Power, Flow, Headline, Crash, No Go Area, Lockdown, Shutdown, Long Covid, Online Trader, Welt-Guide, Spoiler, cool, Drag Queen, Queer, Backlash, Deal, News-Ticker, Safety first, Hit, Kick-Off, Pipeline. RSS-Feed, must have, last but not least und so weiter, oder er liest nur russische Zeitungen. Die darin veroeffentlichen Nachrichten dürften zwar nicht den Tatsachen entsprechen, aber das gleiche kann von deutschen Medien behauptet werden.
Jedoch sogar für eine umfangreich gebildete Person wie mich gilt es sprachliche Hindernisse zu überwinden. Als ich in einer Schlagzeile (Headline , für jüngere Leser) “Geiles Spiel” las, erwartete mein lüsternes Gemüt eine Beschreibung zwischenmenschlicher Begegnungen von nackten Männlein und Weiblein.Es ging aber nur um das Fussballspiel Frankreich gegen Australien mit keiner einzigen entblösten Person. Nicht einmal eine nackte Flitzerein lief über den Rasen. Das wäre doch als Zeichen zu werten gewesen, als Protest gegen das frauenfeindliche Regime in Qatar. Allerdings muss ich einräumen, dass auch ich sprachlich noch etwas nachzuholen habe. Immer noch klingt in meinen Ohren ein Song von Harry Belafonte, “Down the way where the nights are gay. …“ Immer noch denke ich, dass “a gay man” ein fröhlicher Mann sei. Dennoch fühle ich mich berufen den jungen “Studierenden”, sowie ihren “Lehrenden” und Politikern sowie der Allgemeinheit zu erklären , dass es keinen Rassismus gegen Muslime geben kann, weil Muslime ebenso wie Christen keine Rasse sind, sondern Anhänger einer Religion, die von Angehörigen aller Rassen praktiziert wird. Ausserdem gibt es doch gar keine menschlichen Rassen, wurde wissenschaftlich nachgewiesen, ergo kann es auch keinen Rassismus geben. Es gibt nur unterschiedliche Ethnien. Der einzige Unterschied zwischen den Ethnien sei, laut den eifrigen Forschern in dieser Materie, die Hautfarbe. Männern dürften allerdings beim Vergleich von Chinesinnen mit Afrikanerinnen noch andere Unterschiede aufgefallen sein. Bezueglich der Maenner hüllen sich Frauen bei diesem Thema in damenhaftes Schweigen.
Auch Antisemitismus ist ein Wort, das vor allem von Politikern immer gerne missbraucht wird. Es ist mir unklar, warum die eingewanderten Araber des Antisimetismus beschuldigt werden. Hassen sie sich selbst? Sind sie weniger Semiten, als die Ashkenazis? Wäre es nicht richtiger von Judenhass zu sprechen?
Natuerlich ist Sprache einem zeitgemaessen Anpassungsvorgang ausgesetzt. Aus diesem Grund gibt es Wörter der deutschen Sprache deren Bedeutung in Vergessenheit zu geraten scheint,wie zum Beispiel “ Anstand, Arbeit, Pflicht, Logik”. In etwa ersetzt wurden diese Begriffe durch Political Correctness, Wokeness, Selbstrealisierung, Anspruch und Querdenkersymtome. Dank des Wirkens eines deutschen Politikers und dessen Hofnarren ist das Wort Pflicht noch nicht ganz in Vergessenheit geraten. Es bleibt als Impfpflicht erhalten.
Ich wuensche allen einen Fernseh freien, erfrischenden Sonntag.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Horst Radmacher am 27.11.2022:
Kommentar gern gelesen.
Hola Onivido. Du hast recht, der Gebrauch von Anglizismen ist hier seuchenartig unterwegs. Die DDR hatte es seinerzeit aber auch einfacher: Lehnwörter aus dem Russischen, das wäre schwierig gewesen und spätestens bei der Zusammenführung sehr problematisch. Daher der Zugriff auf die Sprache des imperialistischen Feindes: z. B. Substantivierung von 'to broil' zum 'Broiler'. Bei Unterscheidung von Menschen in Arten/Sorten ist es schwieriger. Das Beispiel 'Anti-Semitismus' zeigt, zurück auf den Ursprung, das funktioniert oft nicht. Alle Nachkommen von Noahs ältestem Sohn, Sem, sind Semiten; heute eine ungeheuer große Vielfalt, gegen die keiner ernsthaft etwas haben kann. Es ist zu hoffen, dass der Rassismus aus der Welt ist, wenn der Begriff Rasse erst einmal aus dem Grundgesetz gestrichen worden ist: ohne Rasse kein Rassismus, oder? Feliz Domingo, Horst.




geschrieben von Onivido kurt am 29.11.2022:

Hola Horst, meine Gedanken zum Rassismus sind wahrscheinlich nicht konform mit den von Wissenschaftlern gefundenen Aspekten, weil sie nur auf persoenlichen Beobachtungen beruhen. Im folgenden beschreibe ich verschiedene Typen von Rassisten wie ich sie wahrnehme. 1) Der Rassist fuehlt eine Abscheu vor anderen Rassen , vergleichbar mit dem Gefuehl von Menschen denen vor Spinnen oder Ratten ekelt.Je nach seiner Intelligez reagiert er darauf verschieden. A) Ein intelligenter Mensch unterdrueckt diese Gefuehle, da er sie als irrational empfindet, vermeidet aber nach Moeglichkeit gesellschaftliche Beziehungen B) Ein intelligenter Mensch, der dieses Gefuehl nicht unterdrueckt und es mit der Realitaet zu rechtfertigen sucht. C) Dummer Mensch braucht nichts zu rechtfertigen. Er suehlt sich in seiner Abscheu 2) Anerzogener Rassismus verursacht durch das Elterhaus, oder das Umfeld, oder durch absurde Presse ( woke Presse kann durchaus auf dafuer unschuldige Menschen Hass erzeugen). Ich weiss nicht ob Geschmacksache nicht auch mit Rassismus verwechselt wird. Dazu ein reales Beispiel. Ein chinesischer Kollege und ich waren in einer uns fremden europaeischen Stadt im selben Hotel untergebracht. Jeden Abend Punkt 7 klopfte er an meine Tuer um gemeinsam zum Abendessen zu gehen.Eines Freitags beklagte er sich, dass morgen wieder Samstag sei und er schon nicht mehr wuesste, wie er sich den Annaeherungsversuchen einer einheimische Kollegin entziehen konnte. Als er mir ihren Namen nannte war ich sehr ueberrascht. Sie war sehr attraktiv.Deshalb fragte ich ihn nach dem Grund seiner Ablehnung. Ihm gefielen keine Europaerinnen sagte er und fragte im gleichen Satz, ob mir denn Chinesinnen gefallen wuerden. Damals gab es eine chinesische Saengerin (Wei Wei) mit lieblichem Gesicht und nicht zu verachtendem Koerperbau. Als ich sagte, ich waere einem koerperlichen Kontakt mit ihr durchaus nicht abgeneigt, sah er mich an, als haette ich ihm eine sexuelle Abnormalitaet geoffenbart. Ausserdem sagte er, sie sei gar keine Han Chinesin, was offenbar die Ungeheuerlichkeit meiner Geschmacksverfehlunng mindern sollte. Noch was, Ethnien unterscheiden sich nicht nur durch verschiedene Hautfarben, sondern auch durch unterschiedliche koerperliche Eigenschaften. Ob das den Wissenschaftlern schon aufgefallen ist? Muchos saludos///Onivido




geschrieben von Horst Radmacher am 29.11.2022:
Kommentar gern gelesen.
Hola Onivido, da hast du aber auch ein Thema am Wickel! Stimmt, dem Rassismus ist mit der reinen Wissenschaft alleine nicht beizukommen. Es gibt unzählige von deinen Beispielen - täglich, weltweit. Das Beispiel des Han-Chinesen ist exemplarisch: Diese Ethnie ist bekannt dafür, dort, wo sie dominiert, auf Diversität keinen Wert zu legen, sie "vermischen" sich nicht gerne. Denen täte eine bessere Grundkenntnis der Anthropologie gut: ALLE Menschen stammen vom Homo Erectus ab, auch Chinesen! Und nun kommt's: Der weiße Europäer z.B. weist zu 99,9% die gleiche DNA wie ein Schwarzafrikaner auf; dazwischen sind alle Menschen irgendwelche Mischungen, nicht nur bezgl. der Hautfarbe. Das muss man Ignoranten immer wieder klarmachen. Anerzogene Vorurteile und Narrative sind Gift. Deine sexuelle Bereitschaft gegenüber Frauen anderer Ethnien ist löblich. So etwas könnte im Erfolgsfall mehr Diversität bringen. Saludos, Horst.




geschrieben von Onivido kurt am 30.11.2022:

Hola Horst,” Deine sexuelle Bereitschaft gegenüber Frauen anderer Ethnien ist löblich.”Haette mir das ein Venezolaner geschrieben , wuesste ich, dass das Ironie ist. Bei einem Bewohner der Kueste der Nordsee bin ich mir nicht 100% sicher. Uebrigens haben wir Menschen sogar zu 99% dasselbe DNA wie unsere Verwandten die Schimpansen. Das erklaert vieles. Saludos y buen día///Onivido




geschrieben von Horst Radmacher am 30.11.2022:
Kommentar gern gelesen.
Hola Onivido. Ganz sicher, der Sinn für Humor ähnelt bei vielen hiesigen Küstenbewohnern dem der Karibikküste - bei uns an Nord- und Ostsee kommt er allerdings oft sehr trocken rüber. Deine sexuellen Präferenzen würde ich niemals ernsthaft kommentieren wollen. Nur 99%? Ich hätte mehr vermutet - ein großer Unterschied zu Schimpansen ist bei etlichen Menschen nicht festzustellen . Saludos y también buen dia. Horst




geschrieben von Gari Helwer am 30.11.2022:
Kommentar gern gelesen.
Schmunzelnd zur Kenntnis genommen, dass Du, Onivido, dank fortgeschrittener Englischkenntnisse in der Lage bist, eine deutsche Zeitung zu lesen... Die Verhunzung der deutschen Sprache durch Anglizismen finde ich höchst überflüssig. Noch schlimmer finde ich das "Gendern"! Statt hanebüchene neue Wörter zu erfinden, sollten wir Vielfalt ehren und leben! Was nützen neue Begriffe, wenn wir im Inneren noch die Schimpansen sind, die nur das eigene Rudel akzeptieren und Alle, die fremd sind, nieder machen! - Ich habe übrigens in einem sehr netten im Hause lebenden jungen Iraker einen neuen Cousin gefunden (und er eine Cousine) - wir stammen nämlich beide von Sem ab... Deinen Dialog mit Horst habe ich ebenfalls sehr gern gelesen! Liebe Grüße




geschrieben von Onivido kurt am 30.11.2022:

Hallo Gari,es freut mich, dass dich das Wort zum Sonntag und der Meinungsaustausch mit Horst ein wenig unterhalten hat.Das "gendern" ist mit Abstand das Duemmste das den Wokelingen eingefallen ist. Aber wer weiss, wie lange es diese Spitzenposition halten kann. Versuche von deinem Cousin ein paar Worte Arabisch zu lernen. Beste Gruesse///Onivido

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