Kurzgeschichten-Stories
Autor
Schreib, wie Du willst!
Startseite - Registrieren - Login - Kontakt - Impressum
FacebookMenu anzeigenMenu anzeigen
2xhab ich gern gelesen
geschrieben von Keso.
Veröffentlicht: 01.12.2018. Rubrik: Spannung


Nur Farbe

Nur Farbe

Er schlägt auf den Tisch. ,,Wir holen sie uns!“
Wir sitzen zu acht um den runden Holztisch.
,,Wir“ sind acht Versager die zusammen die Zeit totschlagen oder,
wie wir sagen würden, eine Graffiti Crew. Alle Anwesenden sind zwischen sechzehn und zwanzig und gucken ratlos Jim an. ,,Wir holen sie uns!“ wiederholt er sich.
Ein Throw up(^1) am Bahnhof auf das wir alle mächtig stolz waren wurde von Toys(^2) gecrosst(^3). Was für bescheuerte Wörter- kommt mir der nächste Gedanke. Und überhaupt was für ne bescheuerte Idee.
Wir malen ein Wort an eine Wand, was uns verbindet, ein paar andere Typen malen ihr Wort über unsers, weil die Stelle gut ist. Wir starten daraufhin eine Hetzjagd. Wegen Kunst. Wegen Farbe. Über anderer Farbe.
Wir verlassen Simons Haus, setzen uns in die Bahn und stehen zehn Minuten Später Vor dem Club in dem heute Nacht der Rave(^4) stattfindet. Alles ist grün beleuchtet. Laute Bässe wabern uns entgegen. Wir müssen gefährlich aussehen. Wir kennen die Gesichter die zu dem Piece(^4) gehören, das nun über unserem steht. So ist die Szene. Obwohl die Jungs kleine Fische sind kennt man sich über Umwege und auch die Künstlernamen. Jim hat einen der Jungs schon aufgespürt und brüllt jetzt gegen das Wummern an. Das Wummern übertönt alles.
Die Antwort des Typen sowieso.
Der verschwindet dann schnell um mit seinen Jungs abzuhauen, doch sie haben Pech. zwei Straßen weiter laufen sie uns in die Arme.
Wir. Zwei Gruppen, die nichts miteinander zu schaffen haben.
Was mache ich hier? Ich kenne einige von den Jungs aus der Grundschule. Sie erkennen mich nicht, denn ich habe ein Bandana vor dem Mund und meine Cap tief ins Gesicht gezogen. Wir tragen alle schwarz mit lila Maske. Ziemlich cool.
Dann ein kurzer Blickkontakt. abschätzend. Ich warte das die Beleidigungen und die Vorwürfe anfangen.
Die Jungs hinter mir lauern. Was mache ich hier?!
Ohne Warnung schlägt Nicholas zu. Die Faust trifft den vordersten ins Gesicht. Er stöhnt. Dann bricht die Hölle los.
Nachdem ich mich gefasst habe, trete ich dem Typen vor mir die Beine weg. Er muss um die siebzehn sein. Er fällt. Simon tritt nach bis er sich nichtmehr rührt. Dann spüre ich einen kräftigen Arm um meinen Hals. Ich würge. Mein Angreifer ist wie von Sinnen. Ich tippe darauf das er Kokain im Blut hat, wie es auf solchen Raves üblich ist.
Daher kommt also die unglaubliche Kraft von dem eher schlaksigen Jungen der mich grade erwürgt. Ich gehe zu Boden. Das Gelb der Straßenlaterne beruhigt mich seltsam. Sterbe ich jetzt oder was?
Der Arm wird schlaff. Jim. Ich nehme mir vor ihm Später einen auszugeben. Ich rappel mich auf. Es sieht gut für uns aus. Drei von denen liegen am Boden.Ein Junge taucht in meinem Blickfeld auf.
Mein Adrenalin spritzt. Ich Treffe ihn mitten auf die Nase. Sein Blut spritzt. Guter Treffer. Die rote Flüssigkeit läuft mir den Arm herunter.
Simon schreit. Ich sehe ihn Blut überströmt am Boden. Wo ist der Feind? Ein Junge, höchstens fünfzehn lacht mich fies an. In seiner Hand hält er ein Springmesser. Eine Frechheit. Es ist eine Art unbeschlossener Kodex in der Szene das solche Kämpfe nur mit Händen ausgefochten werden.Wenigstens so vernünftig sind die Spinner. Ich sehe wieder zu Simon. Er ächzt.
Ich kann nichtmehr klar denken. Spüre eine unbeschreibliche Mischung aus Hass und Angst. Das Gefühl scheint mir fast urtümlich. Jeder hier hat es grade. Ich sehe eine Gestalt, die sich an den immer noch grinsenden Jungen schleicht. Er sieht sie zu spät. Jim packt seinen Messerarm. Der Junge quietscht überrascht und schon sind wir auf ihm. Seine Kollegen helfen ihm nicht.
Er sieht mich fast flehend an.
Ich sehe die selbe Unsicherheit wie bei mir. Warum musste der kleine Scheißer denn Sein Messer rausholen. Seine Augen sind Grün.
Sie funkeln merkwürdig. Der Moment verrinnt wie in Zeitlupe.
Besinnungslos Prügel ich auf den kleinen ein. Sein weißer Hoodie ist dreckig. Er heult nichtmehr.
Er gibt keinen Laut von sich. Ich glaube er ist bewusstlos. Seine Augen sind glasig.
Ich kann mich grade noch rechtzeitig aus der Bahn beugen als Felix Sneaker an mir vorbei zischt und den Jungen am Kopf trifft. Es klingt nicht wie in den Filmen. Es klingt scheiße eigentlich. Wie wenn man eine Melone wegschießen würde. Eine lebende Melone. Mir wird schlecht, doch es geht weiter. Als ich dann wieder aufschaue geht der letzte zu Boden.Er stand in einer Ecke um nicht von hinten angegriffen zu werden. Ein fataler Fehler. Er hatte keine Chance. Eine Rippe des Jungen unter mir bohrt sich aus dem Fleisch. Sein Messer liegt unter ihm. Sirenen. Ich laufe grade rechtzeitig um die Ecke als die Straße blau erleuchtet wird. Wir rasen die Gasse entlang. Auf ein Garagendach.
Springen in den Hof dahinter. Meine Adern kochen.
Dann teilen wir uns auf. Ich ziehe mein Sweatshirt über den Kopf. Es ist zu auffällig und die Bullen würden mich einer Zeugenbeschreibung sofort zuordnen können. Es glänzt rot. Ich laufe mit Felix zwei Straßenecken weiter. Dort schlendere ich in einen Subway. nach dreißig Minuten auf der Toilette gehen wir zur Haltestelle. Die Sirenen heulen nichtmehr.
Ich kann nicht denken.

Zwei Tage später stehen wir um eine Bank herum. Wir treffen uns zum ersten mal wieder seit der Sache. Jim flemmt das überstehende Longpape des Joints gekonnt ab. Inside out(^5), murmle ich anerkennend. ,, Den haben wir gezeigt, was Jungs?“ Die anderen lachen. Ich lehne den Joint ab den Jim mir hinhält und nehme meine Jacke von der Bank. Wo willst du hin? Fragt Noah.
Weg. Einfach nur weg. Ruft mich nie mehr an-murmle ich. Was? sagt Jim. Ich wiederhole es. Lauter. Ich bin mir jetzt sicherer. Die Jungs schauen mich fassungslos an.
Ohne noch ein Wort zu sagen gehe ich langsam aus dem Park.
Keiner hält mich auf.
Meine Mutter fragt mich nach der Schule. Ich sehe sie an. Sie hat grüne Augen. Die habe ich von ihr. Das ist kein Zeichen, murmle ich.
Es ist nur Farbe.


Schwierig un unnötig jetzt die Sprayerszene genau zu erklären, hier sind die Infos die für das Verständnis wichtig sind:


1: ,,Throw up“: eng. ,,Drauf werfen“ Ein schlichtes Graffiti bei dem nur Größe zählt, wird daher oft von vielen gleichzeitig gemacht,-geht schnell daher meist illegal)
2:,,Toys“:eng. ,,Spielzeuge“ Graffiti writer die neu in der Szene sind und noch nicht gut sind)
3:,,gecrosst“:eng. ,,überschreiten“ Ein Graffiti einer anderen Crew

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

Einen Kommentar schreiben

Weitere Kurzgeschichten von diesem Autor:

Ein ganz normaler Tag
Sie
Die Wölfe, die heulen