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geschrieben 2019 von kurt eichhorn (kurt eichhorn).
Veröffentlicht: 09.01.2019. Rubrik: Unsortiert


der rat des komodo

ich schlendere durch die strassen ubuds, jenem teil wo sich viele kunstgalerien und teure antiquitaeten laeden aneinanderreihen. ich schaue mir exotischen moebel und replika an, dunkles holz sehr viel schnitzerei, unpraktisch, aber mysterioes, oder auch sehr einfache kultische gegenstaende wie macheten, jagdtboegen usw. ich wollte mir ein paar schoene exemplare aussuchen bevor ich wieder in den westen, zurueck in meine alte heimat zog. ich plante mir dort ein romantisches haus mit indonesischen antiquitaeten einzurichten, geheimnisvoll und dunkel - um meine freunde zu beeindrucken, ihnen geschichten aus meinem leben in indonesien zu erzaehlen. ploetzlich fiel mir ein, dass ich dort ueberhaupt keine freunde mehr hatte, die ich haette beeindrucken koennen. sie waren entweder tot, oder alt und gebrechlich, in ihrer alltagsbewaeltigung versackt oder sie waren verschollen. ich waere also alleine mit meinem geheimnisvollen dunklen haus. ich konnte nicht mehr zurueck, der faden war gerissen. diese erkenntnis traf mich wie ein schlag und ich fing an furchtbar zu heulen. es waren krokodilstraenen.

in einer art zoo mit einem sehr grossen teich befanden sich riesige krokodile. ich stand mit anderen zuschauern an einer fensterartigen ausbuchtung, ca 5 meter ueber der wasseroberflaeche und wir beobachteten die krokodile beim spielen und kaempfen. ich war so entspannt, dass mir mein kleines diktaphon aus der hand und in den teich fiel. es landete auf dem trockenen, aber ich wusste nicht wie ich es zurueckbekommen sollte. es schien lebensgefaehrlich dort unten ans ufer zu gehen. ein junger zoo mitarbeiter kam mir zu hilfe und spang kurzerhand nach unten. einige krokodile schwammen eilig herbei. ich ging an einen anderes fenster und machte laerm um sie von dem ihm abzulenken. er hatte allerdings wenig furcht und brachte mir mein diktaphon promt zurueck. dann sah ich ploetzlich wie einige junge leute auf dem teich herumservten. die krokodile schienen offensichlich nicht gefaehrlich. ich ging hinuter zu einem etwas sonderbaren exemplar. es hatte einen menschlichen, verschmitzten gesichtsaudruck fast wie mein freund axx. ich streichelte es und es war sehr freundlich und komunikativ. es glich mehr einem komodo als einem krokodil. irgendwer rief mir zu, ich solle aufpassen die bestie sei falsch und giftig. im gleichen moment schnappte es auch nach mir, aber es war eher wie ein spiel als wie ein angriff.

das selsame tier sagte zu mir auf deutsch, dass es mein freund sei und ich nicht zurueck in den westen ziehen solle. warte mal, dass du deutsch kannst, muss ich auf meinem diktaphon haben. ich schaltete es ein und wachte auf. als ich den traum aufnehmen wollte, war es bereits eingeschaltet, der komodo war nicht zu hoeren nur ein selsames zischen.

in der ferne ein iman
ein vogel singt im garten
die zeit steht still,
gleich gibts fruehstueck.

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