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geschrieben 2019 von kurt eichhorn (kurt eichhorn).
Veröffentlicht: 08.01.2019. Rubrik: Unsortiert


iroman

iroman

mutch hatte in den letzten 4 wochen geworfen, aber mir die jungen noch nicht vorgestellt. sie ist eine vorsichtige und halbwilde katze, die auf java in einem weitraeumigen dschungel schwimmbad lebt. wir kannten uns bereits viele jahre. nach dem wurf sah sie sehr gluecklich aus, wenn ich sie streichelte waren ihre zitzen noch feucht und warm. wann immer ich sie rief, kam sie freudig angesprungen, dann gab es leckeren frischen fisch zum auffuellen der milchtanks.

seit gestern waren die zitzen schon ein tag lang prall und hart. saugen die jungen nicht mehr? ich ahnte, dass etwas mit den jungen passiert sein musste. ihre augen sahen sehr traurig aus. hat ein tier oder ein kater sie getoetet? sind sie villeicht in einem der becken ertrunken? als der gaertner vorbei kam, fragte ich, "wo sind die babies?". er druckste herum und dann erfuhr ich, dass ein paar kinder alle 4 jungen mit nach hause genommen hatten. mir brach das herz, wie konnte er das nur zulassen, die waren doch hoechsten 3 wochen alt. ich hasste diese kinder, ich haette sie und den gaertner umbringen koennen.

mutch tat mir sehr leid und ab sofort fuhr ich taeglich ins schwimmbad statt alle 2 tage. ich wollte sie troesten, schwimmen war unwichtig geworden. dieser schlag hat mich hart getroffen und mich tag und nacht beschaeftigt. ich konnte mich manchmal nur beruhigen, wenn ich direkt zu mutch fuhr. ich fragte andere arbeiter, aber alle sagten nur das gleiche. ich bot geld, wenn jemand die jungen zurueckbringt, aber sie kannten die adresse der kinder nicht. der gaertner hatte dabei geholfen die jungen einzufangen. mehr war nicht zu erfahren. er konnte mutch noch nie leiden. ich hasste und verfluchte ihn und dies scheiss kinder. soll doch alle der teufel holen!

normalerweise besuche ich mutch immer am fruehen morgen, doch wegen meiner unruhe kam ich dann auch einmal zusaetzlich am nachmittag. mutch kam mit ihren prallen und schlenkernden zitzen angewetzt und es freute mich, dass sie wieder etwas lebensmut zeigte. an diesem nachmittag brachte sie aber noch jemanden mit, einen kater und was fuer einen, ein riesiges tier, gross und muskuloes wie ein pitbull. Auch der kopf war sehr gross und in seinem maul blitzten ueberlange scharfe zaehne. ueber seinen riesenschaedel zog sich ein breiter dunklerer streifen, dessen haare laenger zu sein schienen. sein fell war grau schwarz marmoriert. er sah aus wie ein finsterer irokesenkrieger. er schaute mich stumm und lauernd an und knurrte leise. mir wurde mulmig zu mute, denn er haette mich uebel zurichten koennen. aber mutch sass auf meinem schoss und demonstrierte, dass ich ihr freund bin. langsam taute er auf und seine feindseeliger ausdruck wich neugierde und interesse. er fing an zu blinzeln und ich blinzelte zurueck, was so viel heisst wie "ich bin friedlich, ich will keinen kampf." ich lockte ihn mit einem dicken fisch und er machte eine bogen und hat sich von hinten meinem stuhl genaehert. den fisch legt ich unter den stuhl. als er frass habe ich in angefasst und dann gestreichelt, alles war friedlich und wir wurden freunde. er hat alle meine vorraete aufgefressen, die normalerweise fuer mehrere katzen gereicht haetten. waren mutchs jungen von ihm? das muessen praechtige kaetzchen gewesen sein. ich nannte ihn iroman.

als ich mutch heute morgen besuchte, standen auf dem parkplatz mehrere polizeiautos und ein rettungswagen. was ist los fragte ich? agus der boss vom schwimmbad sagte, dass jemand heute nacht den gaertner getoetet hatte. ich konnte es kaum glauben, sowas passiert doch in einem schwimmbad nicht. hat er sich den mit jemandem gestritten, fragte ich. agus meinte, "wir haben keine ahnung, er ist gestern laenger geblieben, weil er in der nacht den abfall vom sonntag verbrennen wollte." als ich zum rettungswagen kam, lag er da, der arme kerl, mit zerfetzter kehle. auf seine rechten wange waren ausserdem noch 4 laengliche wunden wie von messern eingeritzt. sie sahen aus wie eine markierung. ich wusste was passiert war, aber ich sagte nichts. diesmal war der gaertner nicht der moerder, sondern er war tot. spaeter sah ich mutch und iroman arglos im grass liegen. sie sahen sehr zufrieden aus. ich gab ihnen dicke fische. alles war friedlich.

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