Veröffentlicht: 27.04.2026. Rubrik: Lustiges
Projekt Poseidon: Warum mein Badezimmer jetzt ein Feuchtbiotop ist!
Willkommen in der Sanitär-Apokalypse, einem Ort, an dem die Physik weint und mein Hund Freddy überlegt, sich dem Tierschutzbund als politischer Flüchtling zu melden.

Mein Klo ist kein Sanitärobjekt, es ist ein Hovercraft. Sobald man Kontakt aufnimmt, gleitet die Schüssel in einer geschmeidigen 180-Grad-Drehung durch den Raum, während die Spülung einen konstanten Hochdruck-Nebel versprüht, der mein Bad in die Lungenklinik von Silent Hill verwandelt. Das Waschbecken ist derweil ein Mahnmal des Versagens: Siphon und Abfluss klaffen 5 cm auseinander, als hätten sie eine traumatische Trennung hinter sich. Das Wasser stürzt wie die Niagarafälle in die Tiefe, direkt auf Freddys Kopf, der mittlerweile mit Periskop und Taucherglocke bewaffnet durch die Fluten watet.
Und dann kam er. Der Endgegner aller Geruchsnerven.
Ein 150-Kilo-Rollmops, dessen Herkunft vermutlich irgendwo zwischen Timbuktu und einer vergessenen Dimension liegt. Als er die Wohnung betrat, starb zuerst die Zimmerpflanze, dann fiel Freddy in Ohnmacht. Dieser Mann trug Kleidung, die seit mindestens 39 Wochen eine Symbiose mit seinem Körper eingegangen war. Der Stoff hatte die Konsistenz von getrocknetem Teer und verbreitete ein Aroma aus ranzigem Ziegenkäse, verwestem Iltis und dem Schweiß eines gallischen Galeerensklaven. Er war nicht bekleidet, er war in eine biochemische Kampfstoff-Rüstung eingewachsen.
In meinem 2-Quadratmeter-Bad geschah das Unmögliche: Er quetschte sich hinein und verdrängte sämtlichen Sauerstoff. Die Luft wurde durch seinen 39-Wochen-Odem ersetzt. Er war so massiv, dass er die Wände nach außen drückte – mein Bad hat jetzt offiziell 2,1 Quadratmeter, weil seine Wampe die Statik des Hauses neu verhandelt hat. Sein einziges Werkzeug? Eine Zange, die so verrostet war, dass sie vermutlich noch beim Bau der Cheops-Pyramide im Einsatz war.
Dann die Krönung: Er amputierte die Toilette und ließ mich drei Tage mit dem nackten Schlund zur Unterwelt allein.
Ohne Haltegriffe, auf einem Boden, der durch den Sprühnebel glatter war als eine geölte Eisbahn, musste ich mein Geschäft verrichten. Es war Shao-Lin-Training für Wahnsinnige. Ich musste im Spagat über dem Loch schweben, die Fingerspitzen in die Fugen gekrallt, während der Geruch seiner hinterlassenen 39-Wochen-Aura meine Netzhaut verätzte. Freddy saß mit einer Gasmaske aus alten Socken im Flur und betete zu den Hundegöttern, dass ich nicht im schwarzen Loch verschwinde.
Falls du jetzt auch eine Atemschutzmaske oder einen Scheidungskurs für Haustiere brauchst, sag Bescheid.
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