Veröffentlicht: 01.10.2026. Rubrik: Menschliches
Aufgefallen
Sandra setzte sich an der Bushaltestelle mit Schutzhäuschen und grüner, neuer Bank um halb 7 Uhr neben mich. Nach einem Hallo und guten Morgen sahen wir uns an.
„Du warst gestern bei meinem Vater, hat er über mich geredet?“
„Hat er, doch auch über deine Schwester. Ihr seid keine Kinder mehr, müsst wissen was ihr tut und nebenbei ihr seid nicht meine Kinder“.
„Hast du nicht zum Glück vergessen zu sagen?“
Der Bus ließ auf sich warten und keine anderen Leute kamen zu uns. Sandra hatte Bockmist gebaut, dumm und heftig für ihren Vater. Alles kommt mal raus. Nicht alles aber heute geistern alle im Internet herum und finden mehr als sie suchen. Ich sah Sandra an bemerkte ihr zittern an den Händen die unruhig sich bewegten. Ihre Umhängetasche schien schwer. Sie griff danach legte sie zwischen uns.
„Du weißt mehr, sehe es dir an“.
„Sandra es geht mich nichts an, ich urteile nicht“.
„Ich habe es gewusst, du weißt alles und er wollte wissen, wie du drüber denkst“.
„Kann sein“.
„Ich brauchte Geld, mein Vater sagte nein und Gernot meinte…“.
„Woher kennst du diesen Abschaum, sag besser nichts du solltest wissen er saß einige Jahre ein und zog dann nach Köln“.
„Er ist wieder hier, traf ihn im Club, wo er Türsteher ist“.
„Türsteher war, du solltest dich dort fernhalten oder konsumierst du neuerdings dieses Dreckzeug, holst dir dort Nachschub“.
„Woher weißt du so viel, mein Vater hat es schon zu mir gesagt. Einmal habe ich mitgemacht, konnte nicht ahnen das alles rauskommt. Es ist fast ein Jahr her, sollte doch vergessen sein“.
Der Bus kam, wir stiegen ein und Sandra setzte sich neben mich im noch freien hinteren Bereich.
Sie begann wieder, nun leiser zu sprechen.
„Hast du den Film gesehen oder hat nur mein Vater davon gesprochen?“
„Ob ich habe oder nicht ist egal. Deinem Vater tat es sehr weh sowas sehen zu müssen. Es wurde ihm per Mail geschickt“.
„Das wusste ich nicht. Wer tat es?“
„Dein Vater regelt es. Halte dich fern von diesen Kreisen um diesem Club, denn der gehört mittlerweile“, ich brach ab denn nicht alles musste Sandra wissen. Meine Haltestelle kam, ich stieg aus. Der Bus fuhr weiter. Das mit Sandra erinnerte mich an meine Zeit, als ich 20 Jahre alt war. Da gab es einen Hobby-Fotografen, der in einem abgelegenen Haus wohnte zur Miete und sehr nett war zu jungen Frauen. Bei ihm ging es locker zu, bis die Fotos landeten an falscher Stelle und er angezeigt wurde. Der Freudentempel war ab da Geschichte. Breitgetreten wurde es in diesem mehr Dorf nach seiner Verurteilung und was folgte ahnt der Leser. Für Sandra die einst leichtsinnige war es eine lehrreiche Episode. Das Internet ist voll mit solchen Filmchen, Selfies noch dazu wo hinterher das Erwachen kommt bei so manchen Personen die sich plötzlich mit sich selbst konfrontiert sehen können. Die kleinen Influencerinnen meinen so berühmt zu werden. Jeder so wie er mag nur die Folgen an, die denken alle nicht. Untergehen in der Masse aber was ist, wenn mit KI diese Akteure bis ins Detail offen liegen?
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