Veröffentlicht: 23.09.2026. Rubrik: Kürzestgeschichten
Die Vorbereitung
„Wollen wir loslegen?“
Ich sah sie an, ca.10 Jahre älter, mehr Erfahrung und meine neue Chefin laut ihren Worten.
Viel Spaß am ersten Arbeitstag kam kaum das ich mich in der Lobby niedergelassen hatte, um zu warten laut Anweisung einer Empfangsdame deren Alter ich auf runde 60 schätzte. Sie tat mütterlich, lächelte in der Art in mir wohl ein neues Opfer zu sehen in diesem Stressunternehmen wo Personalwechsel normal war laut Bewerbungsgespräch. Nur die Besten überleben hier.
Einweisung in kurzen Worten, ein kommen sie mit, im zweiten Satz war aus den Sie ein du geworden. Ich nahm es hin. Kurz darauf gab sie mir eine Mappe und mein Passwort zum Einloggen auf dem PC. Sie schob mir ein Tastentelefon hin.
„Dann leg mal los, sobald es klingelt, bist du nett egal was dann kommt. Bis dahin lese dich ein. Ich komme am Nachmittag und frage dich ab, teste deine Erinnerung“.
„Nach 4 Stunden schon die erste Klausur?“
„Gut erkannt, es gibt Punkte dafür und die Endscheiden, ob du morgen wiederkommen darfst oder nicht“.
Mittagspause auf einer der Bänke in der kleinen Grünanlage. Man grüßte mich, einer sagte arme Sau da muss jeder Frischling durch am ersten Tag. Die es hörten auf der Bank nah lachten, gaben eine Zote zum Besten, die ich nicht verstand.
Nur die Harten überleben den Frauengarten sagte ein vom Alter her AZUBI, als er grinsend vorbeiging.
Die Klausur bestand aus Fragebögen mit ca. 80 Fragen. Meine Chefin beobachte mich die ganze Zeit über. Die Zeit war 25 Minuten. Ich fühlte mich wie in der Schule oder der theoretischen Fahrprüfung. Madam trank Kaffee und aß ein Franzbrötchen, während ich innerlich schwitzte. Um mich zu verwirren, meinte sie du kannst mich Janis nennen solltest du bestehen.
Psychoterror, dieses zu mir hinsehen, Lächeln und einmal zog sie ihre roten Lippen nach mit einem goldenen Lippenstift. Nach 20 Minuten stand ich auf, reichte ihr die Fragebögen.
„Du kannst dich entspannen, Gebäck und Kaffee stehen drüben“.
Sie verließ den Raum. Ich hörte sie auf dem Gang mit einem Mann sprechen. Schritte entfernten sich, stille trat ein.
Telefon nach für mich nicht laut, sondern ein grünes Licht blinkte. Die Order kam zum Einfinden im Raum 9 eine Etage höher.
Sekt in Gläsern stand bereit und vier erwartungsvolle Gesichter sahen mich an.
„Herzlichen Glückwunsch und willkommen in unserem Team“. Drei Frauen, ein Mann mit Vollbart und kaum Haaren reichten mir ihre rechte Hand. Meine Chefin umarmte mich.
„Wir gehen jetzt gemeinsam zum Essen, Geschäftsessen“.
Innerlich grinste ich, sie hatten es geschafft und da ich bisher für ihre Konkurrenz tätig war schienen die vier leitenden Angestellten wirklich etwas zum Feiern zu haben. Nur was ich wusste, ahnten sie nicht. Ich war drin bei ihnen, hatte mein Ziel erreicht. Nur noch einige Monate warten und dann würden sie geschluckt, übernommen werden.
Ich spielte weiter den Neuen, der gerne lernte, Verbesserungen vorschlug und die Personaldichte auflockern würde. Statistik ist alles, Modernisierung vorrangig damit Personal eingespart werden kann. Danach gäbe es für mich eine neue Aufgabe, denn Expansion ist ein lukratives Geschäft für den der Schwachstellen ausmerzen kann und die nötige Härte besitzt neben ausreichend Kapital.
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