Kurzgeschichten-Stories
Autor
Schreib, wie du willst!
Startseite - Registrieren - Login - Kontakt - Impressum
Menu anzeigenMenu anzeigen
2xhab ich gern gelesen
geschrieben 2016 von Rabia Tasdemir (Rabia_Tasdemir).
Veröffentlicht: 21.08.2019. Rubrik: Grusel und Horror


Die Mysteriöse Frau

Der Atem des Todes, dieser Duft ist so verlockend und anziehend. So reizvoll, schön, dunkel und Endgültig. Heute Nacht liegt dieser Duft in der Luft, ich kann es fühlen bis in meine Knochen hinein. Der allgegenwärtige Tod ist anwesend und holt sich jemanden ganz in der Nähe.

Ich laufe in den Gassen der schlafenden Stadt umher und lausche in die stille kalte Nacht hinein. Es ist so ruhig....so Einsam. Die Fenster der Häuser an denen ich vorbei laufe sind dunkel, es brennt kein einziges Licht.

Plötzlich erhasche ich vom Augenwinkel aus einen weißen Schleier, der im Wind flattert. Ich drehe mich um und sehe eine Frau. Ein weißes Kleid ziert den schmalen Körper, dass die leichenblasse Haut und die pechschwarzen langen Haare zum leuchten bringt. Sie geht schon fast schwebend und mit einem leeren Blick in eine Gasse hinein. Ich weiß nicht warum, doch ich folge ihr.

War sie ein Geist, eine Erscheinung oder doch eine Fee? Ich wusste es nicht, doch ich wollte es herausfinden. Unauffällig versuche ich ihr zu folgen und bin wie gefesselt von ihrem Anblick. Sie ist eine mysteriöse Schönheit. Ihre Haare wehen im Wind und ihre Elfenbeinfarbene Haut glänzt in dem Licht des Vollmondes. Ihr Weg führt sie aus der Stadt heraus und in den dichten dunklen Wald hinein. Was wollte sie dort zu dieser späten Stunde? Ich musste ihr einfach folgen ich konnte nicht anders, auch wenn ich eine Gänsehaut bekam.

Der Wald zog langsam an mir vorbei und wir Liesen ihn bald hinter uns. Vor uns lag nun eine weite Fläche und eine Klippe. Die Frau steuerte geradewegs darauf zu. Am Rand der Klippe blieb sie stehen und blickte hinunter in die Tiefe der endlosen Dunkelheit. Ihr Kleid weht im Wind und ihre Schwarzen Haare werden herum gepeitscht, sie scheinen mit der Nacht zu verschmelzen. Ich nähere mich ihr, ganz vorsichtig und darauf bedacht das sie meine Gegenwart nicht bemerkt.

Ihr Blick ist Leer und sie scheint in Gedanken versunken zu sein, scheinbar weit weg in der Ferne. Ich strecke meine Hand nach ihr aus, in diesem Moment dreht sie sich zu mir um. Lächelt mich traurig an und flüstert:

"Engel können fliegen." Und lässt sich mit weit geöffneten Armen nach vorne fallen.

Ihr weißes Kleid streift meine Hand, wie ein sanfter kalter Kuss und ich sehe etwas in der Luft aufblinken. Eine Träne von ihr, das vor mir auf den Boden fällt und dort von der Finsternis verschlungen wird.

Ich beuge mich zittrig vor und lehne mich über den Abhang. Rotes Blut ist dort unten in der Dunkelheit zu erkennen, zwar undeutlich, doch ich wusste es ist da, denn der Vollmond spiegelte sich darin wieder.

Ihr weißes zuvor reines unbeflecktes Kleid ist nun mit Blut befleckt. Eine Tränne rinnt mir über die Wange und ich flüstere:

"Du hattest unrecht, Engel können auch fallen."

Instagram der Autorin: https://www.instagram.com/queenofart35/
https://www.instagram.com/throughrabiaseyes/

YouTube Kanal: https://www.youtube.com/channel/UCScQcy8VWNE8MxDUgBXgXgQ

2xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

Einen Kommentar schreiben

geschrieben von ehemaliges Mitglied am 05.10.2019:

Schön, bildhaft geschrieben.

Weitere Kurzgeschichten von diesem Autor:

Der Ort an dem wir uns Liebten
Die Ehe