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geschrieben von Dan Prescot (Dan Prescot).
Veröffentlicht: 01.09.2019. Rubrik: Märchenhaftes


Die Schwestern Teil 3

„Von gleichem Blut sagt ihr? Wie kann ich das Unrecht sonst sühnen? Niemand darf solches jemals dulden“
Maja senkte den Stab und ihre Schultern sanken herab.
„Niemand darf so etwas dulden. Wir stehen zusammen dagegen. Komm mit uns. Wir werden dein Opfer und dem deiner Freunden einen Sinn geben.“
Luna sprach zu dem König: „Herr wir bitten dich um ein Quartier für die Nacht.“
„Gabenkundige Luna, gebietet über mich, alles was ihr braucht soll euch zukommen.“
Der König drehte sich um und schritt durch die Schlosstore. Ihm folgten die zwei Schwestern die Maja in ihre Mitte genommen hatten. Die Edlen und Ritter hielten Wache an den Toren um niemanden den Zutritt zu erlauben der nicht Schutz suchte. Die Menschen die sich hinter den Toren versammelten hatte, machten bereitwillig dem König Platz und hielten einen großen Abstand zu den drei Mädchen. Maja die solch großen Menschenansammlungen nicht gewohnt war, wurde unruhig und fühlte sich bedroht. Dies übertrug sich auf die Tiere in und um das Schloss. Luna legte eine Hand auf Majas Arm.
„Schwester du befindest dich unter deinesgleichen. Wir stehen einander ein. Lege deine Unruhe ab.“
Das ruhige Wesen und die Zuversicht die von Luna ausging, ließen Maja eine Balance in ihrem unruhigen Gemüt finden. Seit vielen Jahren fand sie endlich Ausgeglichenheit. Nun fühlte auch sie das sie zu diesen beiden Schwestern gehörte. All die Zeit hatte ihr etwas gefehlt, sie angetrieben, rastlos gemacht. Ihr ganzen Wesen fehlte die Einheit. Als sie das Schloss durch den Park betraten, ließ der König drei Zimmer herrichten.
„Gabenkundige, es wird eine Zeit dauern bis die Zimmer soweit sind. Gewiss seit ihr lange und geschwind gereist. Meine Getreuen und ich speisen einfach und in Maßen. Wenn ihr mit diesen Speisen vorlieb nehmen wollt, würde ich euch an meiner Tafel gerne bewirten.“
Stella bedachte den König mit einem Lächeln.
„Herr, gewiss nehmen wir eure Einladung gerne an. Nun ist es an der Zeit die Niedertracht aufzudecken die euch widerfahren ist. Eure Nachbarn beäugen seit geraumer Zeit mit missfallen eure wachsende Beliebtheit. Eure Vasallen haben bedingungsloses Vertrauen in euch. Dies ist eine Macht die die Könige ringsum nichts entgegen zu setzen haben und auch nicht verstehen. Alleine können sie euch nicht mehr kontrollieren. Das erzeugt Angst und Angst erzeugt Ablehnung und letztendlich Hass. Sie mussten jemanden finden der keine Angst hatte und mächtig genug war um euer Vasallen Vertrauen zu erschüttern.“
Stella blickte zu Maja.
„Sie wählten unsere Schwester. Niemals hätte sie sich zu so einem Handel herabgelassen. Deshalb griffen sie zu der niederträchtigen List und brannten den Wald nieder und jagten die Freunde Majas. Sie verstreuten ihre spärliche Beute aus den aussichtslosen Kämpfen mit den Recken aus eurem Königreich und legten so die falsche Fährte.“
Luna legte Maja abermals ihre Hand auf dem Arm.
„Du Maja, wurdest genauso getäuscht wie unser Freund. Sogar in noch soviel mehr Dingen. Wir alle drei wurden voneinander getrennt, da man die Macht unserer Familie fürchtete. Die Intrige reicht bist weit vor unserer Geburt zurück und nahm ihren Beginn mit der Liebe unsere Eltern. Stella fand mich, genauso wie wir dich fanden. Nur durch die Falschheit unsere Feinde.“
Maja schwieg. Das Gehörte füllte die Lücken in ihrem Leben. Aber ließ sie auch an die vielen offenen Fragen denken, die noch den Antworten harrten.
„Schwestern ich weiß um die Aufrichtigkeit in euren Worten. Sicherlich wisst ihr um die Armeen die mir nachfolgen, kaum einen Tag entfernt? Ich scheue mich nun in diesem bösen Spiel meine Freunde für mich in die Schlacht zu schicken.“
„Die Streitmacht unserer Feinde wird morgen erwartet. Ihr Plan sich gegen den geschwächten Sieger zu wenden, geht nicht mehr auf. Jedoch ist ihre vereinte Macht etwas, das auch meine Getreuen und ich nur schwerlich aufzuhalten vermögen. Und mir will keine List einfallen dies ohne einen aussichtslosen Kampf zu erreichen.“
Stella lächelte in die Runde.
„Niemand muss in die Schlacht ziehen. Nur ganz wenige Menschen wissen um die Kraft die sie umgibt. Unsere Verbündeten sind Vertrauen und Gerechtigkeit. Vertrauen in unsere Freunde und Wahrhaftigkeit.“
Als die Morgendämmerung das erste Licht brachte, gab es kaum jemanden der nicht auf den Beinen war und das Wunder herbeisehnte das sie von ihrem König und den drei Schwestern erwarteten. Am Horizont konnten die Bewohner den Rauch der Lagerfeuer sehen, das das Heerlager der Feinde entfacht hatte.
Vielen sank wieder der Mut angesichts der ausgedehnten Fläche die das Heer eingenommen hatte. Je weiter der Tag voranschritt umso größer wurde die Angst auf Seiten der Belagerten. Dann endlich am späten Vormittag schritten die ersten Soldaten aus dem Waldrand. Links und rechts nahmen sie Aufstellung. Die Nachrückenden marschierten vor den Wartenden zum Schlangenende, die so stetig wuchs. Es entstand ein Ring um das Schloss. Unmengen von Soldaten, mehr als Menschen in dem Schloß Schutz gesucht hatten und mehr als alle Soldaten des Königs trotzen konnten strömten herbei. Die Edlen und Ritter standen hoch aufgerichtet und entschlossen ihr Leben zu geben vor dem Feind. Jeder verließ sich auf seinen Nachbarn, der wie man selbst in vielen Schlacht zusammen gefochten hatte. Der Mut der eigenen Soldaten flößte den Bewohnern wieder etwas Zuversicht ein. Dann endlich nach mehr als zwei Stunden war der Aufmarsch beendet. Das Schloss war umringt von vier Reihen tief Soldaten, als endlich auch die vier Könige die die Ränke geschmiedet hatten, aus dem Wald traten und sich vor ihren Soldaten aufbauten.
„Hat sich euer König verkrochen und überlässt euch eurem Schicksal?“
„Es muss so sein, da niemand dir antwortet König.“ Antwortete ein anderer der vier Könige anstelle der Belagerten.
„So ist es wohl König!“ Sagte der dritte der Könige.
Alle vier Könige lachten.
Als sie endeten, hatte sich die Welt verändert. Es war still wie in einem Grab. Eisiger Wind blies den Königen und deren Truppen entgegen. Über ihren Köpfen zog sich ein Unwetter zusammen das in einem fort über ihnen kreiste. Das Licht schwand. Als es fast Nacht hätte sein können, zuckten Blitze über den Himmel und erhellten wie einzelne Bilder das Feld. Mit jedem neuen Blitz konnten die Belagerer sehen wie wilde Tiere sich durch ihre Reihen auf Seiten der Belagerten schlugen. Unaufhörlich wuchs deren Armee. Die Edlen und Ritter standen still und warteten. An ihrer Seite gesellten sich ruhig Hunde, Wölfe, Hirsche, Dachse, Pumas und Luchse. Bis auf das doppelte wuchs die eingekesselte Armee an. Das Unwetter stoppte mit dem Strom der wilden Tiere. Das Frösteln der Belagerer rührte nicht nur vom Temperatursturz. Dann trat endlich der König mit den drei Schwestern aus dem Tor der Schlossmauer.
„Könige, ihr handelt im Unrecht! Nie zweifelte ich eure Grenzen an! Nie focht ich den ersten Hieb! Soldaten, ihr folgt einer Ränke!“
„Schurke! Bist Du es nicht, der unsere Vasallen zu sich lockt mit Versprechen? Vergeltet Ihr nicht Gleiches mit Gleichem? Und die Hexe an deiner Seite, die unsere Länder verwüstete? Du gewährst ihr Zuflucht! Wie auch den beiden anderen Hexen!“
„Ich frage mich wer hier die Ränke schmiedet? Das Verderben wandelt an eurer Seite!“
Luna schritt vor die vier Könige.
„Steigt herab von euren edlen Rössern!“
Die Pferde gingen in die Knie und schüttelten die Könige ab um dann davon zu stoben. Als sich die Könige aufgerichtet hatten, waren Stella und Maja zu ihrer Schwester aufgeschlossen.
„Flieht den Ort eurer Niederlage! Euer Plan ist nicht aufgegangen. Ihr könnt nicht bestehen.“
Unbemerkt hatte sich ein weiterer Ring um die Belagerten gebildet. Hinter ihnen hatten sich weitere Tiere in dem Waldrand verborgen. Bären und allerlei Getier warteten ruhig im Rücken der Soldaten. Einer der Könige zog angesichts der gewaltigen Macht sein Schwert und erhob es.
„Ihr Hexen! Ihr steht mit dem Bösen im Bunde! Nieder mit Euch!“
Er führte einen Streich um Maja niederzustrecken. Bevor der Stahl das Mädchen erreichen konnte, hatte sich eine Raubkatze, ein Puma in das Schwert gestürzt und den Hieb beendet.
Ein weiterer der vier Könige zog ebenfalls sein Schwert. „Angriff!“ schrie er und zeigte auf die Schwestern. Niemand folgte seinem Befehl. Auch er zauderte angesichts seiner Bedeutungslosigkeit. Die Herzen der Soldaten waren bange. Die Belagerten zeigten keine Spur von Angst, angesichts ihrer gerechten Sache und der Wahrhaftigkeit ihrer Freunde. Die Soldaten der vier Länder aber spürten tief in sich die Ungerechtigkeit für die sie standen. Dann erfolgte ein Brüllen, das unmöglich von dieser Welt stammen konnte. Ein gewaltiges Wesen, mit Schwingen, ein jedes so groß wie das Segel eines Schiffes und einem Schwanz viele Dutzend Schritte lang strich hoch über ihnen dahin. In seinem Schatten zog eine Armada von Raubvögeln die den Rest des Himmels bedeckte. Das gab den Ausschlag. Die Soldaten der vier Länder ließen ihre Waffen fallen. Und beugten sich ihren neuem König. Angesichts dieser Geste schrien die vier Bösen auf um sich auf die Schwestern zu stürzen.
Stella griff nach dem Stab ihrer Schwester Maja. Auch Luna legte ihre Hand an das Ebenholz.
„Ihr Schurke, der den Streich gegen meine Schwester Maja führte, eure Hände bringen fortan Krankheit und Tod! Ihr, der ihr den Befehl zum Kampf gabt, sollt von nun an von niemanden mehr gesehen werden. Euch der ihr das Wort führtet, sollt für immer schweigen. Und ihr der ihr das Bösen mit ansah, sollt augenblicklich blind sein.“
Entsetzen spiegelte sich auf den Gesichtern der Betroffenen.
Die Schwestern ließen den Stab los und wandten sich zum König um. Stella richtete ein letztes mal das Wort an die Verfluchten.
„Geht nach Hause, lebt ein aufrichtiges Leben und handelt wohl. Dann wird der Fluch in einem Jahr von euch genommen. Wandelt weiter auf eurem Weg, so lebt mit eurem Gebrechen den Rest eures Lebens!“
Am Himmel änderte das gewaltige Wesen seine Form und der riesige Vogelschwarm stob auseinander.

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