Kurzgeschichten-Stories
Autor
Schreib, wie du willst!
Startseite - Registrieren - Login - Kontakt - Impressum
Menu anzeigenMenu anzeigen
5xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Angricolan (Angricolan).
Veröffentlicht: 01.09.2026. Rubrik: Menschliches


Gewohnheiten

Ist dir an dir noch nicht etwas aufgefallen?
Angesprochen, umringt sitzend von einigen Familienmitgliedern, richteten sich alle Blicke auf ihn. Eigentlich nicht war seine Antwort. Er wollte es nicht gleich zugeben ahnte, worauf seine Tochter hinauswollte. Seine Gewohnheiten, seine Prinzipien und seine Geduld fielen längst nicht nur ihr auf.
Brauche ich nicht mehr, nimm es mit oder verschenke es. Derart Worte kannte man sonst nicht von ihm. Es war sein Geburtstag. Wieder einmal hatte er vorher gesagt ich habe alles brauche nichts mehr, kommt einfach und lasst eure Sorgen zu Hause.
Sein Blick ging nach oben in den Walnussbaum. Jetzt turnten dort keine Eichhörnchen, keine der grünen nervenden Sittiche, die neuerdings im Schwarm auftauchten. Sie kamen, brachten Kuchen mit, deckten draußen den Tisch. Ihm reichte ein kleines Stück und zwei Tassen Kaffee mit etwas Hafermilch. Er hörte ihnen zu, denn was sollte er ihnen von sich erzählen.
Was folgte, er blickte seine zwei ihm verbliebenen Kinder an, dachte an den jetzt fehlenden Sohn mit Frau und Tochter aber nur kurz. Vergessen muss man lernen. Er hatte gelernt und seine Konsequenzen gezogen aus deren Unverschämtheit an Forderungen mit Beleidigungen von dessen Frau nur weil er nein sagte zu Geldforderungen. Gehe arbeiten, du hast es nirgendwo lange ausgehalten, ändere dich. Der Satz traf sie machte sie bösartig diese von ihrem Vater verwöhnte Göre, die glaubte ihn auch ausnehmen zu können. Sein nein trennte sie damals. Geld trennte schon oft Menschen, zerstörte viel und besonders Vertrauen. Er sprach wenig, lächelte lieber und ließ seine Blicke zu jedem anwesenden fallen. Er hatte sein Leben gelebt, hatte er eigentlich noch nicht ganz und seine kleinen Geheimnisse mussten sie nicht erfahren. Wieder ein Jahr älter, wieder werden die Blätter bald fallen und wieder wird sein Bekanntenkreis kleiner werden oder längeren Spaziergänge ablehnen mit meine Gelenke wollen nicht so wie ich. Ihn graute es jedes Mal zu hören mein Vater ist jetzt im Heim. Er nickte dann dachte, aber du wolltest ihn nur loswerden, er störte dich in deinem Leben. Heinrich erging es so und glücklich war er dort nicht. Einmal die Woche besuchte er ihn am Nachmittag, hörte ihm zu und verschwieg, was er selbst so machte. Was war aus Heinrich geworden, nachdem seine Frau verstarb, die Tochter in sein Haus zog, es umbaute und ihm nur ein großes Zimmer ließ, in dem jetzt eine Enkelin wohnt, sie studiert, zu wenig Zeit hat, um ihn zu besuchen.
Als alle aufbrachen, verzichtete er auf seinen Gewohnheitssatz mit dem letzten Geburtstag. Die Antworten darauf wusste er schon vorher. Diesmal sagte er nur ich danke euch für euer Kommen, umarmte sie und schaute ihnen nach als sie abfuhren.

counter5xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

Einen Kommentar schreiben

Mehr von Angricolan (Angricolan):

Die verdorbene Gesellschaft
Bitte nicht anfassen.
Haarig oder glatt
Hier geht es, wo noch?
Bitte zieh dich wieder an