Kurzgeschichten-Stories
Autor
Schreib, wie du willst!
Startseite - Registrieren - Login - Kontakt - Impressum
FacebookMenu anzeigenMenu anzeigen
2xhab ich gern gelesen
geschrieben 2020 von Dan Prescot (Dan Prescot).
Veröffentlicht: 27.01.2020. Rubrik: Fantastisches


Besuchen Sie die Erde!

Personenbeschreibung und Geschichte um einen Außerirdischen.
-----------------------------------------------
Name:   Kladuux
Wohnort:   Beteigeutze, 2. Planet, Kolonie 134
Alter:   Ca. 25 nach beteigeutzischer Zeitrechnung, entspricht ungefähr 130 Erdenjahren
Geburtsort:   8. Provence, Block 4, Zelle 139.004
Beruf:   Militärischer Flughilfsberater Invasionstruppe
Körper:   Haarlos, 1,65 Kluxx, knorrige Figur, leicht korpulent wirkend ab der Brust, Hautfarbe schwankt zwischen rötlich und hell orange (abhängig vom Erregungszustand).
Der Kopf ist recht groß, mit trichterförmigen Ohren und einer ebensolchen Nase. Der Mund ist zahnlos und mit dicken Lippen. Die Augen sind nachtaktiv und somit katzenartig.
Angewohnheiten:   Nervöses Klappern mit der Augeniris, meidet Augenkontakt, Flugangst.
Kleidung:   Konservative Federboa, Blattkleid und Silberhelm, sowie Strahlenwaffe mit niedrigem Energielevel.
Begabungen:   Kann hervorragend menschliche Töne imitieren.
Wesenszug:   Schüchtern, zurückhaltend und kann kein Blut sehen.
Vergangenheit:   Genetisches Experiment seines Heimatplaneten, sehr reaktionsschnell und anpassungsfähig. Militärkaste, in allen bekannten Kampfarten Beteigeuzes ausgebildet.

*

Besuchen Sie die Erde!

Kladuux wachte mit ziemlichen Schmerzen in der Brustgegend auf. So war es also, wenn man abgeschossen wurde! Er hätte es sich nicht träumen lassen von der primitiven Artillerie dieses primitiven Planeten getroffen zu werden. Er hasste es in diesen engen kleinen Scoutschiffen auf irgendwelchen Planeten zu landen, auszukundschaften und später als Teil einer Invasionstruppe die einheimische Lebensform zu unterwerfen. Doch dieser Planet war etwas Besonderes. Die Lebensformen waren außerordentlich brutal! Kladuux hatte einige Übertragungen der hiesigen Nachrichtensendungen gesehen. Pfui, konnte man nur sagen. Sie fraßen ihre Nutztiere auf! Sie hackten, hieben und schossen aufeinander ein, als würde es dadurch eine Belohnung geben. Sie schienen sich nur in Großraumstätten wohl zu fühlen, die anscheinend Schmutz und Schadstoffe produzierten und sich auch noch über die Oberfläche ausbreiteten. Sie produzierten Dinge, die völlig unlogisch waren und unkoordiniert unter der Bevölkerung verteilt wurden. Wobei sie ein kaum erträgliches Maß an Schadstoffen erzeugten. Das war auch der Grund warum die Invasion so unvorbereitet losgeschlagen hatte. Die besten Statistiker des Reiches hatten ermittelt, dass die schädlichen Belastungen mittlerweile so hoch waren, dass es sich in 5 – 10 Jahren nicht mehr lohnen würde diesen Planeten zu besetzen. Deshalb kam also der Einsatzbefehl für die 1. Invasionswelle. Diese sollte die Abwehr und Widerstandskraft des Feindes testen. Tja, und da war er nun, eines der ersten Opfer seiner Rasse in diesem gerade erst begonnenen Krieg! Er hatte eine gekonnte Angriffsschleife geflogen, bei dem selbst ihm schlecht geworden war, um anschließend den großen Injektor scharf zu machen. Strahlenwaffen hatten sich als zu effektiv herausgestellt. Sie radierten immer ganze Landstriche aus und zerstörten so die Ökologie und somit das natürliche Gleichgewicht ohne die seine Rasse nicht existieren konnte. Nun, wie dem auch sei, mit dem großen Injektor als Teil seines Schiffes flog man dicht an den Feind heran, so an die 100 Klixx und schoss eine Treibladung mit einem toxischen Gift direkt in den Blutkreislauf des Gegners, der dann mit einer entsprechenden Dosis vergiftet wird. Wie sich herausstellte war die Giftdosis nicht konzentriert genug. Kladuux vermutete die „Lokalen“ wie er sie gerne nannte, waren schon von den eigenen produzierten Giften so immun, dass deswegen die Dosis nicht ausreichte. Zu dem Testangriff hatte man eine einzeln liegende Behausung ausgewählt und ein männliches Versuchsobjekt als Ziel markiert. Gerade als Kladuux den Gegner in die Defensive gedrängt glaubte, zückte die heimtückische Lebensform eine mechanische Luftabwehr und verwandelte Kladuux Angriffsschiff in einen Haufen Schrott. Wie er den Angriff überlebte war ihm schleierhaft und dann musste er mit ansehen, wie seine gesamte Streitmacht innerhalb von wenigen Kluxx vernichtet wurde. Eine Schande für das gesamte Reich. Sicher, einige hatte ihre Injektoren platzieren können, doch das vermeintliche Opfer zeigte, bis auf einige Herzaussetzer, ein bisschen erhöhte Temperatur und einigen hässlichen Hautausschlägen auf seiner ohnehin hässlichen Haut keine Wirkung. Wenn Kladuux überleben würde, würde er empfehlen den Angriff abzubrechen und besser ein neues Ziel auszusuchen.
*
Bauer Jensen ging gerade aus seinem Haus zu der Scheune als plötzlich ein Schwarm einer ihm völlig unbekannten Mückenart, aus der Sonne kommend, angriff. Nach einigen Stichen, die verflucht noch mal, höllisch weh taten, zückte der die Morgenzeitung und fing an, wie wild auf diese kleinen Mistviecher einzuschlagen. Zum Glück waren sie wesentlich lauter und auch langsamer als die einheimischen Mücken. Als keine von diesen Mücken mehr um ihn herum summte, stellte er noch mit seinem Stiefelabsatz sicher, dass sich auch wirklich keine mehr erholte. Dann ging er in das Haus zurück, um sich mit einer Wundcreme gegen die juckenden Stellen zu behandeln.

2xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

Einen Kommentar schreiben

geschrieben von DER WORTKOTZER am 30.01.2020:
Sehr schön! Augenzwinkernd, nicht mit erhobenem Zeigefinger, aus einer außergewöhnlichen Perspektive.

Weitere Kurzgeschichten von diesem Autor:

Spiegelwelt
Ansichtssache
Wie die Dinge sich fügen….
Damals….
Wolken am Grashalm