Veröffentlicht: 09.01.2026. Rubrik: Menschliches
Jedes Ende hatte einen Anfang.
Der Moment der ersten Begegnung erschreckte wohl beide. Sein Blick ging in eine für ihn fremde Umgebung. Eine fremde Stadt, viele dahineilende Menschen die in Geschäfte gingen oder neben ihm die Treppe nach unten zur U-Bahn. Er stand etwas ratlos fest, sah sich um und befand sich auf einer belebten Einkaufsmeile. Vorher erreichte seine U-Bahn die Station Mitte. Er war ausgestiegen, die Treppe hoch gegangen da die Rolltreppe als defekt unten gesperrt war. Saubere Stufen waren es am späten Nachmittag nicht mehr. Aufgefallen oben am Ausgang waren ihm zwei Frauen, die die beiden Abfallbehälter durchsuchten. Eine von ihnen zog eine Pfandflasche heraus, schob sie in eine größere ALDI-Tragetasche und ging gleich schnell weiter.
Er ging bis vor einen Donat-Laden, schaute in den Verkaufsraum. Jemand rempelte ihn an. Bevor er in sein Gesicht sehen konnte, tauchte der junge Mann ein in die Masse der Vorbeieilenden.
Rücksichtslos schienen hier die Menschen zu sein. Kommend aus einer Seitenstraße eilten mehr Frauen als Männer hin zur U-Bahn. Eine Tchibo-Filiale gegenüber, Kaffeeausschank, drei Stehtische vor dem Schaufenster.
Warum nicht dort einen Kaffee trinken, eine Pause einlegen. Nach einigen Schritten gab es den Zusammenstoß. Er verlor das Gleichgewicht, eine Frau sagte laut muss das sein und fiel dabei über ihn. Es war ihm unangenehm so nah ihr zu sein.
Beide zogen sich gegenseitig hoch, blickten sich an. Sie lächelte, wurde unsicher. Er sagte ein starker Kaffee könnte uns beide jetzt helfen.
Sie sah ihn an. „Sitzend ja, komm mit, ich wohne hier nah, du wohl nicht“.
Mit Schmerzen am Knie folgte er ihr, ließ sich nichts anmerken. Sie schob ihn förmlich in einen Durchgang zwischen den Häusern der Seitenstraße.
Sie betraten eine ältere Kneipe deren abgeblätterte Farbe der Holztüre wohl den Krieg überlebt hatte.
„Eberhard mach uns zwei starke Kaffee und zwei Aquavit“. Sie rief es einem hageren Grauhaarigen zu, der nur nickte.
„Für mich bitte kein Alkohol“. Wie sie sagte er es laut. Um diese Zeit, dazu fremd hier war einen klaren Kopf die bessere Lösung.
„Das muss sein, trinken wir auf eine folgenschwere Begegnung. Wo kommst du her?“
„Aus der U-Bahn, nicht von der Arbeit, die kommt erst morgen, wollte mir hier den Stadtteil ansehen. Ich sah mir vorher den Liezen Park und den bekannten Funkturm an “ Sie lachte, unterbrach ihn. „Du musst den Aquavit mit Bedacht trinken, hast den Boden fast wie der Papst geküsst, konnte es sehen“. Sie lehnte sich zurück, schloss die Augen
„Ich bin Gabi Schwarz“.
„Der Name passt zu dir und deinem perfekten Outfit. Du siehst blendend aus, warum hast du mich überfallen?“
„Wer hat nun wen zu Fall gebracht. Willst du mir deinen Namen nicht verraten?“
Er wollte nicht, lächelte und sagte was ihm gerade einfiel. „Ralf Bremer“.
( Textauszug )
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