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geschrieben 2026 von Angricolan (Angricolan).
Veröffentlicht: 27.03.2026. Rubrik: Satirisches


Kleinstadtgeschichten 10

Er wollte nur mal eben...
Samstag in der Innenstadt, Markt und auch ehrenamtlich, politisch Aktive haben immer wieder ihre Info-Stände, um etwas unters Volk zu bringen. Meistens etwas, was ihnen nicht passt oder eben anderen helfen soll, um die Gutmenschen-Partei-Seite hervorzuheben.
„Helfen sie nicht nur im Winter Obdachlosen“.
Diesmal tönt eine, bekannte Maulheldin, ein passendes, aber dieses Wort sollte besser offen nicht ausgesprochen werden, weil die Person... sie ist bekannt dafür, gleich einen Rechtsverdreher bereit hat.
"Würden sie eine Obdachlose bei sich in der Wohnung aufnehmen?"
Warum ging er da so dicht vorbei, was sollte er jetzt sagen dazu. Er fühlte Blicke auf sich gerichtet. Blieb stehen, sie kommt ihm nah. Er erkennt sie.
Das ist doch die, genau nun fällt es ihm ein. Ihr gehört am Waldrand ein schmuckes, großes Häuschen mit Anbau. Sie hat keine Kinder nur einen älteren Mann. Jetzt hier vor Ort sieht er ihn nicht. Im Sommer sah er beide auf ihrer Terrasse sitzen am Abend, als er spazieren ging.
Sie redet wie einstudiert auf ihn ein. Ihr Text stand so in den Medien, ist bekannt. Blabla mehr nicht.
Gute Frau sagt er zu ihr, eine junge weibliche Obdachlose würde ich gerne aufnehmen, wenn sie mir helfen, dabei.
Ihren Namen und die Adresse brauche ich dafür.
Er schaut sie an, sieht weitere Menschen die aufmerksam geworden nähergekommen.
Eine Gegenfrage muss nun sein. Sie Frau.... er lässt ihren Namen weg, wohnen doch... er nennt ihre Adresse, nur mit ihrem Mann zusammen in einem großen Haus mit vielen Zimmern, nehmen sie auch Obdachlose bei sich auf?
Woher wissen sie, was soll diese Frage?
Machen sie es oder tun sie es nicht? Sie stehen hier und machen nur schön Wetter für sich als Gutmensch. Ihre Partei zeigt doch was sie vom Normalbürger hält.
Stimmen werden laut, negativ für sie, sie die Frau die nur an sich selbst denkt, Sonderrechte für sich nimmt.
Fahren sie noch ihren silbernen Porsche, ihr Mann jetzt einen neuen Audi A6 wie ich sah?
Der schnelle Weggang der Dame war so wohl ihre letzte Rettung. Volksvertreterin für den Geldadel, sagte ein Mann, Heuchlerin ein anderer.
Er ahnte ein Nachspiel, mehr nachtreten wohl eher nach diesem Auftritt.
Politiker sind Schauspieler, Lächle-Mädchen oft nur und das einfache Volk fällt auf sie herein.
Dem täglichen Wahnsinn sollte der Mensch gelassen begegnen. Grinsend ging er weiter verfolgt von bösen Blicken angeblich christlicher Parteifreunde. Die zwei maroden Häuser für Obdachlose stehen leer noch streitet man sich, ob Abriss oder Renovierung besser wäre seit drei Jahren.
Er schüttelte seinen Kopf bei dem Gedanken daran. Was läuft schief alles im Lande wo nur eines zählt Industrieansiedlung und 25 neue Einfamilienhäuser ab 650 000 Euro am Stadtrand der angrenzenden Großstadt, die alle wohl schon bewohnt sind. Erschreckend schön da noch offen und kahl, ohne Zäune. Sozialwohnungen sind kein wichtiges Thema seit Jahren. Die Rats-Mehrheit schmettert ab. Kreuz hochhalten, singend den Klingelbeutel füllen zum Karrieresprung versuchsweise Stück für Stück bis in den Landtag oder noch weiter, nachdem der Kreistag erreicht wurde.
Beim Neujahrsempfang bejubelten sie sich wieder gegenseitig. Jahr für Jahr das gleiche Spiel.
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Er kannte es seit Jahren dieses Spiel derer die an der Beziehungs-Quelle sitzen und für ihre Kinder aus Obstwiesen Bauland machten. Erst einige Jahre warten und dann ist vieles vergessen.
Er machte sich Bratkartoffel mit Spiegelei als Mittagessen, trank Tee dazu und nahm sich noch einen Fruchtjoghurt aus dem Kühlschrank. Samstag ist Waschtag, fast hätte er es vergessen. Die Wäsche wurde bearbeitet, er machte sein Mittagschläfchen hatte den Unsinn vom Vormittag vergessen.
Eine hatte ihn wohl nicht vergessen, wie er später las in einer Facebook Stadtgruppe. Von einem Skandal war die Rede und von Unverschämtheit, Privatleben geht keinen etwas an und wer da etwas gesagt, geschrieben hat, ist namentlich bekannt geworden. Er musste lachen, als er einen Namen las. Seiner war es nicht, aber vielleicht hatten noch andere Bürger der reichen Glanztante Paroli geboten.

SatirepatzerSatirepatzer
Deutschland ist schön sagen die Japaner-Scharen in Dresden, Köln oder in Neuschwanstein. Chinesen gehört bald die halbe Industrie und ein Rest den Finanzhaien. Wir wissen es alle und doch fehlt dem Normalbürger das Wissen wie man im Darknet einkauft. (so eine Scheiße aber auch)

Die Rentnergang, Dauergast im Stadt-Cafe kennt sich aus und bis Mittag wird alles durchgekaut. Die armen Raucher sitzen draußen und verqualmen ihren letzten Cent für Raucherbeine und die vergilbten dritten Zähne.
Kommt eine farbige Familie vorbei mit vier Kindern sich haltend am Kinderwagen und die Schieberin mit dickem Bauch dann zucken blickend alle Gesichter zur Fensterfront. Da laufen sie... unsere Euros und Bernhilde schimpft gleich über Friedrich der unterm Acker liegt und ihr wenig Rente hinterlassen hat.

Ob sie die Polit-Tussis vergessen, die uns alles eingebrockt haben? Was denen fehlt im Städtchen ist noch die Polizeieskorte, wenn sie durch die Kleinstadt fahren und den Grundstein legen für ein neues Shopping-Center, das nach zwei Jahren wieder Leerstand hat wie andere Projekte im Umland. Selbst bei Mäcces soll Personal abgebaut werden wegen den Veganern die nun Demo machen gegen die toten Tierstücke zwischen den Pappbrötchen.

Die Zukunft sieht grau aus für die kirchlichen Pfründe. Treten wir aus und fliegen vom gesparten Geld nach Portugal in Urlaub. Die Gottesmänner mit ihrem aufgedeckten Kindesmissbrauch ihrer Vorgänger predigen sich selbst sauber und wer ihnen zu sieht ahnt Karneval im Himmel bei ihren bunten Kostümen. Weißes Papamobil, denn alle sind ja am Ende unschuldig. Der Zeitgemäße Klingelbeutel mit Bankkarten-Einschub für mehr als nur Befreiung von allen Sünden.
Der Himmel ist schwarz, schwarz ist viel heute und immer noch Schwarzwähler soll es geben, neben Schwarzsehern.
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Telefon, kein Handy, echtes Telefon ohne Vorwahlnummer.
"Wie kann ich helfen?"
„Wir haben für sie eine obdachlose Frau, die gerne zu ihnen kommen möchte“.

" Schön, heute noch und wie alt ist sie?"

„Moment“

" Dürfen wir sie jetzt noch bringen?"

„Sie Scherzbold aber der Gag war gut“.
Er legte auf, bügelte weiter und trank eine Dose alkoholfreies Bier leer dabei.

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Bildlich stellte er sich vor es klingelt, Türe auf und vor ihm steht ein Gutmensch, lächelt ihn an, sagte danke für ihre Empathie anderen fremden Menschen gegenüber. Sie tritt ein und hinter ihr ein Superweib reif für die Badewanne oder Dusche. Der Lack vom Gesicht ist etwas ab aber ihrer Augen strahlen Wärme aus. Sie müffelt, öffnet ihre grüne, abgewetzte, beschmutzte Jacke. Der Pullover, eigentlich alles an ihr gehört in die Waschmaschine. Jetzt würde er sagen herzlich willkommen, bitte fühle dich wie zu Hause.
Er ist mit ihr allein, lernt sie kennen, führt sie in sein Badezimmer und dann steht sie da.

Nun weiß er nicht weiter, weil wirklich das Telefon wieder klingelt.
"Ja bitte".
" Dürfen wir ihnen noch etwas bringen?"
" Nee, ich habe alles".
" Aber sie haben doch ..."
" Ich habe nichts bestellt, Basta!".

Bevor noch mehr kommt legte er auf, zog das Kabel aus dem Telefon. Störung wurde angezeigt auf dem Display.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Rautus Norvegicus am 27.03.2026:
Kommentar gern gelesen.
Den zeitgemäßen Klingelbeutel solltest du dir patentieren lassen😃

Sehr gern gelesen
🐀
Rautus




geschrieben von Angricolan am 27.03.2026:

Lieber Rautus, den Beweis dafür kann ich quellenmäßig vor Ort nicht mitteilen da Freidenker. Ich vermutete schon vor Jahren diese kirchliche Anpassung ins Moderne hin, obwohl sonst weiter Mittelalter da vorherrscht.
Danke für deine Kommentarworte.
Beste Grüße und Wohlbefinden

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