Veröffentlicht: 05.02.2026. Rubrik: Lyrisches
Schaumzauber
Schaumzauber
Ich weiß nicht mehr, wo links, wo rechts,
ich lese – doch, was lese ich?
Ich könnt’ mich in die Fluten werfen,
mich gleiten lassen wellenwärts,
eintauchen und mich voll ergehn –
im Schmaus der Augen, des Gemüts!
Doch ach, doch weh, in dieser Zeit –
ich bin es leid!
Wollt’ neidisch sein auf dieses Können,
wollt’ runzelnd stampfen mit dem Fuß,
und brüllen, seufzen dann ergeben:
Es ist so gut!
Indes ich lese, find’ ich Stricke,
verräterische Reimerei:
Wer kann mir sagen, ob es echt,
und nicht zu Schaum geschlagne Kunst?
Die Verse sind, durch’s Maß gehalten,
so sauber, glänzend arrangiert.
Ich lese – doch wess’ lese ich,
wenn Goethe allzeit steht bereit?
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