geschrieben 2026 von Rautus Norvegicus (Rautus Norvegicus).
Veröffentlicht: 31.03.2026. Rubrik: Lyrisches
Eckzahnkrone - Lyrisches
In das frische Brötchen reinbeißen,
- außen ist es kross, innen wabbelig;
morgendlicher, wild gierender Appetit,
Beine noch ganz schwabbelig.
Etwas essen ist jetzt wunderbar,
ich guck noch müd' und sonderbar.
Marmelade klebt an Semmels Rand,
und ganz schnell auch an meiner Hand.
Schrei um Hilfe in meiner großen Pein,
da leis knarrt die Tür und sie tritt ein!
Eine feuchte Zunge, nicht von mir,
macht mich wuschig und ganz wirr.
Es ist zwar noch am frühen Morgen,
doch Haushälterin will es mir besorgen!
Steht vor mir im blassen Negligee,
und sieht aus wie eine schöne Fee!
Ich wehr' mich mit Hand und Fuss,
doch er kommt, ihr nasser Kuss!
Das Wasser steht mir in den Augen,
denn sie beginnt sofort zu saugen!
Sie schlürft wild, auch laut und fest,
ich flehe leis', dass sie es unterlässt!
Sie inhaliert, es herrscht Unterdruck,
da fliegt sie raus, mit einem Ruck!
Schmerz erfüllt jetzt meinen Mund,
und der hat diesen irren Grund:
Einst wurde gefertigt mit Schablone,
meine echt arg teure Eckzahnkrone!
Sie ging jetzt flöten, wie einst mein Hirn,
doch mich kann nichts mehr irritier'n!
Auf Eckzahnkronen, auf den fahlen,
tanzten kleine Sonnenstrahlen...
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