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4xhab ich gern gelesen
geschrieben von Freddy (Freddy).
Veröffentlicht: 11.05.2026. Rubrik: Lustiges


Protokoll der Schande: Freddy und das elektrische Grauen...

Leute, ich sag’s euch: Wenn man als kleiner, stolzer Mischling mit einer Vorliebe für Wind in den Ohren und den Geruch von totem Eichhörnchen zur Welt kommt, hat man gewisse Standards. Aber was heute passierte, übersteigt selbst meine kühnsten Albträume.

SatirepatzerSatirepatzerMein Herrchen – nennen wir ihn „Der, der das Dosenfutter bringt“ – war völlig aus dem Häuschen. „Freddy!“, rief er, „Heute werden wir modern! Wir holen den Renault Twingo ab! Baujahr 2023! Elektro!“

Ich dachte: Cool, Twingo klingt nach einem neuen Hundekumpel oder vielleicht einem saftigen Steak. Aber dann standen wir davor. Vor diesem… Ding. Die Farbe? „Mausgrau“. Ernsthaft? Ich bin ein Hund! Mein natürlicher Instinkt sagt mir, ich soll Mäuse jagen, nicht in ihnen sitzen! Das Auto hat die Ausstrahlung eines depressiven Kieselsteins auf Valium.

Wir stiegen ein. Oder besser: Wir falteten uns hinein. Ich fühlte mich wie eine Presswurst in einer Konservendose. Herrchen drückte auf den Startknopf. Und was passierte? Nichts. Absolut nichts. Kein Brüllen, kein Vibrieren, kein „Vroom-Vroom“, das mir sagt: „Freddy, wir sind die Könige der Landstraße.“ Stattdessen nur ein leises Summen, als hätte jemand eine elektrische Zahnbürste im Handschuhfach vergessen.

„Ist er nicht leise?“, flötete mein Herrchen.
„Es ist unheimlich!“, bellte ich zurück. „Wie sollen die Katzen uns hören, wenn wir sie jagen? Das ist unethische Kriegsführung!“

Aber der wahre Endgegner wartete noch auf uns: DIE LADESÄULE.

Wir rollten an diesen modernen Altar des Stroms heran. Herrchen stieg aus, bewaffnet mit einem Kabel, das so dick war wie eine Anakonda. Er sah aus wie ein Amateur-Ghostbuster auf Geisterjagd. Er suchte das Loch. Er fummelte. Er fluchte. Er hielt sein Handy an die Säule, als würde er sie beschwören.

Ich beobachtete das Spektakel vom Beifahrersitz aus. Ein Goldie im Auto gegenüber sah mich an. Ich schaute weg. Die Scham war grenzenlos.

Plötzlich: KLACK. Ein Geräusch, als würde ein Tresor im Weltraum einrasten. „Er lädt!“, jubelte Herrchen und vollführte einen kleinen Freudentanz auf dem Asphalt, der so peinlich war, dass ich mir am liebsten die Pfoten vor die Augen gehalten hätte.

Dann passierte das Unfassbare. Wir mussten warten. In einem mausgrauen Plastikeimer. Mitten auf einem Parkplatz. Ohne Motorvibrationen, die mir den Rücken massieren.

„Komm, Freddy, wir schauen uns die Ladekurve auf der App an!“, sagte er begeistert.
Ich sah ihn nur fassungslos an. „Ladekurve? Ich will eine Wurstkurve! Ich will den Geruch von verbranntem Diesel und Freiheit! Stattdessen sitze ich hier in einer überdimensionalen Fernbedienung und warte darauf, dass die Elektronen brav in die Batterie marschieren.“

Nach gefühlten drei Hundejahren (in Menschenzeit waren es 20 Minuten) hatten wir genug Saft, um es bis zum nächsten Briefkasten zu schaffen. Wir surrten davon, lautlos wie ein Ninja-Staubsauger.

Eines muss ich dem kleinen grauen Kieselstein aber lassen: Die Beschleunigung an der Ampel hat mir fast die Ohren nach hinten geklappt. Ich sah kurzzeitig aus wie ein reinrassiger Windhund.

Zu Hause angekommen, sprang ich aus der Maus, schüttelte mich erst mal gründlich und markierte sofort den Hinterreifen. Nur um klarzustellen: Das Ding gehört jetzt zum Rudel. Auch wenn es klingt wie ein Föhn und aussieht wie ein Missgeschick im Betonmischer.

Morgen versuche ich, das Ladekabel zu vergraben. Sicher ist sicher.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von lüdel am 11.05.2026:


Hab so gelacht.🐕
Lüdel🧚‍♂️

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