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2xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Rika.
Veröffentlicht: 23.05.2026. Rubrik: Persönliches


Gewissenskonfllikt

Ein persönliches Erlebnis in eine Kurzgeschichte gepackt

Es war an einem recht warmen Samstag, als sie mit einigen Freunden und Bekannten in einem Gasthaus saß, um den 70. Geburtstag einer Freundin zu feiern. Unruhig rutschte sie auf ihrem Stuhl hin und her und nahm ihr Handy mit Sprachausgabe aus der Tasche, um die Uhrzeit zu überprüfen. 15:37 Uhr, sagte eine Frauenstimme im Handy, was sie noch nervöser machte, denn sie hatte mit einem Freund vereinbart, dass sie sich spätestens um 16:30 Uhr zum Kartenspielen treffen wollten. Ihre Freunde hatten jedoch noch ein Getränk bestellt und noch keine Anstalten gemacht, nach Hause zu fahren. "Warte doch noch 30 Minuten, vielleicht fahren wir ja gleich", dachte sich Rika, doch es wurde 16:02 Uhr. Natürlich hätte sie sich ein Taxi bestellen können, doch sie waren in einem Dorf und von der nächsten Stadt waren es etwa 20 bis 30 Minuten in dieses Dorf. Bis sie dann also mit dem Taxi zu Hause gewesen wäre, wäre eine Stunde vergangen. Inzwischen war es 16:02 Uhr. Nervös nahm sie ihr Handy wieder aus der Tasche und tippte darauf herum, um den Freund anzurufen. "Ich weiß nicht, ob ich es bis 16:30 Uhr oder 17 Uhr schaffe", sagte Rika. "Was soll das heißen?", kam zurück. "Wir sind noch immer bei der Geburtstagsfeier. Sie dauert wohl länger, als geplant und meine Bekannte wird nur einmal 70." "Was heißt das jetzt für mich!" Ihr Freund wurde schon ungehaltener. "Es heißt, dass ich nicht weiß, wann ich genau zu Hause sein werde." "Warum kommst du nicht mit dem Taxi?" Diesen Gedanken hatte sie selbst schon gehabt, aber sie war hin und hergerissen. Ein Teil von ihr wollte dableiben, bei ihren Freunden und Bekannten. Ein Teil von ihr freute sich aber auch aufs Kartenspielen und dann meldete sich auch noch ihr schlechtes Gewissen. "Kurzfristig absagen, das macht man nicht!", rief es. Für einen Moment wusste Rika nicht, was sie tun sollte, doch als der Kellner fragte, ob noch jemand etwas trinken wollte, bestellte sie sich spontan noch einen Saft und beschloss damit insgeheim, doch noch bis zum Ende da zu bleiben.

Etwa 15 Minuten später klingelte Rikas Handy erneut. Ärger stieg in ihr hoch, und sie nahm ab. "Also, was ist jetzt? Kommst du mit dem Taxi oder nicht?" "Nein", antwortete sie. "Ich sehe es nicht ein, dass ich wegen diesen Leuten auf das Kartenspielen mit dir verzichten muss!", schrie er ins Telefon. Eigentlich hatte er ein anderes Wort für die Leute gebraucht, doch dies wollte Rika nicht noch einmal wiedergeben. Alle ihre Bekannten und Freunde redeten auf sie ein, da sie schon wieder am Überlegen war, doch ein Taxi zu rufen. "Ach komm, bleib doch bis zum Ende. Wir geben dich jetzt nicht her", sagte ihr bester Freund scherzhaft. Rika blieb bei ihrer Entscheidung und teilte sie dem anderen Freund mit, welcher daraufhin wütend das Gespräch beendete und sagte, sie solle sich wieder melden, wenn sie nach Hause fahren würde, falls dann noch Zeit zum Kartenspielen sei.

Um 17 Uhr fuhren sie dann ab, doch Rikas Freunde, mit welchen sie im Auto fuhr, kamen dann noch auf die spontane Idee, in eine andere Stadt zu fahren und ein Eis zu essen. Obwohl Rika gerne nach Hause wollte, wollte sie ihnen den Spaß nicht verderben und teilte dem anderen Freund mit, dass sie doch nicht Zeit zum Kartenspielen hatte. Darüber regte er sich dann ziemlich auf, obwohl er ganz genau wusste, dass morgen auch noch ein Kartenspieltreffen bevorstand, welches auch stattfinden würde. "Ich habe mir die Situation mit deinem besten Freund 1,5 Jahre lang angeschaut. Jetzt will ich entscheiden, was passiert!", rief der Kartenspielfreund ins Telefon. Es stimmte, Rika war in den letzten beiden Jahren viel mit ihrem besten Freund unterwegs gewesen, mit welchem sie erst vor drei Jahren wieder Kontakt gefunden hatte, obwohl sie ihn schon seit etwa 15 Jahren kannte. Seither hatte sie für den anderen Freund nicht mehr so viel Zeit wie früher, doch inzwischen spielten sie wieder bis zu viermal in der Woche. Schließlich beendete sie das Gespräch und genoss den netten Abend mit drei Freunden beim Eis essen. Dennoch war das schlechte Gewissen in ihr manchmal zu hören, welches ihr sagte, dass es nicht gut war, so kurzfristig ein Treffen abzusagen, obwohl ihr der Verstand sagte, dass es morgen noch immer früh genug zum Kartenspielen war.

Das habe ich heute erlebt. Mich würde interessieren, wie ihr gehandelt hättet.

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Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Babuschka am 24.05.2026:

Liebe Rika,
ehrlich gesagt, ich weiß es nicht, wie ich gehandelt hätte.
Als ich 1984 meinen Freund und späteren Ehemann kennengelernt hatte, habe ich alles hinten gelassen und ihn stets an erste Stelle gesetzt. Im Nachhinein bedaure ich schon, das Tanzen und das Skifahren aufgegeben zu haben, ohne dass er dies gefordert hatte. Andererseits weiß ich nicht, ob wir dann zusammen geblieben wären. Keine Ahnung.

Es kommt halt darauf an, wie wichtig dir dein Kartenspiel-Freund ist. Es kann schon sein, dass er jetzt beleidigt ist. Mei.
LG Babuschka




geschrieben von Rika am 24.05.2026:

Hallo Babuschka. Das ist z.b. für mich auch ein Grund, weshalb ich gar keinen Partner haben möchte. Also manchmal schon, zum kuscheln oder so und ich habe meinen besten Freund, mit dem ich unterwegs war, sehr gerne, lieber als den Kartenspielfreund, aber hatte noch nie eine Anziehung zu jemandem gehabt. Nein, beleidigt ist er nicht mehr, bei ihm ist das nicht so, da gibt es mal ein Donnerwetter und heute haben wir ganz normal gespielt. Ich wäre eben gerne etwas ungezwungener, was die Treffen mit dem Kartenspielkumpel betreffen, da die ja sowieso oft stattfinden, bis zu vier oder fünfmal wöchentlich. Was Anderes wäre es für mich bei meiner besten Freundin, die einmal im Monat ein Essen für mich kocht und wo ich dann bis zum frühen Abend bleibe, da wäre es natürlich ungut, ein Treffen abzusagen und da würde ich das auch nicht in Erwägung ziehen.

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