Veröffentlicht: 24.05.2026. Rubrik: Historisches
Anno dazumal: Aus Linas Kindheit um 1910
[Ein Straßendrabble]
Die Familie meiner Oma väterlicherseits waren sogenannte Volksdeutsche, die in Russland, in der Ukraine gelebt haben. Sie erzählte gerne von ihrer Kindheit auf dem Land. Ihr Opa hatte eine Mühle, zu der sie hin und wieder mit dem einzigen Pferd hingeritten ist. Dort gefiel es ihr.
Ihre Mutter hielt Hühner unter der warmen Küchenbank, eine Glucke mit ihren Biberln. Als meine Großmutter Adeline klein war, grabschte sie sich ein Biberl, weil es so schön piepste, während die Frauen unachtsam ratschten. Sie drückte es zu fest: „Biberl piepst nicht mehr!“ Sie griff nach dem nächsten. Eines nach dem anderen brachte die Kleine so um die Ecke, ohne zu wissen, was sie tat, bis ihre Mutter endlich Adelines Tun bemerkte. Davon erzählte sie uns oft.





