Veröffentlicht: 06.04.2026. Rubrik: Aktionen
Flucht aus Russland - eine Legende? /{April-Aktion 2026}
Die Familie meiner Oma väterlicherseits waren sogenannte Volksdeutsche, die in Russland, in der Ukraine gelebt haben. Sie erzählte gerne von ihrer Kindheit auf dem Land. Ihr Opa hatte eine Mühle, zu der sie hin und wieder mit dem einzigen Pferd hingeritten ist. Dort gefiel es ihr.
Von ihren Geschwistern handelten ihre Geschichten, vom Karl, vom Theodor, der Alwine und dem kleinen Willibald, der mit drei Jahren an Scharlach gestorben ist. Wie ihre Familie, als sie zwölf Jahre alt war, mit dem Zug nach Deutschland ausgesiedelt ist. Ohne den Vater, der aus dem Krieg nicht nach Hause gekommen war. Wenn man sie so hörte, meinte man, sie seien notgedrungen auf den Zug-Puffern gesessen. Mitsamt dem fremden Mann, der auf dem Namen ihres Vaters mit ihnen gereist ist. Von dem auch das jüngste Kind, die Johanna, stammte. Den sie nicht als ihren Vater anerkannte, weshalb sie sich mit ihren Leuten seinerzeit zerstritten hat und enterbt wurde.
So ungefähr lauteten die dramatischen Erzählungen meiner Oma.
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