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geschrieben 2026 von Zess (Zess).
Veröffentlicht: 11.06.2026. Rubrik: Grusel und Horror


Fest des Blutes - 1

Die Nacht ist durchdrungen von Kälte. Der finstere Himmel ist übersät mit leuchtenden, funkelnden Sternen. Der Mond strahlt hell durch die Bäume des Waldes welche durch den sanften Wind ein beruhigendes Rauschen von sich geben. Am ende des Weges, welcher durch den Wald führt erstrahlen die Lichter von Fackeln. Hinter den angezündeten Fackeln ist ein leeres Fleckchen Erde. Kein Baum, kein Stein und kein Lebewesen. Die Luft ist plötzlich kälter geworden, die Tiere des Waldes sind verstummt und der Junge Henry streckt seine Hand aus. Plötzlich stößt er gegen etwas was er nicht sehen kann. Es fühlt sich kalt und hart an. Fast wie Eisen. Henry tastet das unsichtbare Objekt von oben bis unten ab bis er schließlich eine Art Ring erfühlt. Er nimmt all seinen Mut zusammen und klopft mit dem Ring an das unsichtbare Objekt. Das Objekt wird auf einmal Sichtbar. Eine Tür aus Eisen mit einem vergoldeten Ring. Sie hat kein Schloss und steht ohne Wände zwischen den Fackeln. Das Feuer beginnt zu flackern, der Boden vibriert und aus der Erde hinter der Tür formt sich ein Prunkvolles Haus. Stück für Stück baut es sich auf, erst die Wände neben der Tür, welche mit kunstvollen Fenstern versehen sind, dann der Boden mit Pfeilern aus Marmor. Eine Große Treppe, welche in der Mitte zu beiden Seiten nach oben führt erbaut sich von selbst. Und zum Schluss erscheint ein riesiges Dach mit drei Türmen. Henry war fasziniert davon was er gerade gesehen hat und versucht die Tür zu öffnen und hinein zu gehen. Die massive Tür steht standhaft vor ihm und bewegt sich kein bisschen. Plötzlich ertönen Glocken. Sie spielen eine Melodie welche bedrohlich aber gleichzeitig einladend wirkt. Als die Melodie verstummt fasste sich Henry an den Kopf, die Schmerzen sind kaum auszuhalten und alles um ihn herum wird dunkel. Kein Licht mehr, kein Wald, kein Wind. Nur seine Gedanken sind nicht verstummt. Sie formen sich zu einem Monster. Bedrohlich schaut es auf Henry herab und spricht:

„Die Melodie. Sie ist der Schlüssel. Enttäusche mich nicht.“.

Die Kreatur aus Gedanken verschwindet, die Dunkelheit löst sich auf und Henry ist wieder im Jetzt. Er schaut auf das Haus und fängt an die Melodie zu summen. Immer lauter und lauter. Nach einer gewissen Zeit öffnet sich die Tür. Durch den Spalt strahlt ein warmes Licht, Henry öffnet sie und geht hinein. Es war wunderschön. Die Gemälde an den Wänden waren die schönsten die er je gesehen hatte. Der Boden ist so sauber das man von ihm essen könnte und unmittelbar vor ihm steht ein Tisch mit einer Karte. Auf ihr steht geschrieben:

„Seid gegrüßt Reisender. Wenn sie es geschafft haben diesen Ort zu betreten sind sie offiziell zum convivium sanguinis eingeladen. Leider kann ich sie noch nicht persönlich begrüßen aber bald werden wir uns bekannt machen können. Bis dahin schauen sie sich gerne um. Mein Diener wird ihnen ebenfalls gerne ihr Zimmer zeigen.“

Aus dem Schatten welchen Henry auf den Boden wirft taucht ein kleines, Menschlich wirkendes Wesen auf und deutet mit seiner Hand in Richtung der Treppe. Henry folgt ihm ohne zu realisieren was gerade geschehen ist. Sie gehen einen fast schon endlos wirkenden Korridor entlang. Er ist so lang das er unmöglich in dieses Gebäude passen dürfte. Von Außen ist es viel kleiner. Nach einiger Zeit halten sie an. Die kleine Kreatur öffnet eine Tür und verbeugt sich, wartend das Henry den Raum betritt. Als er das tut verschwindet das Wesen wieder im Schatten. Henry kann sich nicht einmal umschauen. Seine Augen werden plötzlich schwer. Er legt sich aufs Bett und schläft ein. Im Schlaf träumt er von Erinnerungen, welche er noch nicht erlebt hat. Bilder von Blut. Bilder von Teufeln. Bilder vom Tot. Seine Gedanken formen sich wieder zu dem Monster welches er schon vorher gesehen hat. Es beugt sich wieder bedrohlich über ihn und gibt ihm einen Würfel. Er hat keine Zahlen, keine Buchstaben, keine Symbole. Er ist leer. Das Monster flüstert in sein Ohr:

“Dieses Relikt wird dich beschützen. Du musst es immer bei dir tragen, egal was passiert. Sie werden versuchen dich zu töten. Also wach auf und verteidige dich.“.

Das Monster tippt ihm auf die Stirn und er schreckt hoch. Der Raum um ihn herum ist in Blut gehüllt. Der Würfel in seiner Hand leuchtet hell und strahlt eine angenehme Wärme aus. Auf dem Boden liegen leblose Teile von monströsen Kreaturen. Henry spürt einen leichten Schmerz an seinem Hals. Etwas wollte ihn umbringen. In Panik steckt der den Würfel in die Brusttasche seines Hemds und wie aus dem Nichts öffnet sich die Tür. Das kleine Wesen schaut ihn an und deutet mit einer Handbewegung darauf hin den Raum zu verlassen.

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