Veröffentlicht: 18.06.2026. Rubrik: Unsortiert
Eine tierische Alltagsgeschichte
Heute schreibe ich einmal eine Geschichte, welche im Alltag jedes Menschen manchmal vorkommen kann. Ich denke, jeder kennt die Schwierigkeiten mit Ämtern oder Behörden. Damit die Geschichte ein bisschen lustiger wird, habe ich mir eine Tiergeschichte dazu ausgedacht.
Honigbiene Kiki ist traurig. Sie hat sich vor einer Stunde den rechten Flügel gebrochen und kann nur noch eingeschränkt fliegen. Fieberhaft überlegt sie, wie sie ihrer Arbeit weiterhin nachgehen kann, vor allem das Sammeln von Nektar. Als sie so überlegt, kommt Fabio, ein freundlicher Fuchs vorbeigelaufen. Als er Kiki entdeckt, begrüßt er sie freundlich. "Warum bist du so traurig?", fragt Fabio. "Weißt du, ich habe mir einen Flügel gebrochen und weiß nicht, wie ich meine Arbeit weiter verrichten kann." Der Fuchs überlegt für einen Moment. "Ich habe eine Idee!", ruft Fabio plötzlich und rennt in den Wald hinein. Kiki bleibt zurück und fragt sich, was er jetzt wohl tun wird, als er schon wieder kommt. Er trägt ein seltsames Ding, welches Kiki noch nie gesehen hat. "Darf ich vorstellen, das erste Auto für Bienen, das wir gebaut haben", sagt Fabio stolz. Kiki betrachtet das Fahrzeug genauer. Es hat einen winzigen Sitz, in welchen sie hineinpasst. Außerdem einen ebenso kleinen Lenker, welchen sie mit ihrem gesunden Flügel bedienen kann. Unter dem Fahrzeug sind winzige Räder, mit welchem sich das Fahrzeug fortbewegt. Zuletzt findet Kiki noch einen Propeller, welcher das Auto dazu bringen soll, auch in der Luft fliegen zu können. Kiki freut sich und steigt in das Tierauto. "Moment, Moment!", sagt Fabio. "Bevor du das Auto benutzen kannst, brauchst du erst ein Nummernschild! Und es muss genehmigt werden!" "Genehmigt?", fragt die Honigbiene. "Na, es muss im Amt geschaut werden, ob es keine Mängel aufweist und so nutzbar ist. Erst dann kannst du fahren." Der Fuchs kramt einen kleinen Zettel heraus und hält ihn der Biene hin. In ihrer Bienensprache schreibt sie ihren Namen auf den Zettel, dann wird dieser am Auto befestigt. "Das Nummernschild hätten wir dann schon mal", stellt Kiki fröhlich fest und bedankt sich bei Fabio. Schnell setzt sie sich an ihr winziges Telefon, um das zuständige Amt zu erreichen.
Rika sitzt in der Telefonzentrale des Amtes und trägt einen Kopfhörer. Sie ist eine Hündin und für die Vermittlung der Anrufe an die verschiedenen Behörden zuständig. Als es klingelt, hebt sie sofort mit der rechten Pfote ab. "Amt für tierische Angelegenheiten aller Art, was kann ich für Sie tun?" "Ich möchte ins Amt für Genehmigungen von Tierfahrzeugen", sagt Kiki. Rika übermittelt den Anruf, doch nach wenigen Minuten kommt er wieder zurück. "Es geht leider niemand ans Telefon", meint Rika und erklärt der Biene schließlich, dass dieses Amt nur schwer erreichbar sei, da es nur Minka, eine Katze gibt, welche alleine den Parteienverkehr und die Kasse übernehmen muss. Obwohl die Katze schon oft ihr Leid geklagt hat, wird ihr niemand zur Seite gestellt. "Sie können einen Termin gerne online ausmachen", schlägt Rika der Biene vor. Kiki denkt darüber nach. Obwohl sie diese Vorgangsweise ziemlich kompliziert findet, willigt sie ein und füllt das Formular online aus.
Rikas nächster Anrufer ist hartnäckiger. Es ist ein Hund, welcher schon seit Wochen auf seine Aufenthaltsgenehmigung wartet. Auch diese Abteilung ist nur schwer erreichbar, denn hier gibt es ebenfalls niemanden, welcher nur für Anrufe zuständig ist. Alle haben Parteienverkehr zu bearbeiten. Rika versucht es immer wieder, doch es nimmt niemand ab. "Beamte!", bellt der Hund in die Leitung. "Ihr habt doch den ganzen Tag nichts zu tun!" Rika wird wütend und knurrt in die Leitung. "Das ist gar nicht wahr! Sonst würde ich hier nicht sitzen, um Anrufe anzunehmen!" Nach wenigen Minuten legt der Anrufer auf. "Ich gehe jetzt persönlich in die Abteilung, egal, ob ich einen Termin habe, oder nicht!", schreit er noch in die Leitung. Rika kann es egal sein, denn sie arbeitet nicht dort.
Einige Tage später ruft Kiki wieder an. Sie ist vollkommen erbost und außer sich. "Wollen Sie mich veräppeln?", ruft sie. "Warum sollte ich das tun?", fragt Rika zurück. "Ich habe einen Termin erst in fünf Monaten bekommen! Bis dahin ist mein Flügel längst geheilt, und der Sommer vorbei! Ich brauche mein Auto jetzt!" "Es tut mir Leid", entschuldigt sich Rika, "aber ich bin dafür nicht zuständig!" "Das ist mir egal! Sorgen Sie für einen schnelleren Termin!" "Das kann ich nicht", antwortet Rika bestimmt. "Ich bin für die Terminvergabe nicht zuständig. Schreiben sie eine Mail und schreiben sie, dass es dringend ist." Die Biene legt den Höhrer auf und folgt Rikas Rat. Wenige Tage später ist ihr Flügel zum Glück verheilt, schneller als gedacht, und sie gibt Fabio das Auto zurück. "So ein Auto braucht keine Biene!", schimpft sie. "Warum? Wurde es nicht genehmigt?", fragt Fabio verwundert. "Ich bin nicht einmal zu einem zeitnahen Termin gekommen!", regt sich Kiki auf. Der Fuchs denkt eine Weile nach. Dann nimmt er das Auto zurück, um selbst damit zum Amt zu gehen. Er hat schließlich genug Zeit und Geduld, da es im Moment nicht gebraucht wird.
Nun hat Rika einen erbosten Kater am Telefon. "Mir wurde gesagt, dass ich keinen Termin in der Aufenthaltsabteilung brauche", schimpft er. "Ich bin extra so schnell gekommen, wie mich meine Katzenpfoten tragen, und jetzt lassen sie mich nicht hinein! Überfüllung!" Der Kater ist wirklich wütend, und Rika kann ihn nur schwer beruhigen. "Wie stellen Sie sich das überhaupt vor! Ich brauche den Vormittag, um meine Arbeit zu verrichten und Mäuse zu jagen, aber am Nachmittag ist in euren Ämtern niemand erreichbar! Die Organisation ist fürchterlich! Wenn ich so arbeiten würde, würde ich schon von den anderen Katzen gekündigt werden! Die warten auf Mäuse!" Der Kater ist gar nicht mehr zu bremsen, und Rika muss lauter werden, bevor er seinen Monolog endlich beendet. "Ich kann mich nur wiederholen", meint sie, als er endlich ruhig ist. "Aber ich bin nicht für die Organisation des Amtes zuständig. Ich bin lediglich dafür da, ihren Anruf weiterzuleiten, doch wenn das Telefon nicht abgenommen wird, kann ich ebenfalls nichts dafür!" "Ja, natürlich, Sie können nichts dafür", meint der Kater etwas sanfter. "Ich werde eine Beschwerde schreiben."
Damit endet Rikas Arbeitstag endlich, und sie verlässt schnell das Büro. Nun braucht sie Auslauf und Erholung von diesem stressigen Tag.
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