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1xhab ich gern gelesen
geschrieben 2026 von Herbstsonne.
Veröffentlicht: 23.08.2026. Rubrik: Menschliches


Thielmannstr

Thielmannstr., Haus 4, Reihe 2a – kurz vor Mittag

Mutter von Jakob *Der Wäschekorb ist voll!

- In Ordnung.

M v J * Die Maschine gehört angeschaltet.

- Ja, mach ich gleich.

M v J * Hosen, T-Shirts, Socken und Hemden vom Ständer in den Schrank geräumt.

- Jup.

M v J * Du könntest auch mal wieder den Kühlschrank auswischen.

- Ach.

M v J * Vergiss nicht, später noch Brot bei Dietz zu kaufen. Mayers kommen später zu Besuch.

- Mayers?

M v J * Wann hast du nun eigentlich einmal vor loszulegen?!

Haushaltsservice - Wenn Sie anfangen, mich zu bezahlen.

Tielmannstr., Haus 4, Reihe 2a – 14:02

Der Staubsauger lässt sein letztes Brummen ziehen und die Mutter von Jakob steht wie jeden Dienstag am Fenster und winkt dem Haushaltsservice nach. Ihr Jakob – war er wieder fleißig.

Sie schlurfte zum Kühlschrank, der frisch ausgewischt ist, nimmt sich ein Stück Kuchen und einen Saft und versinkt anschließend zufrieden in ihrem Sessel. Wie auch jeden Dienstag war nun Bingotag.

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Es gibt manchmal Zeiten, vor allem oft im späteren Leben, da ist nicht mehr so ganz klar: Ziehe ich zum Einkaufen den Schlafanzug oder das Abendkleid an? Rollen, die einem anhaften und durchaus passen, rücken an falsche Orte, an falsche Stellen.

Davon handelt diese Geschichte.

counter1xhab ich gern gelesen

Kommentare zu dieser Kurzgeschichte

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geschrieben von Phoberos am 26.08.2026:
Kommentar gern gelesen.
Hmm, tönt witzig ist es aber nicht, ich hatte eine Bekannte deren Mutter war im Pflegeheim und musste regelmässig eingesammelt werden, sie wollte nach Hause, im Sommer eine Sache man weiss ja wohin sie will, aber im Winter bei minus 10°C barfuss im Nachthemd nimmt das schnell eine tragische Wendung.
Und wir wissen nicht ob und wann es uns trifft.
Macht Nachdenklich.




geschrieben von Herbstsonne am 27.08.2026:

@Phoberos, vielen Dank das Du meine Geschichte gelesen hast. Ich hab mich vor langer Zeit mal etwas Beruflich mit Demenz auseinander gesetzt gehabt. Besser gesagt durfte ich Menschen. welche davon Betroffen waren stellenweise betreuen.Wirkliich eine Krankheit die es so in sich hat - wie Du schon schreibst/Barfuß im Nachthemd im Winter, Schutzlos,absoluter Horror. Meine Erfahrungen waren abseits von diesen, dass der Alltag einige teils liebevolle Skurrilitäten mit sich trug, die Mischung aus Tragik und Komik, wollte ich hier gerne einfangen.

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