Veröffentlicht: 03.09.2026. Rubrik: Unsortiert
Johanna auf der Hinmelsbank
Ich sah mich auf einem Bänkchen sitzen. Sie stand wohl über den Wolken, und während ich so saß, blickte ich in die leere Weite der Wolkensphäre.
Ich war schon länger völlig ausgepowert gewesen, unnachgiebig, gereizt, unachtsam. Unachtsam vor allem mir selbst gegenüber. Ich erkannte meine Signale, dass ich nun dringend Pause brauchte. Doch das Teufelchen auf meiner Schulter, das mir stets einflüsterte, wie sehr ich überall unentbehrlich sei und dass man nur etwas zähle, wenn die eigene Person auch schaffte, gewann stets.
So tief die Narben aus frühester Kindheit, in der mir stets vermittelt wurde: Wer leistete, zählte.
Ich blickte nach rechts. Sanftes Sonnenlicht brach sich ganz leicht den Weg durch graue Wolkenfelder. Das Licht beruhigte mich.
Johanna zog ihren Pullover aus, legte ihn zu einem kleinen Päckchen zusammen, bis daraus ein professorisches Kopfkissen wurde. Dann zog sie sich ihre Schuhe aus, die leicht unter der Bank auf der Wolke Platz fanden, und legte sich schließlich auf die Himmelsbank.
Ich hatte mich nicht gewundert, hier zu sein. Mein Inneres kreierte Möglichkeiten, Rückzug zu halten, sich zu erfrischen und zu erholen. Natürlich reichte ein Besuch auf dieser Bank nicht. Natürlich brauchte es inzwischen mehr! Aber um wieder bei sich selbst etwas anzukommen, war es hier ein guter Anfang.
Doch während ich über die Wirksamkeit von Orten nachdachte, fielen mir sanft die Augen zu.
Wenig später kam der altehrwürdige Engel Augustus angeschwebt und deckte mich mit einer aus Sternen gewebten Decke zu. Dabei summte er die vier Wörter: „Stille Nacht, Heilige Nacht.“
Nachdem Augustus davongeflogen war, kam schon bald Jesus mit einem Klappstuhl vorbei. Er klappte ihn auf, direkt neben mir - Johannas Bank, betrachtete zärtlich mein schlafendes, erschöpftes Gesicht, strich über mein Haar und nahm meine Hand, welche sofort warm wurde während ich weiter schlief, hielt sie, spendete Trost, Kraft und Nähe.
Als Johanna schließlich wieder aufwachte, befand sie sich in ihrem Bett auf Erden. Die Nachtbeleuchtung war an. Gierig trank sie vom Wasser, das auf ihrem Nachttisch stand. Dabei fiel ihr Blick auf den christlichen Kalender über dem Nachtlicht. Tante Sophia hatte ihn ihr geschenkt.
Johanna wusste gar nicht so recht, ob sie an eine höhere Macht glaubte.
Auf dem Kalenderblatt stand: „In der Not bin ich deine Zuflucht.“
„Ist das so?“, fragte sich Johanna, und sie spürte wie ihre Hand plötzlich begonn, ganz warm zu werden.
Meine Geschichten sind von Gott inspiriert und von mir Siela/Herbstsonne aufgeschrieben. Die Rechtschreibung und Grammatik wird geprüft, mit Unterstützung von ChatGPT.
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Geschichte Nummer 10747



